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Israelische Nachrichtensprecherin bezeichnete IDF-Soldaten als „Tiere“

Eine bekannte israelische Nachrichtensprecherin sorgt für Kontroversen, nachdem sie am Samstagabend in einer TV-Sendung erklärt hat, dass israelische Soldaten wegen des Militärdienstes in Judäa und Samaria zu „Tieren“ wurden.

„Wir schicken die Kinder zur Armee, in die Territorien und holen Tiere zurück. Das ist das Ergebnis der Besatzung“, sagte Oshrat Kotler, Nachrichtensprecherin von Channel 13.

Oshrat Kotler. Foto: screenshot

Sie äußerte sich am Ende eines Berichts über IDF-Soldaten, die beschuldigt wurden, zwei palästinensische Verdächtige die gefesselt und deren Augen verbunden waren geschlagen zu haben, die unmittelbar nach einem Anschlag im Dezember festgehalten wurden, bei dem zwei Soldaten desselben Bataillons getötet wurden.

Der kommandierende Offizier der fünf Soldaten, die verdächtigt wurden die palästinensischen Gefangenen geschlagen zu haben, wurde am Sonntag angeklagt, das angebliche Verbrechen nicht verhindert zu haben.

Die beiden Palästinenser sollen dem Mörder dabei geholfen haben, den israelischen Behörden zu entgehen. Er wurde später gefangengenommen. Der Angriff fand an der Kreuzung Givat Assaf in Samaria statt.

„Ich dachte, ich hätte nicht richtig gehört, das war eine unangemessene Aussage“, sagte Premierminister Benjamin Netanyahu zu Beginn der Kabinettssitzung am Sonntag und reagierte auf Kotlers Kommentare. „Ich bin stolz auf die Soldaten der IDF und liebe sie. Kotlers Kommentare sollten verurteilt werden.“

Gegen Ende ihres Fernsehprogramms sagte Kotler zu den Zuschauern: „Meine eigenen Kinder und ihre Freunde sind allesamt Kampfsoldaten. Meine Kritik richtete sich nur an Soldaten, die unschuldige Palästinenser verletzt haben.“

Sie fügte hinzu: „Ich bin eigentlich dafür, die Bestrafung der Soldaten auszusetzen, weil wir sie in diese unmögliche Realität geschickt haben.“

In einer gemeinsamen Erklärung sagten die Eltern der angeklagten Soldaten, Kotlers Äußerungen seien „unglücklich und hässlich“ und „haben keinen Platz im israelischen Diskurs, schon gar nicht durch eine Nachrichtensprecherin, die Fakten präsentieren sollte und nicht ihr verzerrtes Weltbild.“

Verteidigungsanwälte für die angeklagten Soldaten sagen, sie hätten psychologische Bewertungen des Zustands ihrer Klienten erhalten, die im Zuge des Terrorangriffs, der das Leben von zwei Mitgliedern ihrer Einheit forderte, unter einer anstrengenden Reihe von Operationen standen.

„Sie wurden aufgefordert, eine unmögliche Aufgabe zu erfüllen: Menschen zu bewachen, die zwei ihrer besten Freunde ermordet hatten“, sagten die Anwälte dem Militärgericht in Jaffa.

In Anbetracht der Sensibilität der Umstände, hat das IDF-Gericht der Strafverfolgung und der Verteidigung empfohlen, in diesem Fall ein Einvernehmen zu erzielen.

Der neue rechte Parteichef Naftali Bennett hat getwittert: „Oshrat, Sie sind verwirrt. IDF-Soldaten geben ihr Leben, damit Sie ruhig schlafen können. Tiere sind die Terroristen, die Kinder in ihren Betten ermorden, einen Teenager der spazieren geht, oder eine ganze Familie, die eine Straße entlangfährt“, sagte Bennett.

„IDF-Soldaten sind unsere Kinder, unsere Stärke. Deshalb fordere ich eine Entschuldigung von Oshrat Kotler, fügte Bennett hinzu.

Von David Jablinowitz,
für Welt Israel Nachrichten

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Von am 17/02/2019. Abgelegt unter Israel. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

Ein Kommentar zu: Israelische Nachrichtensprecherin bezeichnete IDF-Soldaten als „Tiere“

  1. esther scheiner

    17/02/2019 at 17:42

    Ob die Soldaten ihren Dienst in sogenannten Eliteeinheiten machen, oder in Judäa und Samaria, ist völlig gleichgültig. Beide Gruppen dienen dem Staat Israel und seinen Bürgern. Dafür verdienen sie unseren höchsten Respekt.

    Die Reaktion der Soldaten auf den Tod zweier Kameraden ist sicher aus rechtlicher Sicht problematisch, aus menschlicher Sicht aber völlig verständlich.

    Die Nachrichtensprecherin sollte ihren Job objektiv machen. Alles andere ist umprofessionell.

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