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Nachrichten zum Terror und zum israelisch-palästinensischen Konflikt (26. Dezember 2018 – 01. Januar 2019)

Überblick:
Bei der 40. „Prozession der großen Rückkehr“, die am letzten Freitag, dem 28. Dezember 2018, im Gazastreifen stattfand, konnte ein Rückgang in der Anzahl der Teilnehmer gegenüber der Woche zuvor verzeichnet werden. Ein Palästinenser wurde dabei getötet. Am darauffolgenden Tag (29. Dezember 2018) wurde eine Rakete auf das israelische Territorium abgefeuert, wohl um die Bedrohung der terroristischen Organisationen gegenüber Israel zu festigen. Als Reaktion griff ein Kampfhubschrauber der israelischen Luftwaffe einen Posten der Hamas im südlichen Gazastreifen an.

Im Laufe des Jahres 2018 wurden etwa 1.130 Raketen- und Mörsergranatentreffer auf israelischem Gebiet registriert. Fast alle wurden ab Mai 2018 abgefeuert. Der Raketenbeschuss ist als eine Funktion der Gewalt der Ereignisse der „Prozession der großen Rückkehr“ zu verstehen, die am 30. März 2018 begonnen hatten. Mit Ausnahme des Beschusses während der Operation „Fels in der Brandung“ im Jahr 2014, handelt es sich um schwersten Beschuss seit 2008.

In der vergangenen Woche wurde in Samaria einen Fahrzeugangriff ohne Verluste verübt. Damit ist die Anzahl der bedeutenden Terroranschläge im Dezember auf neun gestiegen. Das ist die höchste Monatsrate im Jahr 2018. Die hohe Zahl der Anschläge im Dezember ist als Fortsetzung der Eskalation, die vor etwa drei Monaten begonnen hatte, zu verstehen. Die meisten Angriffe wurden wohl von Einzeltätern („einsame Wölfe“) im Rahmen des Volksterrorismus verübt. Denkbar ist auch, dass hinter diesen Anschlägen eine organisierte Zelle (oder mehrere Zellen) stehen.

Eine Delegation der Organisation Islamischer Dschihad in Palästina (PIJ), angeführt von ihrem Generalsekretär Zijad al-Nakhalah, besuchte den Iran und traf mit der iranischen Führung zusammen. Führende iranische Persönlichkeiten betonten, dass sie die „Widerstands-Organisationen“ als ein grundlegendes Prinzip der iranischen Außenpolitik unterstützen. Al-Nakhalah sagte, Tel Aviv und alle anderen Städte in Israel seien in Reichweite der Raketen des „Widerstands“. Falls eine neue Konfrontation ausbrechen sollte, „würden alle Städte unter Beschuss geraten.“ Er drückte auch das Vertrauen aus, dass die verschiedenen Organisationen bei einer zukünftigen Kampagne sowohl aus dem Gazastreifen als auch aus dem Norden und dem Zentrum aus koordiniert gegen Israel agieren werden.

Der Süden Israels:

Die Ereignisse der „Prozession der großen Rückkehr“ am 28. Dezember 2018

Am 28. Dezember 2018 wurde die 40. „Prozession der großen Rückkehr“ unter dem Motto „Wir werden über unser Recht, in Würde zu leben, nicht verhandeln“. Das stürmische Wetter hielt viele Menschen zu Hause, mit dem Ergebnis, dass nur etwa 5.500 Palästinenser an den Ereignissen teilnahmen (im Vergleich zu etwa 8.000 in der Woche zuvor). Da aufgrund des Wetters auch im „Rückführungslager“ in Ost-Dschabalija keine Aktivitäten abgehalten wurden (Facebook-Seite des Fotografen Anas Dschamal a-Scharif, 28. Dezember 2018), fanden die Veranstaltungen nur an vier Orten statt. Der Sprecher des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen gab bekannt, dass während der „Prozession der großen Rückkehres“ ein Palästinenser getötet und sechs verletzt wurden (Facebook-Seite von Aschraf al-Kidra, 28. Dezember 2018).

Während der Veranstaltungen wurde das Steigenlassen von Branddrachen und brennenden Ballons, teilweise mit angebundenen Sprengsätzen, aus dem Gazastreifen (nach etwa sechs Wochen Pause) erneuert. Ein Bündel von Ballons mit einem daran befestigten Sprengsatz landete in der Nähe eines Kindergartens in einer der israelischen Gemeinden des Regionalrats Sdot HaNegev im westlichen Negev. Ein weiterer brennender Ballon landete in einem offenen Bereich. Darüber hinaus nahmen IDF-Streitkräfte einen Palästinenser fest, der den Sicherheitszaun aus dem nördlichen Gazastreifen in israelisches Territorium überquerte (Twitter-Account des IDF-Sprechers, 28. Dezember 2018).

Nach Ende der Aktivitäten der „Prozession“ erklärte das „oberste nationale Koordinationskomitee der Prozession der großen Rückkehr und der Durchbrechung der Belagerung“, dass die Märsche in vollem Umfang weitergeführt werden. Es wurde zudem erklärt, dass das Komitee nach intensiven Konsultationen und zwecks Übermittlung von Botschaften an Israel „neue Kampfoptionen“ anzuwenden plane. Sein Ziel sei, eine entschlossene Konfrontation gegen Israel zu bilden, da Israel Verzögerungstaktiken einsetzt, um „Zeit zu verschwenden“. Das Komitee forderte die Palästinenser auf, an der kommenden „Prozession der großen Rückkehr“ am 4. Januar 2019, die unter dem Motto „Freitag der Opposition gegen die Normalisierung“ geführt werden soll, teilzunehmen (Facebook-Seite des „Obersten nationalen Koordinationskomitees der Prozession der großen Rückkehr und der Durchbrechung der Belagerung“, 28. Dezember 2018).

Wie an jeder Woche zuvor nahmen auch diesmal führende Mitglieder der Hamas an den Veranstaltungen der „Prozession der großen Rückkehr“ teil, darunter Ahmed Bahar, stellvertretender Vorsitzender des palästinensischen Legislativrats, Khalil al-Hayya, stellvertretender Vorsitzender des Politbüros der Hamas, und andere. Die Sprecher bei den Veranstaltungen betonten, dass Israel in Bezug auf die Durchbrechung der „Belagerung“ des Gazastreifens seine Seite der Vereinbarungen umsetzen müsse. Viele Sprecher lobten die öffentliche Beteiligung trotz des rauen Wetters.

Im Folgenden einige der Aussagen:
Khalil al-Hayya, stellvertretender Vorsitzender des Politbüros der Hamas, sagte, dass Israel „von den Widerstandsorganisationen im Gazastreifen geprüft werde“. Zudem würden auch die Verhandlungsführer auf ihre Fähigkeit geprüft, Israel abzuhalten und die vereinbarten Vereinbarungen umzusetzen, um die „Belagerung“ zu durchbrechen (Filastin al-Yawm, 29. Dezember 2018).

Ahmed Bahar, stellvertretender Vorsitzender des palästinensischen Legislativrats, sprach im „Rückführungslager“ im Osten von Khan Junis und sagte, die „Prozessionen der großen Rückkehr“ würden bis zum Ende der „Belagerung“ andauern. Seinen Angaben zufolge würde der „Widerstand“ auf jede Verletzung der „Ruhepause“ oder auf jeden Angriffsakt gegen die Zivilbevölkerung bei der „Prozession der großen Rückkehren“ stark reagieren. Er forderte zudem die Fortsetzung der Aktivitäten gegen die „Besatzung“ in den Städten der Westbank bis zur Rückkehr und der Befreiung (Dunia al-Watan, 28. Dezember 2018).

Das Informationsbüro der Organisation Islamischer Dschihad in Palästina (PIJ) lobte die öffentliche Beteiligung an der „Prozession der großen Rückkehr“ trotz des rauen Wetters und trotz der Bedrohung durch die „Besatzung“. Dies beweise dem Büro zufolge das Vertrauen der Palästinenser in den „Widerstand“ und ihre Entschlossenheit, den Kampf „bis zur Rückkehr und Befreiung“ fortzusetzen (Website der PIJ, 28. Dezember 2018).

Die wöchentliche Protestflottille:

Am 29. Dezember 2018 kündigte das „Oberste nationale Koordinationskomitee der Prozession der großen Rückkehr und der Durchbrechung der Belagerung“ die Verschiebung der wöchentlichen Protestflottille vom 31. Dezember 2018 wegen des bevorstehenden stürmischen Wetters an (Facebook-Seite des „Obersten nationalen Koordinationskomitees der Prozession der großen Rückkehr und der Durchbrechung der Belagerung“, 29. Dezember 2018). Dennoch verbrannten Dutzende Palästinenser in der Nähe des Grenzübergangs Karni Autoreifen. Dabei wurde ein Demonstrant verletzt (Fateh Gaza, 31. Dezember 2018).

Die Bereitstellung von Regierungsarbeitsplätzen für verletzte Demonstranten:

Ahmed al-Kurd, Führungsmitglied der Hamas und Vorsitzender des obersten Komitees zur Betreuung der Verletzten bei den „Prozessionen der großen Rückkehr“, sagte, dass zu Beginn des neuen Jahres jeder, der Gliedmaßen verloren habe, gelähmt wurde oder erblindet sei, Regierungspositionen erhalten werde. Ihm zufolge würde die Beschäftigung zunächst befristet sein und nach einer bestimmten Zeit dauerhaft werden. Seinen Angaben zufolge müssten alle Grundbedürfnisse der Verletzten erfüllt werden (Dunia al-Watan, 30. Dezember 2018).

Raketenfeuer auf Israel:

Am 29. Dezember 2018 wurde ein Raketenschlag auf israelischem Territorium festgestellt. Die Rakete landete im Regionalgebiet Scha’ar HaNegev im westlichen Negev. Es wurden keine Verluste oder Schäden gemeldet. Dies war die erste Rakete, die seit dem Ende der letzten Eskalationsrunde vom 11. bis 13. November 2018 abgeschossen wurde. Palästinensische Quellen berichteten über den Beschuss, jedoch nicht über die Verantwortlichen (Schabakat al-Quds, 29. Dezember 2018). Es sei darauf hingewiesen, dass angesichts des Todes von vier Demonstranten in der vergangenen Woche, die militärischen Arme der Terrororganisationen implizit damit drohten, dass der vergangene Freitag „ein entscheidender und letzter Test für das Verhalten und die Absichten der Besatzung sein würde“ (Website des militärischen Arms der Hamas, 23. Dezember 2018).

Als Reaktion auf das Raketenfeuer griff ein Kampfhubschrauber der IDF einen Posten der Hamas im südlichen Gazastreifen an (Twitter-Account des IDF-Sprechers, 28. Dezember 2018). Palästinensische Medien berichteten, dass ein Hubschrauber einen Posten östlich von Deir al-Balah (im zentralen Gazastreifen) angegriffen und zerstört habe. Es wurden keine Verluste gemeldet (PALDF und Wafa Nachrichtenagentur, 29. Dezember 2018).

Judäa und Samaria:

Ein Fahrzeugangriff in Samaria

Am 26. Dezember 2018 versuchte ein Palästinenser, der aus der Richtung von Nablus fuhr, Zivilisten und Kämpfer, die an einer Bushaltestelle warteten, zu überfahren. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des Platzes der regionalen Samaria-Brigade. Die Kämpfer reagierten mit Schüssen und verletzten den Terroristen (Twitter-Account der IDF, 26. Dezember 2018). Palästinensische Medien berichteten, dass es sich bei dem Fahrer um Ra’ed Omar Dhiab (35) aus Kafr Kalil, südlich von Nablus, handelt (Wafa Nachrichtenagentur, 26. Dezember 2018).

Weitere Ereignisse vor Ort:

Die Suche nach dem Terroristen, der den bewaffneten Angriff bei Giwat Assaf verübt hat, wird fortgesetzt. Dabei wurden Ortschaften und Dörfer durchsucht und Verdächtige festgenommen (IDF-Sprecher, 31. Dezember 2018). Währenddessen führten israelische Sicherheitskräfte in ganz Judäa und Samaria Terrorismusbekämpfungsmaßnahmen durch. Dabei wurden Palästinenser festgenommen, die terroristischer Aktivitäten verdächtigt werden, und Waffen beschlagnahmt. In ganz Judäa und Samaria wurden israelische Fahrzeuge mit Steinen beworfen. Es wurden keine Verluste gemeldet. Dennoch wurden Schäden an Fahrzeugen verursacht.

Im Folgenden einige der Vorfälle:

Am 31. Dezember 2018 beschlagnahmten die israelischen Sicherheitskräfte während der Suche nach illegalen Waffen im Dorf Jatta südlich von Hebron ein M-16 Sturmgewehr und Munition. In der Region von Nablus wurden zudem improvisierte Waffen gefunden (Twitter-Account des IDF-Sprechers, 31. Dezember 2018).

Am 28. Dezember 2018 schleuderten Palästinenser Molotow-Cocktails auf ein israelisches Fahrzeug, das in der Nähe des Dorfes Azun östlich von Qalqiliya fuhr. Es wurden keine Verluste gemeldet (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 28. Dezember 2018).

Am 26. Dezember 2018 wurden bei Durchsuchungen der IDF-Sicherheitskräfte im Flüchtlingslager Askar am Rande von Nablus Geldmittel für terroristische Zwecke gefunden und beschlagnahmt (Twitter-Account des IDF-Sprechers, 26. Dezember 2018).

Quelle: Meir Amit Informationszentrum über Geheimdienste und Terrorismus

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Von am 06/01/2019. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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