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Als Adolf Hitler n o c h zahm war und danke und bitte schreiben konnte – Aus seinen privaten Briefen

Die Post, die Adolf Hitler aus der Festungshaft versandte, zeichnete ein Bild, dass er bereits einen Teil von dem realisiert hatte, das er in Landsberg von sich selbst entwarf. So auch ein nachfolgendes Schreiben im Originaltext:

„Adolf Hitler München, 29.6.29
Vaterländischer Schutzbund
Viertel unter dem Wienerwald
Baden bei Wien

Die Bilder von Ihren Propagandafahrten erfreuten mich sehr. Konnte ich mich doch an Hand derselben überzeugen – nachdem ich nicht selbst hinüberkommen kann – dass auch in meiner alten Heimat wirklich aktive Gruppen vorhanden sind.
Erlahmen Sie nicht und arbeiten Sie weiter nach besten Kräften; wenn überall auf unser grosses gemeinsames Ziel durch die Tat hingestrebt wird, bleibt der Erfolg nicht aus!
Heil dem kommenden nationalsozialistischen Gross-Deutschland
Adolf Hitler.“

Und weiter existiert nachfolgendes Schreiben:

„Adolf Hitler München, den 5. Sept. 1932
Braunes Haus
An die
Gemeinde Reisberg
Bezirk Wolfsberg/Kärnten

Für die Ehrung, die Sie mir mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechtes Ihrer Gemeinde erwiesen haben, danke ich Ihnen sehr.
Ich nehme die mir angetragene Ehrenbürgerschaft an.
Mit deutschem Gruss!
Adolf Hitler“

Die Parteigenossen Adolf Hitlers haben ihrem „Führer“, wie er seit dem Sommer des Jahres 1921 bezeichnet wurde, den gescheiterten Putsch vor der Feldherrnhalle nicht nur schon im November 1921 verziehen, sondern ihm auch die Gewissheit gegeben, richtig gehandelt zu haben, unbedingt gebraucht zu werden und nach wie vor allein als „Führer der nationalsozialistischen Bewegung“ infrage zu kommen. Und nach wie vor suchten sie seinen Rat, hörten auf sein Urteil und fügten sich ihm, wo und wann immer er es wünschte. Wie weit dies gelegentlich auch in meist nebensächlichen Dingen ging, zeigt der nachfolgend zitierte Brief:

„Landsberg/L. 20.10.24
Sehr geehrter Herr Richter!
Ihre Anfrage ist leicht zu beantworten. Ich halte es für selbstverständlich, daß bei an sich gleichen Waren und gleichen Preisen, der Deutsche als Käufer das deutsche Fabrikat zu wählen hat. In der Industrie, Technik und Chemie gibt es nun viele Erzeugnisse, die man häufig gezwungen ist aus dem Auslande zu beziehen, da sie ebenso wie gewisse Rohstoffe im eigenen Lande einfach nicht vorhanden sind oder nicht erzeugt werden. Ein Deutscher, der, angenommen einen Gebrauchswagen von 4 bis 5 Personen Fassungsraum nötig hat, ohne aber mehr Geld als 3 bis 4000 Mark anwenden zu können wird sich ohne weiteres einen Fordwagen auch bei nationaler Gesinnung kaufen können, solange es eben nicht ein deutsches Fabrikat in gleicher Preislage und gleichem Werte gibt. Er schadet auch dadurch ja der deutschen Industrie nicht, da er im anderen Falle eben doch einen deutschen Wagen nicht kaufen kann. Endlich aber erhält das Reich gerade von diesem fremden Wagen einen enormen Einfuhrzoll, der auch der Nation zu Gute kommt.
Erst, wenn wir selber über einen solchen Wagen verfügen ist es selbstverständliche Pflicht eines jeden Deutschen, das deutsche Fabrikat zu erwerben.
Mit herzlichem Dank für die Grüsse der Ortsgruppe Gmund, bin ich
Ihr sehr ergebener
Adolf Hitler.“

In seiner Haftzeit in Landsberg, die Hitler ab und an als seine Hochschule auf Staatskosten bezeichnete, entstand neben „Mein Kampf“ auch eine ganze Reihe sorgfältig ausgeführter Tuschskizzen mit architektonischen Motiven. Aus diesen Zeichnungen spricht noch der Hitler der „Vorzeit“, auf den der „Staatsmann“ nur „aufgepfropft“ erscheint. Während er sein Werk „Mein Kampf“ diktierte, „staatsmännisch“ stilisierte Briefe und gestelzte Autogramme schrieb und seinen Anhängern Lehren aller Art zuteil werden ließ, versuchte er der Gegenwart, die ihn überstürzt in Anspruch nahm, zu entfliehen und zur „heilen Vergangenheit“ zurückzukehren, wenn er malte und Bauwerke skizzierte. Die Tatsache, dass er diese Zeichnungen buchstäblich bis zu seinem Tod bei sich hatte und wie Kleinodien aufbewahrte, verriet darüber hinaus, dass er traditionsgebunden rückwärts in die Zukunft ging, auch wenn er in mancher Hinsicht weit vorausplante. Der „Architekt“ Hitler, den seine frühen und späten Baupläne noch im Jahre 1945 intensiv beschäftigten, ließ den von ihm auserwählten Architekten, Albert Speer, relativ freie Hand. Speer erhielt am 25. Juni 1940, drei Tage nach dem Waffenstillstand mit Frankreich, geradezu eine Generalvollmacht, als Architekt zu tun, was immer er für richtig oder gut hielt:

„Adolf Hitler Hauptquartier Berlin, 25. Juni 1940
Berlin muß in kürzester Zeit durch seine bauliche Neugestaltung dem ihm durch die Größe unseres Sieges zukommenden Ausdruck als Hauptstadt eines starken neuen Reiches erhalten. In der Verwirklichung dieser nunmehr wichtigsten Bauaufgabe des Reiches sehe ich den bedeutendsten Beitrag zur endgültigen Sicherstellung unseres Sieges. Ihre Vollendung erwarte ich bis zum Jahre 1950. Das Gleiche gilt auch für die Neugestaltung der Städte München, Linz, Hamburg und die Parteibauten in Nürnberg.
Alle Dienststellen des Reiches, der Länder und der Städte sowie der Partei haben den Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt bei der Durchführung seiner Aufgaben jede Unterstützung zu gewähren.
Adolf Hitler“

Am 7. April 1925, rund drei Monate nach seiner vorzeitigen Entlassung aus der Festungshaftanstalt zu Landsberg am Lech, bat der Österreicher Adolf Hitler den Magistrat der Stadt Linz um die „Entlassung aus der österreichischen Staatsbürgerschaft“. Der Antrag wurde in seinem Sinne entschieden, so dass er von 1925 bis zu seiner Ernennung zum Regierungsrat im Februar 1932 staatenlos war. Nachfolgendes Originalschreiben übersandte Hitler:

„An den Magistrat der Landeshauptstadt Linz an der Donau.
Betreff: Gesuch um Entlassung aus der Österreichischen Staatsbürgerschaft.
Hoher Magistrat! München, den 7. April 1925
Ich bitte um die Entlassung aus der österreichischen Staatsbürgerschaft.
Gründe:
Ich befinde mich seit dem Jahre 1912 in Deutschland, habe nahezu 6 Jahre im deutschen Heere gedient, darunter 4 1/2 Jahre an der Front und beabsichtige nunmehr die deutsche Staatsbürgerschaft zu erwerben. Da ich zurzeit nicht weiss, ob meine österreichische Staatsangehörigkeit nicht ohnehin bereits erloschen ist, ein Betreten des österreichischen Bodens durch eine Verfügung der Bundesregierung jedoch abgelehnt wurde, bitte ich um eine günstige Entscheidung meines Gesuches.
Personalien: Adolf Hitler, geboren am 20. April 1889 zu Braunau am Inn, bisher zuständig nach Linz an der Donau. Meine Dokumente sind seit dem November 1923 nicht mehr auffindbar und vermutlich verloren gegangen.
Hochachtungsvoll
Adolf Hitler“

Natürlich entsprach der österreichische Magistrat – wahrscheinlich mit großer Freude – dem Wunsche Hitlers, der ab dann als staatenloser Mensch in München lebte. Und wie es weitergeht erfährt die Leserschaft der Israel Nachrichten in einer der nächsten Ausgaben.

Von Rolf von Ameln

Rolf v. Ameln ist Buchautor, sowie IN-Korrespondent in Deutschland und Spezialist für Themen der Zeitgeschichte. Er schreibt seit 25 Jahren für die Israel-Nachrichten.

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Von am 21/10/2019. Abgelegt unter Spiegel der Zeit. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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