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Analyse: Extremer Antisemitismus an Berliner Schulen

ZUSAMMENFASSUNG: Jüdische Schüler an deutschen öffentlichen Schulen sind besonders anfällig für den stark erhöhten Antisemitismus des Landes. In den letzten Jahren wurde eine Reihe extremer antisemitischer Vorfälle veröffentlicht, von denen sich einige der schwersten in Berlin ereignet haben. Die deutschen Behörden wachen nur langsam auf und werden auf das Problem aufmerksam. In vielen Fällen handelt es sich bei den mutmaßlichen Tätern um Kinder muslimischer Einwanderer – insbesondere in Berlin, wo sich die größten muslimischen und jüdischen Gemeinden befinden.

In Deutschland hat der Antisemitismus in den letzten Jahren in den sozialen Medien, im öffentlichen Bereich, im politischen System und in der Gesellschaft insgesamt zugenommen. Während deutsche Juden oft versuchen, Orte zu meiden, an denen der Antisemitismus am schlimmsten ist, haben Schulkinder diese Möglichkeit oft nicht und an deutschen Schulen kam es zu einer Reihe extremer antisemitischer Vorfälle. Bei der Untersuchung einiger dieser jüngsten Vorfälle in Berlin können wir einige Hinweise darauf erhalten, wie ernst das Problem geworden ist.

Im April 2017 wurde ein jüdischer Schüler von Mitschülern arabischer und türkischer Abstammung an einer öffentlichen Schule im Berliner Stadtteil Friedenau gequält. In den Medien wurde er als Oscar Michalski bekannt (sein Vorname wurde geändert, um seine Identität zu schützen). Er wurde nicht nur in der Schule beleidigt, sondern ein älterer Schüler schoss mit einer realistisch aussehenden Waffe auf ihn. Dieser Schüler würgte Oscar auch bis zur Bewusstlosigkeit.

Die Schüler in Berlin sind zu 80% muslimisch, hauptsächlich türkischer und teilweise arabischer Herkunft. Friedenau gilt nicht als eines der Viertel, in denen die durch Einwanderer verursachten Probleme Berlins besonders ernst sind. In derselben Nachbarschaft wurde Rabbi Daniel Alter 2012 in der Gegenwart seiner siebenjährigen Tochter, von vier arabisch aussehenden Jugendlichen auf einer Straße schwer geschlagen.

Der Schulleiter der Schule, der die Klasse des Opfers in Mathematik unterrichtet, sagte, er sei sich des Problems nicht bewusst. Die Schulverwaltung und die Sozialarbeiterin der Schule ignorierten die Angelegenheit, selbst nachdem sie von den Eltern des Opfers darüber informiert worden waren. Die Eltern verlegten Oscar in eine andere Schule. Der französisch-deutsche öffentlich-rechtliche Sender Arte, hat eine Dokumentation über Oskars Geschichte ausgestrahlt.

Die Medienaufmerksamkeit die dieser Fall erhielt, war möglicherweise darauf zurückzuführen, dass der Vater des Opfers, Wenzel Michalski, Leiter der deutschen Abteilung von Human Rights Watch ist. Der Tatsache, dass Oscars britische Mutter, Gemma, Tochter eines Mitglieds des Oberhauses und einer Enkelin des verstorbenen Baron Hugh Gaitskell, eines Führers der britischen Labour Partei und seines Sohnes war, wurde wenig oder keine Beachtung geschenkt.

Ein weiterer Fall von Antisemitismus in einer Berliner Schule kam im Dezember 2017 ans Licht. (In diesem Monat, viele Jahre zu spät, sprachen deutsche Politiker endlich über muslimischen Antisemitismus, weil Muslime in einer Moschee der deutschen Hauptstadt eine selbstgemachte israelische Flagge verbrannten.) Einem 18-jährigen jüdischen Gymnasiast an der Ernst-Reuter-Schule in Gesundbrunnen sagte eine Mitschülerin in einer Diskussion über den Nahen Osten: „Hitler war gut; Er ermordete Juden.“ Andere Schüler sagten dem jüdischen Schüler: „Die [Juden] sind alle Kindermörder“ und „sie sollten alle enthauptet werden.“ Von diesem Zeitpunkt an, blieb der Junge jeden Tag während seiner Pausen, zu seiner Sicherheit im Haus.

Im März 2018 wurde ein jüdisches Mädchen der zweiten Klasse der Paul Simmel-Grundschule in Berlin-Tempelhof-Schöneberg, wegen ihrer jüdischen Identität angegriffen. Ihr Vater sagte, seine Tochter sei von muslimischen Schülern beleidigt und mit dem Tode bedroht worden, weil „sie nicht an Allah glaubt“. Der deutsche Außenminister Heiko Maas sagte daraufhin: „Wenn ein Kind von Antisemitismus bedroht ist, ist das beschämend unerträglich.“

Ebenfalls im Jahr 2018 zog der deutsch-jüdische Schüler Liam Rückert von Berlin nach Israel, weil er an seiner öffentlichen Schule in der Jungfernheide im Berliner Stadtteil Spandau, wütenden Judenhass erlebt hatte. Die Schule ist bekanntermaßen problematisch. Zweiundsechzig Prozent der Schüler haben einen Migrationshintergrund. Rückert sagte, er habe erkannt, dass er seine jüdische Identität verbergen musste, als ein Schüler arabischer Herkunft während einer Diskussion über den Nahostkonflikt sagte, wenn er einen Juden in der Klasse hätte, würde er ihn töten.

Rückert hatte einen schwulen, arabischen Freund namens Hussein und die beiden teilten ihre geheimen Identitäten. Nachdem Rückerts jüdische Identität bekannt wurde, wurde er ständig mit Worten wie „Scheißjude“ und „Scheiße Israeli“ beleidigt. Die Schule lehnte seine Bitte ab, den Unterricht zu wechseln. Seine Mutter, die israelischer Abstammung ist, sagte: „Wir haben keine Unterstützung von der Schulverwaltung erhalten.“

Im Juni 2018 wurde bekannt, dass an der renommierten John-F.-Kennedy-Schule im Berliner Stadtteil Zehlendorf, ein jüdischer Schüler mehrere Monate lang von Mitschülern gemobbt worden war. Die Schüler dieser Schule stammen hauptsächlich aus deutschen Elite-Familien und den Familien ausländischer Diplomaten. Ein Klassenkamerad blies dem Schüler Zigarettenrauch ins Gesicht und sagte ihm, dass er über seine vergasten Vorfahren nachdenken sollte. Bei anderen Gelegenheiten erhielt er Notizen von Klassenkameraden, die mit einem Hakenkreuz verziert waren. Ein großer Teil der Klasse tolerierte das Mobbing oder nahm daran teil. In der Schule gab es auch antisemitische Vorfälle gegen eine jüdische Schülerin. Die Schulverwaltung gab an, die Probleme über mehrere Monate nicht erkannt zu haben. Sie hat jedoch Maßnahmen ergriffen, sobald sie bekannt wurden. Zu Beginn des neuen Schuljahres plant die Verwaltung die Einführung eines speziellen Diskriminierungsprogramms.

Franziska Giffey, die deutsche Ministerin für Familien, Senioren, Frauen und Jugendliche, sagte: „Viele Schulen wollen keinen Antisemitismus, Radikalisierung und Rassismus und Hass an die Öffentlichkeit berichten, weil sie Angst vor Stigmatisierung haben.“ Die Bundesregierung beschloss, 170 Anti-Mobbing-Experten an ausgewählte Schulen zu schicken, die Probleme haben.

Giffeys Einschätzung stützt sich auf die Frankfurter Soziologin Julia Bernstein, deren bahnbrechende Studie zum Thema Antisemitismus an deutschen Schulen aus Sicht der Opfer, im Dezember 2018 veröffentlicht wurde. Auf der Grundlage von 227 Interviews kam Bernstein zu dem Schluss, dass Lehrer den antisemitischen Charakter des zunehmend verbreiteten Schimpfwortes „Jude“ oft nicht anerkennen und Schulleitungen bestreiten den Antisemitismus aus Angst, den Ruf ihrer Schulen zu beeinträchtigen. Nach Bernsteins Ansicht zeugt der häufige Einsatz von „Hitlergruß“, „Hakenkreuzen“ und „Holocaust-Witzen“ dafür, dass Tabus rasch entfernt und Hemmungen abgebaut werden.

Vladislava Zdesenko, einer von neun jüdischen Berliner Anwälten, die Opfern von antisemitischen Mobbing und ihren Familien geholfen haben, erklärt, dass die gegenwärtige Situation nicht weiter bestehen darf. Jüdische Opfer wechseln am Ende die Schule, während ihre Angreifer unbestraft bleiben. Sie weist auch darauf hin, dass „die Fälle, die der Öffentlichkeit bekannt werden, nur die Spitze des Eisbergs sind.“

Die deutschen Behörden wachen langsam auf und werden auf das Problem aufmerksam und beginnen, es anzugehen. Berlin richtete ein Online-Informationsportal für Lehrer ein, um sie bei der Thematisierung von Antisemitismus zu unterstützen. Ab dem Schuljahr 2019 müssen Berliner Bildungseinrichtungen verpflichtet werden, Fälle von Antisemitismus der Polizei oder der Schulbehörde zu melden.

Im vergangenen Sommer entschied die Bundesregierung, 170 Anti-Mobbing-Experten an ausgewählte Schulen zu schicken, die Probleme haben. Die Regierung erkennt an, dass in vielen Fällen die mutmaßlichen Täter Kinder von muslimischen Einwanderern sind – insbesondere in Berlin, wo sich die größten muslimischen und jüdischen Gemeinden befinden.

Trotz der jüngsten lobenswerten Bemühungen zur Bekämpfung des Antisemitismus-Problems wird es lange dauern, bis die meisten deutschen Schulen wirksam mit antisemitischen und rassistischen Vorfällen fertig werden und die Schüler gegen Diskriminierung aufklären. Wenn es weiterhin zu Zwischenfällen kommt, sollten die Täter streng bestraft werden. Alle derartigen Vorfälle sollten den Behörden und Schulverwaltungen gemeldet werden und diejenigen, die sich nicht daran halten, sollten gerügt oder versetzt werden.

Von Dr. Manfred Gerstenfeld (BESA)

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Senior Research Associate am BESA Center und ehemaliger Vorsitzender des Lenkungsausschusses des Jerusalem Center for Public Affairs. Er ist auf israelisch-westeuropäische Beziehungen, Antisemitismus und Antizionismus spezialisiert und ist Buchautor. Eva Odrischinsky ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Simon Wiesenthal Center für Mittel- und Westeuropa.

BESA Center Perspectives Paper No. 1,059, January 9, 2019
Begin-Sadat Center for Strategic Studies
Bar-Ilan University, Ramat Gan, Israel.
Übersetzung: Dr. Dean Grunwald

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Von am 09/01/2019. Abgelegt unter Europa. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

Ein Kommentar zu: Analyse: Extremer Antisemitismus an Berliner Schulen

  1. Lydia Rachmanuni

    09/01/2019 at 20:19

    Schicken Sie die tollen Migranten doch zur Frau Merkel.
    Sind die alle zu bloed und haben absichtlich alle diese Araber hereingelassen?. Alle wussten das das Antisemiten sind und nur nach Deutschland kommen um schoen abzusahnen.

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