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Christenverfolgung in der PA nimmt weiter zu

Die anglikanische Kirche im Dorf Aboud in der Nähe von Ramallah, in der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) wurde am Donnerstag aufgebrochen und wertvolles Eigentum, einschließlich religiöser Artefakte, gestohlen.

Ein Einwohner von Aboud, dessen Namen aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden darf, sagte TPS, dass die Atmosphäre im Dorf aufgeladen sei und dass es offenbar Elemente gäbe, die den Streit zwischen Christen und Muslimen forcieren. Er schätzt, dass dieser Vorfall ein auf Religion basierendes Hassverbrechen ist und fügte hinzu, dass aus der Kirche Schmuck, Computer und andere elektronische Geräte gestohlen wurden.

Dies ist der dritte Vorfall in einem Monat, bei dem Christen, die in der PA leben, als Zielscheibe ausgewählt wurden.

Das St. Charbel-Kloster in Bethlehem, wurde in der vergangenen Woche zum sechsten Mal in den letzten Jahren zerstört. Das Kloster, das Teil der libanesischen maronitischen Kirche ist, wurde wiederholt angegriffen und der Leiter des Klosters, Pater Yacoub Eid, hat die PA gebeten die christlichen heiligen Stätten zu schützen.

Die Angriffe auf Christen in der Palästinensischen Autonomiebehörde haben in letzter Zeit zugenommen und werden von religiösem Hass getrieben.

Letzten Monat wurden christliche Einwohner der Stadt Jifnah in der PA von Fatah-Aktivisten angegriffen und gezwungen, die muslimische Jizyah-Lösegeldsteuer zu zahlen, nachdem sich eine örtliche Frau bei der Polizei über den Sohn eines hochrangigen Fatah-Beamten beschwert hatte.

Der gewaltsame Vorfall, zu dem auch Schüsse gehörten, ereignete sich in einem fast ausschließlich christlichen Gebiet nördlich von Jerusalem und in der Nähe von Ramallah, die de facto Hauptstadt der PA ist.

In einer auf Facebook veröffentlichten Mitteilung, beklagten sich die christlichen Bewohner von Jifnah über den Verlust der Sicherheit und ihres Eigentums, insbesondere nachdem sie gezwungen worden waren, die Jizyah zu bezahlen, wie dies vom Islam gefordert wird.

Die christlichen Bewohner forderten, dass der neu ernannte PA-Premierminister Mohammad Ishtayeh eingreift und für ihre Sicherheit sorgt und das „rassistische und sektiererische“ Verhalten eines „hohen Beamten“ unterbindet.

Ein Mitglied einer der Familien sagte gegenüber TPS, dass die Fatah-Mitglieder ihnen befohlen hätten, die Jizyah zu zahlen, „damit sie den Schutz der PA genießen können“ und dass das Ereignis durch religiösen und sektiererischen Hass verursacht worden sei.

Die Jizyah ist eine jährliche Pro-Kopf-Steuer, die nach dem Koran für nichtmuslimische Personen erhoben wird, die in muslimischen Ländern leben. Die Steuer ist eine Gebühr für den Schutz, den der muslimische Herrscher Nicht-Muslimen gewährt und für die Erlaubnis, in einem muslimischen Staat eine nicht-muslimische Religion mit einer gewissen kommunalen Autonomie auszuüben. Die Steuer golt auch als Beweis für die Unterwerfung der Nicht-Muslime unter den muslimischen Staat und seine Gesetze.

Die Jizyah-Steuer wurde von manchen auch als rituelle Demütigung der Nichtmuslime in einem muslimischen Staat verstanden, weil sie nicht zum Islam konvertiert sind.

Der muslimisch-christliche Rat in Jerusalem hat kürzlich eine Umfrage veröffentlicht, die zeigt, dass die christliche Bevölkerung in der PA nur aus einem Prozent der Gesamtbevölkerung besteht. Zehntausende von Christen haben die PA verlassen, um in andere Teile der Welt zu ziehen, nachdem sie zu Hause religiösen Verfolgungen ausgesetzt waren, darunter die Beschlagnahme von christlichem Land und der Angriff auf junge christliche Frauen.

Aus den Umfragewerten geht hervor, dass die Anzahl der christlichen Gemeinden in der PA heute nur noch 45.000 beträgt, wobei 4.000 in Jerusalem und nur 1.000 Christen in Gaza leben.

Quelle: TPS Agentur

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Von am 20/05/2019. Abgelegt unter Naher-Osten. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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