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Die Möglichkeit eines neuen Holocaust wächst mit der Reinkarnation des Antisemitismus

Die Ära des „nie wieder“ endet in Westeuropa, verblasst in Nordamerika und ist nie in den Nahen Osten vorgedrungen.

Der Filmemacher Steven Spielberg sagte gegenüber NBC News, dass die Gesellschaft die Möglichkeit eines Völkermords heute wieder ernster nehmen muss, als dies in der vergangenen Generation der Fall war. In einem Interview zum 25-jährigen Jubiläum von „Schindlers Liste“ verwies Spielberg auf das Massaker an der Pittsburgh-Synagoge „Baum des Lebens“ und warnte, dass „Hass, der zum Genozid führt, heute genauso möglich ist wie während des Holocaust.“

Die Ära des „nie wieder“ endet in Westeuropa, verblasst in Nordamerika und ist nie in den Nahen Osten eingedrungen. Die unnachgiebige Dämonisierung des jüdischen Staates normalisiert die Dämonisierung des jüdischen Volkes.

Beispiele für Völkermord und Völkermordversuche nach dem Nationalsozialismus gibt es im Überfluss, darunter die Besetzung von Osttimor durch muslimische Indonesier, den von Kambodschas Khmer Rouge verübten Genozid, die Unterdrückung des christlichen und animistischen Darfur-Gebiets im Südsudan durch die Regierung des muslimischen Nordens, sowie den Mord an der ruandischen Tutsi-Minderheit durch die Hutu-Mehrheit und die heutige Unterdrückung der muslimischen Rohingya-Minderheit durch Burmas hinduistische Mehrheit.

Es wurden bereits zwei Massenmorde an Juden nach dem Holocaust versucht.

1948 verpflichteten sich fünf arabische Invasionsländer für die Zerstörung des jungen jüdischen Staates. Die Vereinigten Staaten waren kaum die erste Nation, die Israel anerkannte, als sie ein Waffenembargo für die Region auslösten. Obwohl beabsichtigt wurde, die allgemeinen Spannungen abzubauen, untergrub der Schritt in der Praxis Israel, da die andere Seite weiterhin britische Waffen und Ratschläge erhielt.

Im Jahr 1967 vereitelte Israel einen potenziell überwältigenden Angriff ägyptischer, syrischer und jordanischer Streitkräfte an seiner Grenze. Später stellte der Philosoph Eric Hoffer fest, dass „wenn der [ägyptische Präsident Gamal Abdel] Nasser siegreich gewesen … und er Israel von der Landkarte gewischt hätte, niemand einen Finger zur Rettung der Juden bewegt hätte.“

Heute baut der Iran ballistische Raketen und versucht, nukleare Sprengköpfe für sie zu entwickeln, wobei er funktional behauptet, dass „der Holocaust nie stattgefunden hat und uns auffordert, dieses Thema zu beenden“. Die Europäische Union beklagt, dass die USA darauf bestanden, wirtschaftliche Sanktionen gegen Teheran zu verhängen und hat einen Weg gefunden, um mögliche Strafen zu umgehen.

Der Nazismus war besessen von der rassischen Behauptung, die Juden wollten das deutsche Volk zerstören. Der angeklagte Mörder aus Pittsburgh stellte die Phantasie auf, dass Juden, die sich für die Einwanderung interessierten, „sein Volk“ bedroht hätten. Der Mann, der beschuldigt wurde, Briefbomben an prominente Amerikaner verschickt zu haben, wollte „angeblich in die Hitler-Zeit zurückkehren“.

Nicht ganz unähnlich fordern die Führer der Frauenmarschbewegung, dass jüdische Aktivisten ihr weißes Privileg prüfen und sich bei schwarzen und braunen Menschen für die rassistische Unterdrückung durch Juden entschuldigen.

Die mittelalterlichen Behauptungen von „Christus-Mordern“ bis hin zu aktuellen Anklagen gegen Juden als Mörder palästinensischer Araber – dienen denjenigen die Juden und den jüdischen Staat als dämonisch darstellen – wie Louis Farrakhan kurz nach Pittsburgh – dazu, die „jüdische Frage“ wieder zu eröffnen: Was soll mit diesem nie ganz assimilierten, immer sturen Volk geschehen?“

Unendlich anpassungsfähiger, ewig anhaltender Judenhass – gerät heute durch den vorgeschobenen Anti-Zionismus zu seiner Vor-Auschwitz-Blühte und behält seine ewige Antwort: die Beseitigung des Judentums und derer, die es proklamieren. In höflichen Kreisen, so wie in denjenigen die darauf bestehen, dass sie niemals antisemitisch und „nur Antizionisten“ sind, wird durch Marginalisierung die sozialkulturelle Re-Ghettoisierung der Juden erreicht.

(…)

Der Holocaust muss nicht nur als ein Ereignis verstanden werden, das durch die Niederlage Nazi-Deutschlands im Jahr 1945 durch die Alliierten aufgehalten wurde, sondern auch als ein Prozess, der unterbrochen wurde. Der Shoah-Überlebende und Schriftsteller Primo Levi hat es so formuliert: „Es ist passiert und daher kann es wieder passieren. Dies ist der Kern von dem, was wir zu sagen haben.“ Die Worte stehen am Eingang der Berliner Holocaust-Gedenkstätte.

Zwanzig Prozent der französischen Befragten zwischen 18 und 34 Jahren teilen CNN mit, dass sie noch nie vom Holocaust gehört haben. Ähnliches gilt für die Vereinigten Staaten. Mitglieder der Labour Partei in Nord-Großbritannien lehnte einen Beschluss ab, der die Morde in Pittsburgh verurteilte, weil darin zu viel von „Antisemitismus“ gesprochen wurde.

Heute gibt die Ausbreitung des antizionistischen Antisemitismus dem Neo-Nazismus eine erneute Möglichkeit zur Fortsetzung des Krieges und des möglichen Völkermords an der Mehrheit der Juden in der Welt – das heißt auch der in Israel lebenden.

Von Eric Rozenman (JTA)

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Von am 11/01/2019. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

Ein Kommentar zu: Die Möglichkeit eines neuen Holocaust wächst mit der Reinkarnation des Antisemitismus

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