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Carl Melchior – Jüdischer Vorkämpfer eines europäischen Friedens

»Carl Melchior – Jüdischer Vorkämpfer eines europäischen Friedens«
Intervention in der W. Michael Blumenthal Akademie im Rahmen des Themenwinters »100 Jahre Revolution – Berlin 1918/19«

Anlässlich des berlinweiten Themenwinters »100 Jahre Revolution – Berlin 1918/19« eröffnet das Jüdische Museum Berlin am Donnerstag, dem 17. Januar die Intervention »Carl Melchior – Jüdischer Vorkämpfer eines europäischen Friedens«. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges setzte sich Carl Melchior (1871-1933) als Demokrat, Jurist und Bankier mit aller Macht für einen nachhaltigen Frieden ein. »Wir rufen mit der Intervention das Wirken Melchiors als Vorkämpfer eines europäischen Friedens in Erinnerung. Es ging 1918/19 ja eben nicht nur um revolutionäre, soziale Umbrüche. Die zentrale Forderung war die nach Frieden«, sagt Kurator Christoph Kreutzmüller vom Jüdischen Museum Berlin. In zwei Vitrinen im Eingangsbereich der W. Michael Blumenthal Akademie werden Melchiors Verdienste als Botschafter in Friedenssachen zwischen 1918 und 1933 erstmals mit Dokumenten, Fotografien sowie einem Film und einem 56-seitigen Booklet, herausgegeben von der Stiftung Warburg Archiv, für Besucher gewürdigt.

Der unermüdliche Diplomat

Carl Melchior (ganz rechts) als Teil der deutschen Friedensdelegation in Versailles, Januar 1919; Bundesarchiv, Bild 146-1971-037-34, Foto: Scherl, August

Als Finanzexperte war Melchior schon bei den Waffenstillstandsverhandlungen in Compiègne beteiligt. Hier sorgte er im März 1919 für die Aufhebung der alliierten Blockade und die dringend notwendige Lebensmittelversorgung Deutschlands. Auch bei den Friedensverhandlungen in Versailles spielte Melchior als Hauptdelegierter des Deutschen Reichs eine Schlüsselrolle. Trotz des Scheiterns zeigen beispielsweise Korrespondenzen zwischen Paul Hindenburg und Carl Melchior, dass die Reichsregierung auf Melchiors Verhandlungsgeschick nicht verzichten konnte. Als »eine der sympathischsten Erscheinungen Nachkriegsdeutschlands« (Vossische Zeitung, 1930) genoss Melchior auch im Ausland Wertschätzung, wie sich an der Berufung zum Vorsitzenden des Finanzausschusses des Völkerbunds zeigte. 1930 trat er in das Direktorium der neu gegründeten Bank für internationalen Zahlungsausgleich in Basel ein. Der britische Ökonom John Maynard Keynes (1883-1946) setzte seinem Verhandlungspartner mit der Erinnerungsschrift »Freund und Feind« ein literarisches Denkmal.

Melchior stammte aus einer alten Altonaer Rabbinerfamilie und war Mitinhaber des Hamburger Bankhauses M. M. Warburg & Co. Zusammen mit Leo Baeck trat er Anfang 1933 für die Belange von Juden in Deutschland ein und wurde so Mitbegründer des »Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau«. Allerdings nur für kurze Zeit: Mit 62 Jahren starb er am 30. Dezember 1933.

Jüdische Stimmen in Zeiten der Revolution
Zur Eröffnung gibt der Schauspieler Ulrich Matthes einen Überblick deutsch-jüdischer Positionen in Zeiten des Umbruchs und der Neuordnung – darunter die von Rosa Luxemburg, Gustav Landauer und Kurt Eisner. Während des Abends liest er aus Periodika, Reden, Flugblättern, Schriften und Korrespondenzen. Im Anschluss stellt Kuratorin Dorothea Hauser von der Stiftung Warburg Archiv Carl Melchior in seiner Zeit vor, Christoph Kreutzmüller moderiert den Abend.

Datum: Donnerstag, 17. Januar 2019
Beginn: 19.00 Uhr
Ort: W. Michael Blumenthal Akademie, Klaus Mangold Auditorium

Laufzeit der Intervention: 18. Januar bis 31. März 2019
Ort: Eingangsbereich der W. Michael Blumenthal Akademie
Öffnungszeiten: Mo + Mi 12-19 Uhr | Di, Do + Fr 10-17 Uhr
Eintritt: frei

Die Website mit weiteren Informationen zur Intervention finden Sie unter: https://www.jmberlin.de/intervention-carl-melchior-100-jahre-revolution-1918-19

In Zusammenarbeit mit dem Stiftung Warburg Archiv, gefördert von der Warburg-Melchior-Olearius-Stiftung

Quelle: Jüdisches Museum Berlin

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Von am 13/01/2019. Abgelegt unter Veranstaltungen. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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