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Nachrichten zum Terror und zum israelisch-palästinensischen Konflikt (30. Januar – 05. Februar 2019)

Das Wichtigste im Überblick:

Die “Prozession der großen Rückkehr” am 1. Februar 2019 war durch ein relativ geringes Maß an Gewalt gekennzeichnet. Neben der “Prozession” wurden die Ereignisse der Protestflottille, begleitet von einer gewalttätigen Demonstration an der Küste im nördlichen Gazastreifen, wieder aufgenommen. Die geringe Gewalt ist unserer Meinung nach das Ergebnis des Besuchs einer Delegation des allgemeinen ägyptischen Geheimdienstes. Eine Delegation hochrangiger Vertreter der Hamas und der Organisation Islamischer Dschihad in Palästina (PIJ) reiste am 3. Februar 2019 nach Ägypten, um dort die Gespräche fortzusetzen.

Eine Präsentation von Kindern im “Rückführungslager” im Osten von Gaza-Stadt über die Behandlung von Gefangene. Foto: Meir Amit

In Judäa und Samaria setzt sich der Volksterrorismus fort. In der vergangenen Woche ragte ein versuchter Messer-Angriff an der Straßensperre al-Zaim (zwischen Jerusalem und Ma’ale Adumim) hervor. Dabei handelte es sich um eine Angreiferin, eine junge Palästinenserin, die angeschossen und auf der Stelle getötet wurde. Am Eingang zur Höhle der Patriarchen in Hebron wurde ein weiterer Messer-Angriff vereitelt. Der Angreifer wurde festgenommen. Am Kontrollpunkt Dschalame (in der Nähe von Dschenin) warfen zwei Palästinenser auf einem Motorrad einen improvisierten Sprengsatz auf IDF-Soldaten. Einer der Palästinenser wurde getötet und der andere schwer verletzt. Ein paar Tage zuvor wurde am selben Kontrollpunkt ein improvisierter Sprengsatz geworfen.

Das israelische Verteidigungsministerium kündigte den Beginn des Baus eines oberirdischen und maritimen Hindernisses entlang der Grenze zum Gazastreifen an. Dieses wird 65 Kilometer lang und ungefähr sechs Meter hoch sein.

Der Süden Israels:

Die Ereignisse der “Prozession der großen Rückkehr” am 1. Februar 2019

Am 1. Februar 2019 wurde die 45. “Prozession der großen Rückkehr” unter dem Motto “Unsere Gefangenen sind nicht allein” abgehalten. Etwa 10.000 Palästinenser nahmen an den Veranstaltungen teil. Das Ausmaß der Gewalt war ähnlich wie in den letzten Wochen. Aschraf al-Kidra, Sprecher des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen, berichtete, dass 32 Palästinenser durch IDF-Schüsse verletzt wurden (Twitter-Account von Aschraf al-Kidra, 1. Februar 2019).

An den Veranstaltungen nahmen wie immer hochrangige Vertreter der Hamas teil. Diese betonten weiterhin, dass die “Prozessionen der Großen Rückkehr” weitergehen werden. Das “oberste nationale Koordinationskomitee der Prozession der großen Rückkehr und der Durchbrechung der Belagerung” forderte die Öffentlichkeit auf, sich an den Ereignissen der “Prozession” an 8. Februar 2019 unter dem Motto “Keine Kompromisse bei der Aufhebung der Belagerung” zu beteiligen (Dunia al-Watan, 1. Februar 2019). Es forderte die palästinensische Öffentlichkeit außerdem auf, seiner Facebook-Seite zu folgen und sich seiner WhatsApp- und Telegrammgruppen anzuschließen sowie die Aktivitäten in den fünf “Rückführungslagern” zu verfolgen (Facebook-Seite des “obersten nationalen Koordinationskomitees der Prozession der großen Rückkehr und der Durchbrechung der Belagerung”, 3. Februar 2019).

Die Ereignisse der Protestflottille und die begleitende Demonstration

Nach einer vierwöchigen Pause wurden die Protestflottillen und die begleitenden Ereignisse am 29. Januar 2019 wieder aufgenommen. Etwa 1.000 Palästinenser randalierten am Ufer des nördlichen Gazastreifens und verbrannten Autoreifen (Shehab Nachrichtenagentur, 29. Januar 2019). Quellen im Gazastreifen berichteten, dass während der Aktivitäten 78 Palästinenser verletzt wurden, 12 von ihnen durch Schüsse der IDF (Twitter-Account von Shehab, 29. Januar 2019). Einer der verletzten Palästinenser starb wenige Tage später (Twitter-Account von Aschraf al-Kidra, 3. Februar 2019). Die Protestflottille und der Aufstand bieten den Palästinensern zusätzlich zu den “Prozessionen der großenRückkehr” eine Gelegenheit, sich an den Freitagen an organisierter Gewalt zu beteiligen.

In einer Rede am Rande der Protestflottille betonte Muschir al-Masri, Sprecher der Hamas-Fraktion im palästinensischen Legislativrat, dass die “Prozessionen der großen Rückkehr” eskaliert seien. Er behauptete, dass “gewaltfreie” Maßnahmen wie z. B. die brennenden Luftballons verwendet werden sollten, um einen echten Druck auf Israel auszuüben und es dazu zu zwingen, die Entspannungsvereinbarung einzuhalten und sie nicht zu umgehen (Facebook-Seite von al-Aqsa TV, 29. Januar 2019). Ahmed al-Madlal, führendes Mitglied der Organisation PIJ, sagte in einem Interview, dass das palästinensische Volk die Protestflottillen benutzt, um der Welt eine Botschaft zu senden, wonach es nicht bereit sei, die Fortsetzung der “Belagerung” zu dulden (al-Aqsa TV, 29. Januar 2019).

Am letzten Freitag wurde allerdings keine Protestflottille veranstaltet. Stattdessen rief das “oberste nationale Koordinationskomitee der Prozession der großen Rückkehr und der Durchbrechung der Belagerung” zu einer Protestdemonstration im Hafen von Gaza-Stadt auf, mit der Forderung, die “Belagerung” aufzuheben und einen Hafen zu bauen (Twitter-Account von Bawabat al-Hadaf, 4. Februar 2019). Die Entscheidung, die Protestflottille nicht abzuhalten, könnte mit dem Wunsch zusammenhängen, die relative Ruhe nach dem Besuch der Delegation des allgemeinen ägyptischen Geheimdienstes im Gazastreifen (siehe unten) aufrecht zu erhalten.

Das Steigenlassen von Luftballons mit improvisierten Sprengsätzen

Die mit der Hamas assoziierten sozialen Medien veröffentlichten Fotos, auf denen das Steigenlassen von Luftballons aus dem Gazastreifen in Richtung Israel zu sehen ist, an denen verdächtige Objekte (möglicherweise improvisierte Sprengsätze) hängen. Bisher wurde jedoch keine umfassende Wiederaufnahme des Terrors der Branddrachen und brennenden Ballons vorgenommen.

Zahlungen an die Opfer der “Prozession der großen Rückkehr”

Ahmed al-Kurd, Führungsmitglied der Hamas und Vorsitzender des obersten Komitees zur Betreuung der Verletzten bei den “Prozessionen der großen Rückkehr”, gab bekannt, dass 4.000 verletzte Palästinenser eine finanzielle Unterstützung erhalten werden. Die Schwerverletzten werden 300 israelische Schekel (ca. 73 Euro) und die Schwerverletzten 600 israelische Schekel (ca. 166 Euro) erhalten (a-Rai, 2. Februar 2019).

Die türkische Nichtregierungsorganisation IHH (Stiftung für Menschenrechte, Freiheiten und Humanitäre Hilfe), die die Hamas unterstützt, gewährte den Familien von 271 Palästinensern, die seit dem Beginn der “Prozessionen der großen Rückkehr” getötet wurden, eine finanzielle Hilfe in Höhe von insgesamt 30.000 Euro (die türkische Nachrichtenagentur al-Anadolu, 30. Januar 2019).

Judäa und Samaria:

Angriff mit einem improvisierten Sprengsatz

Zwei Palästinenser fuhren auf einem Motorrad zum Kontrollpunkt Dschalame (in der Nähe von Dschenin) und warfen einen improvisierten Sprengsatz in Richtung der dort stationierten IDF-Soldaten. Die Soldaten reagierten mit Schüssen. Dabei töteten sie einen der Palästinenser und verletzten den anderen schwer. Es wurden keine Opfer unter den IDF-Soldaten gemeldet (IDF-Sprecher, 4. Februar 2019). Am 31. Januar 2019 wurde auf denselben Kontrollpunkt ein improvisierter Sprengsatz geworfen. Es wurden keine Opfer oder Schäden gemeldet (IDF-Sprecher, 31. Januar 2019).

Vereitelung eines Messer-Angriffs

Am 30. Januar 2019 traf eine mit einem Messer bewaffnete junge Palästinenserin an der Straßensperre al-Zaim (zwischen Jerusalem und Ma’ale Adumim) ein. Sie rannte mit dem Messer auf die IDF-Soldaten zu und beabsichtigte, einen von ihnen zu erstechen. Infolgedessen wurde sie von einem zivilen Wachmann, der sich vor Ort aufhielt, angeschossen und getötet (Twitter-Account der israelischen Polizei, 30. Januar 2019).

Bei der Palästinenserin handelt es sich um Samah Zuher Mubarak, eine 16-jährige Gymnasiastin. Ihre Familie stammte aus dem Flüchtlingslager al-Nusserat im mittleren Gazastreifen. Sie verließ den Gazastreifen vor fünf Jahren und lebt seitdem in Umm a-Scharait im Gebiet von Ramallah. Samah Zuher Mubarak war wohl eine fromme Muslima und kehrte zehn Tage vor dem versuchten Messer-Angriff von einer Pilgerreise nach Mekka zurück (Khobar Nachrichtenagentur, 30. Januar 2019; Filastin Online, 31. Januar 2019).

Palästinensische Reaktionen auf den Angriff

Laut Facebook-Seite der Bildungsabteilung von Ramallah und al-Bireh besuchten Abteilungsleiter Bassem Erekat und der Bürgermeister von Ramallah eine Reihe von Schulen, darunter auch die, in der Samah Zuher Mubarak gelernt hatte, um die Bedürfnisse dieser Schulen zu erkunden (Facebook-Seite der Bildungsabteilung von Ramallah und al-Bireh, 30. Januar 2019). Am 31. Januar 2019 wurde auf der Facebook-Seite der Bildungsabteilung eine formelle Traueranzeige für Samah Zuher Mubarak veröffentlicht.

Die mit der Hamas assoziierten Websites berichteten, dass Bassem Erekat, Leiter der Bildungsabteilung von Ramallah und al-Bireh, die Schule, in der Samah Zuher Mubarak gelernt hatte, besuchte. Laut den Websites forderte er während des Besuchs die Schülerinnen auf, ihrem Weg nicht zu folgen, da sie eine Dummheit begangen habe (Shehab Nachrichtenagentur, 2. Februar 2019). Hamas-Sprecher Fawzi Barhum gab daraufhin eine Stellungnahme ab, die das palästinensische Bildungsministerium stark kritisierte. Er forderte eine Entschuldigung von Seiten der PA-Regierung und bestand darauf, dass jeder, der an dem “schändlichen Ereignis” teilgenommen habe, vor Gericht gestellt werden sollte (Website der Hamas, 1. Februar 2019).
Die palästinensischen Organisationen lobten jedoch den versuchten Angriff und beschuldigten Israel, Samah Zuher Mubarak “hingerichtet” zu haben. PIJ-Sprecher Musab al-Brim lobte den Angriff und sagte, die Palästinenser würden sich weiterhin dem “zionistischen Feind” stellen (Filastin al-Yawm, 1. Februar 2019).

Vereitelung eines weiteren Messer-Angriffs

Ein Palästinenser aus Hebron versuchte, sich in die Höhle der Patriarchen zu begeben, indem er sich an einem der Inspektionsposten unter eine Touristengruppe mischte. Da er sich merkwürdig benahm, durchsuchten ihn die dortigen Sicherheitskräfte. Dabei zog er ein Messer, das er in seiner Kleidung versteckt hatte, und warf es auf den Boden. Ersten Ermittlungen zufolge plante der etwa 20-jährige Palästinenser einen Messer-Angriff vor Ort (Sprecher der israelischen Polizei, 3. Februar 2019).

Weitere Veranstaltungen vor Ort:

Bei Anti-Terror-Maßnahmen, die die israelischen Sicherheitskräfte in ganz Judäa und Samaria durchführten, wurden einige Dutzend Terrorverdächtige festgenommen und Waffen sowie Gelder beschlagnahmt, die zur Finanzierung terroristischer Aktivitäten vorgesehen waren. Palästinenser warfen weiterhin Steine und Molotow-Cocktails auf Fahrzeuge und Gemeinden in Judäa und Samaria, wodurch eine Reihe von Fahrzeugen beschädigt wurde.

Im Folgenden einige herausragende Ereignisse:

Am 4. Februar 2019 wurden vier Molotow-Cocktails auf den Sicherheitszaun der Gemeinde Psagot nördlich von Jerusalem (in der Nähe von al-Bireh) geworfen. Zuvor warfen Palästinenser einen Molotow-Cocktail vor eines der Tore der Gemeinde Bet El (nördlich von Ramallah). Es wurden keine Opfer gemeldet (Rettung ohne Grenzen in Judäa und Samaria, 4. Februar 2019).

Am 30. Januar 2019 wurden Steine an der Straßenkreuzung Tapuah auf ein Fahrzeug geworfen, das auf der Verbindungsstraße zwischen Jerusalem und Nablus fuhr. Es wurden keine Opfer gemeldet. Das Fahrzeug wurde beschädigt (Rettung ohne Grenzen in Judäa und Samaria, 30. Januar 2019).

Am 31. Januar 2019 schoss eine IDF-Truppe auf einen Palästinenser, der Molotow-Cocktails südlich von al-Khader an der Straße zwischen Gusch Etzion und Jerusalem warf. Der Palästinenser wurde am Bein verletzt und zur ärztlichen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht (Rettung ohne Grenzen in Judäa und Samaria, 31. Januar 2019).

Am 31. Januar 2019 wurden improvisierte Sprengsätze in der Nähe des Dorfes Jabed westlich von Jerusalem geworfen. Es wurden keine Opfer oder Schäden gemeldet (IDF-Sprecher, 31. Januar 2019).

Am 31. Januar 2019 wurden Molotow-Cocktails auf der Straße zwischen Gusch Etzion und Jerusalem geworfen. Es wurden keine Opfer oder Schäden gemeldet (Rettung ohne Grenzen in Judäa und Samaria, 31. Januar 2019).

Am 31. Januar 2019 wurde während einer Tätigkeit der israelischen Sicherheitskräfte zur Aufspürung von Waffen im Dorf Kublan in der Region Nablus eine improvisierte Maschinenpistole vom Typ “Carlo” gefunden (IDF-Sprecher, 31. Januar 2019).

Am 31. Januar 2019 wurden während eines Einsatzes der israelischen Sicherheitskräfte im Dorf Bet Awla in der Region Hebron mehr als 100.000 israelische Schekel (ca. 24.300 Euro) beschlagnahmt, die für terroristische Zwecke vorgesehen waren (IDF-Sprecher, 31. Januar 2019).

Vollständiges Dokument im PDF-Format

Quelle: Meir Amit Informationszentrum über Geheimdienste und Terrorismus

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Von am 10/02/2019. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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