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Antisemitismus in Europa: Erklärung zur Umfrage der FRA von Francis Kalifat

Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA), hat eine Umfrage zum Antisemitismus in der europäischen jüdischen Gemeinschaft durchgeführt. Mit mehr als 16.000 Befragten ist dies die größte Umfrage, die jemals zu diesem Thema durchgeführt wurde. Francis Kalifat, Präsident der Crif, kommentiert diese Umfrage.

Francis Kalifat: „Das Gefühl von Angst und Unsicherheit, das 34% der europäischen Juden spüren, möchte eines ganz klar sagen: Antisemitismus wird immer gewalttätiger und wirkt zunehmend verängstigender. Es geht um Beleidigung und Hass-Graffiti und um körperliche Gewalt. Es ist inakzeptabel, dass ein großer Teil der jüdischen Gemeinschaft in Europa in Angst lebt.“

„In Frankreich sind die Sicherheitskräfte extrem mobil, um die jüdische Gemeinschaft zu schützen. Wir erlebten zwei Schutzphasen: eine erste statische Phase mit direkter Sichtbarkeit von Polizei und militärischem Schutz vor jüdischen Einrichtungen. Dann eine dynamische zweite Phase mit mobilen Spezialbrigaden. Diese zweite Schutzart wirkt weniger abschreckend. Die Aufstellung der Sentinel-Truppe entspricht jedoch teilweise den Bedenken der Mehrheit der jüdischen Franzosen.“

Francis Kalifat: „Diese Zahl ist sehr beunruhigend und bestätigt die Verwurzelung und Trivialisierung des Antisemitismus in Europa und dieser Prozentsatz belegt auch das Scheitern der bisherigen Pläne der Regierung.“

Francis Kalifat: „Diese Zahl zeigt vor allem, dass die von den Behörden mitgeteilten Zahlen zum Antisemitismus qualifiziert werden müssen, da sie nicht auf den angepriesenen Tatsachen beruhen. Wenn 80% der europäischen Juden die Tatsachen des Antisemitismus nicht angeben, dann heißt das, wir haben nur minimale Kenntnisse über den Zustand des antisemitischen Hasses.

„Es gibt zwei Gründe, warum die jüdische Gemeinde keine antisemitischen Bedrohungen oder Aggressionen meldet: Sie haben den Eindruck, dass dies nutzlos ist und das Gefühl wird durch die Straffreiheit und die Relativierung der schwersten begangenen antisemitischen Handlungen in den letzten Monaten, wie die Morde von Sarah Halimi und Mireille Knoll, noch verstärkt.“

„Die Regierung hat kürzlich ihr Online-System für Vorbeschwerden auf Opfer antisemitischer Handlungen ausgeweitet. Diese Maßnahme wird es der jüdischen Gemeinde zweifellos ermöglichen, den Antisemitismus, dessen Opfer sie täglich ist, regelmäßiger anzuprangern.“

Francis Kalifat: „Diese Zahl entspricht dem, was wir auch in Frankreich denken. Wir müssen auf Plattformen effektiver agieren und sie vor ihre Verantwortlichkeiten stellen, insbesondere in Bezug auf die Inhaltsberichte.“

„Seit einigen Monaten hat das Crif im Internet ein Hassobservatorium eingerichtet. Dieses Observatorium wird es uns ermöglichen, eine genaue Bestandsaufnahme des Antisemitismus online zu haben und besser damit umzugehen.“

Heute werden die digitalen Teams von Crif für Moderation und Berichterstellung eingesetzt, um den Internet-Bereich sicherer zu machen. Diese Arbeit muss natürlich von den großen Sendern unterstützt werden.“

Francis Kalifat: „In Anbetracht der oben genannten Zahlen können wir nun die Befragung dieser europäischen Juden nach ihrer Zukunft in Europa verstehen. In Europa ist es die Sorge, dass Europa seine Juden verliert.“

„In Frankreich hat das Gefühl der Unsicherheit, das die jüdische Gemeinschaft erlebt hat, zu einer ‚inneren Alya‘ geführt. Wir erleben eine Verschiebung der jüdischen Bevölkerung aus ’schwierigen‘ Stadtvierteln in ruhigere Stadtviertel. Der Antisemitismus des Alltags macht ihnen das Leben unmöglich und sie ziehen es vor fortzugehen, um sich sicherer zu fühlen.“

Francis Kalifat, ist Präsident von Crif, des Repräsentativrates jüdischer Institutionen in Frankreich.

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Von am 18/01/2019. Abgelegt unter Europa. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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