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Antisemitismus in Großbritannien erreicht einen Rekordwert

Die Zahl der antisemitischen Vorfälle im Vereinigten Königreich hat nach einem in dieser Woche vom Community Security Trust (CST) veröffentlichten Bericht einen neuen Rekord für das dritte Jahr in Folge aufgestellt.

Im Jahr 2018 wurden landesweit 1.652 Äußerungen von Judenhass gemeldet, was einem Anstieg von 16% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Zahl für 2017 stieg gegenüber 2016 um 3%.

Die überwiegende Mehrheit der Vorfälle – 1.300 – bestand aus verbalen Angriffen, Hass-Mails und Graffiti.

Die „gute“ Nachricht ist, dass die körperlichen Übergriffe um 17% zurückgegangen sind (123 Angriffe gegenüber 149 im Jahr 2017). Der Sachschaden ging in ähnlicher Weise zurück, mit 78 Vorkommen gegenüber 93 im Vorjahr.

Fast drei Viertel der Vorfälle ereigneten sich in London und Manchester, der Heimat der größten jüdischen Gemeinden im Vereinigten Königreich. Die meisten von ihnen waren „verbale Angriffe die willkürlich gegen sichtbar jüdische Menschen in der Öffentlichkeit gerichtet wurden und in den sozialen Medien“, besagt der Bericht.

Die große britische jüdische Organisation (CST), dokumentiert solche Vorfälle seit 1984 als Teil ihrer Rolle bei der Unterstützung der Polizei beim Schutz jüdischer Schulen, Synagogen, Organisationen und Gemeinschaftsveranstaltungen.

In einer dem Bericht beigefügten Erklärung, sagt die CST über die Gründe für den Anstieg der Zahlen:

„Dieses Muster mit konstant hohen Vorfallzahlen deutet auf eine dauerhafte Situation hin, in der Menschen mit antisemitischen Einstellungen mehr Selbstbewusstsein zeigen, wenn sie ihre Meinung äußern. Mitlerweile sind die Opfer und die Zeugen der Vorfäll eher motiviert, über den Antisemitismus zu berichten, den sie erlebten oder dessen Zeuge sie wurden“, besagt die Erklärung.

Die meisten der aufgezeichneten Fälle fanden im April, Mai, August und September statt, die das CST den „Reaktionen auf politische Ereignisse in Großbritannien und im Ausland, der Labour Partei und der Gewalt an der Grenze zwischen Israel und Gaza in diesen Monaten zuschreibt“.

In dem Bericht wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass fast 9% der Vorfälle – 148 – mit Streitigkeiten über den Antisemitismus in der Labour Partei zu tun hatten, der seit der Ernennung von Jeremy Corbyn zum Partei-Führer enorm angestiegen ist.

Über 10% der Vorfälle (173) spiegelten den Hass der Täter auf Israel wider. Nur 13 Vorfälle wurden durch extremistische islamische Überzeugungen motiviert.

Der britische Innenminister Sajid Javid antwortete auf den Bericht und sagte, die Regierung arbeite mit der jüdischen Gemeinde zusammen, um das „völlig verachtenswerte“ Phänomen zu bekämpfen. „Die jüdische Gemeinschaft sollte diese Angriffe nicht tolerieren müssen und wir tun alles, um die Gesellschaft von diesen giftigen Ansichten zu befreien“, sagte er.

Marie van der Zyl, Vorsitzende des Abgeordnetenhauses der britischen Juden, bezeichnete den Bericht als „sehr beunruhigend“. Sie sagte, es gebe „keinen Raum für Selbstzufriedenheit“ im Kampf gegen Rassismus und Hass und behauptete, „insgesamt bleibt Großbritannien ein lebenswerter Ort für die jüdische Gemeinde.“

Von Batya Jerenberg,
für Welt Israel Nachrichten

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Von am 07/02/2019. Abgelegt unter Europa. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

Ein Kommentar zu: Antisemitismus in Großbritannien erreicht einen Rekordwert

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