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Außenpolitische Experten: Ein iranischer Angriff auf Israel nur eine Frage der Zeit

Als die Iraner diese Woche auf die Straße gingen, um dem 40. Jahrestag nach der Übernahme der US-Botschaft im Jahr 1979 zu gedenken, kündigte der Iran neue Verstöße gegen das 2015 unterzeichnete Atomabkommen an. Arbeiten an einem neuen Zentrifugentyp, der 50-mal schneller arbeitet als derzeit im Rahmen des Vertrages zulässig.

Diese Ankündigung kommt, nachdem der Iran Angriffe auf Öltanker und saudische Ölfabriken verübt hat, eine amerikanische Drohne abgeschossen hat und natürlich seine anhaltenden und aggressiven Bemühungen, eine Kriegsmaschine gegen Israel in Syrien und anderswo aufzubauen.

Am Montag kündigte das US-Finanzministerium neue Sanktionen gegen neun iranische Militärkommandeure- und Beamte an. Der US-Präsident Donald Trump zog sich im Mai 2018 aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurück und verhängte erneut harte Sanktionen, um das destabilisierende Verhalten des Regimes im Nahen Osten und auf der ganzen Welt einzudämmen.

Ungeachtet dessen, engagiert sich Teheran weiterhin für Destabilisierungsmaßnahmen und unterstützt Terroranschläge und den Aufbau von Waffen im Nahen Osten nachdrücklich.

Yaakov Amidror, ehemaliger nationaler Sicherheitsberater des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu und derzeit Analyst am Jerusalemer Institut für Strategie und Sicherheit und Mitglied des Jüdischen Instituts für Nationale Sicherheit von Amerika, sagte JNS, dass die Iraner weit weg bleiben wollen aus dem jüdischen Staat, aber zur gleichen Zeit „einen Feuerring“ um ihn herum bauen. Der Iran unterstützt die Hisbollah im Libanon und die Terrororganisation hat schätzungsweise 100.000 Raketen. Der Iran ist auch bemüht, eine unabhängige Kriegsmaschinerie in Syrien zu schaffen, an deren Abbau Israel gearbeitet hat. Laut ausländischen und einigen israelischen Berichten hat Israel bisher 300 Ziele in Syrien getroffen.

Laut Amidror erkannte der Iran, dass Israel in Syrien erfolgreich war und begann, eine Niederlassung seiner unabhängigen Kriegsmaschinerie im Irak zu errichten, wobei er die Tatsache ausnutzte, dass die Iraker nicht die vollständige Kontrolle über einige Teile ihres Landes haben. Der Iran verfolgt damit die Idee, eine militärische Fähigkeit in der Nähe von Israel zu haben, während er selbst auf Distanz bleibt.

„Eine interessante Frage“, sagte Amidror, „wie sollte Israel in einer solchen Situation reagieren?“ Wir wissen, dass der Kopf der Schlange im Iran ist. Wird Israel Ziele in Syrien, im Irak, im Libanon oder im Jemen verfolgen? Oder gehen wir direkt zum Kopf der Schlange?“

Der Iran hat die Fähigkeit, Israel von mehreren Orten aus anzugreifen, einschließlich Libanon und Syrien – und jetzt Irak und möglicherweise Jemen – wie Netanyahu kürzlich erwähnte.

„Das wird kompliziert“

Eytan Gilboa, Professor und Direktor des Zentrums für internationale Kommunikation an der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan und leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am BESA-Zentrum für strategische Studien, erklärte gegenüber JNS, dass sich in letzter Zeit eine Reihe von Elementen geändert haben, die sich auf die Bereitschaft und Entscheidung Israels auswirken.

Zunächst griff der Iran die saudischen Ölfelder an. Zweitens zogen sich die Vereinigten Staaten aus Syrien zurück. Und drittens wurden iranische Provokationen am Persischen Golf, von den USA nicht aggressiv beantwortet.

„Wir sehen auch den Islamischen Dschihad im Gazastreifen auf Befehl des Iran, der versucht, die Situation dort zu sabotieren und zu untergraben“, sagte Eytan Gilboa.

Wie Amidror bemerkte Gilboa, dass Israel versucht habe, den Iran daran zu hindern, eine neue Front in Syrien aufzubauen. „Diese Strategie wurde auf den Irak ausgeweitet.“

Er erläuterte den aktuellen Stand der Dinge aus der Perspektive Israels. Gilboa sagte: „Aus allen möglichen Gründen ist es offensichtlich, dass der Iran Israel nicht direkt von seinem eigenen Territorium aus angreifen würde. Der Iran hat einen Teil der Überraschung verloren, die er Israel hätte zufügen können, wenn er keine Marschflugkörper gegen Saudi-Arabien eingesetzt hätte.“

Israel bereitet angemessene Antworten auf diese Art von Bedrohung vor, da es erwartet, dass der Iran Israel mit präzisionsgelenkten Marschflugkörpern und Drohnen angreift.

Gilboa schlug vor, dass die Bestandteile der israelischen Strategie zunächst darin bestehen müssen, Irans Plan aufzudecken. Dann muss Israel mit direkten und schweren Vergeltungsmaßnahmen drohen. Schließlich muss Israel klarstellen, dass Syrien und der Libanon den Preis zahlen werden, wenn Angriffe auf Israel von ihrem Boden ausgehen.

„Wenn der Iran Nasrallah befiehlt Israel anzugreifen, wird dies kompliziert“, sagte Gilboa. Im Zweiten Libanonkrieg 2006 unterschied Israel zwischen der libanesischen Armee und der Hisbollah. Dies ist nicht mehr der Fall. Wenn Israel angegriffen wird, wird es den Libanon, einschließlich der Hisbollah, angreifen. Gleiches gilt für Syrien. Israel versucht, [den syrischen Präsidenten] Basher Assad und Russland davon zu überzeugen, dass es Assad ist, der den Preis zahlt, wenn Israel von Syrien aus angegriffen wird.“

Darüber hinaus müsse Israel Russland über mögliche israelische Maßnahmen nach einem Angriff des Iran informieren, so Gilboa weiter. „Dieser Schusswechsel zwischen Israel und den iranischen Versuchen, eine Basis in Syrien zu errichten, ist absolut nicht im Interesse Russlands und aus diesem Grund protestiert Russland nicht gegen israelische Militäraktionen in Syrien“, sagte er.

Israel sollte daran arbeiten, eine amerikanische Unterstützungsbekundung einzuholen und sich mit den Vereinigten Staaten abstimmen, um anzukündigen, dass Angriffe auf Israel amerikanische Aktionen auslösen werden.

„Auf den ersten Blick“, sagte Gilboa, „sollten diese Komponenten ein gewisses Maß an Abschreckung schaffen. Israels Hauptstrategie ist es, Abschreckung zu schaffen oder jeden möglichen iranischen Angriff zumindest zu begrenzen.“

Wenn der Iran tatsächlich angreift, muss es massive Vergeltungsmaßnahmen gegen die iranischen Interessen geben.

Laut Gilboa darf nicht erwartet werden, dass sich Europa an der Bekämpfung der hegemonialen Ambitionen des Iran und der Unterstützung des globalen Terrorismus beteiligt. Sie sind „dumm und taub“ und versuchten nur, den Iran zu besänftigen.

Sowohl Amidror als auch Gilboa sind sich einig, dass der Iran sein Fadenkreuz ganz sicher auf Israel ausgerichtet hat.

„Die Konfrontation zwischen dem Iran und Israel ist unvermeidlich“, sagte Gilboa. „Es besteht eine große Wahrscheinlichkeit für iranische Militäraktionen. Darauf bereitet sich Israel vor.“

„Unsere Annahme“, sagte Amidror, „ist keine Frage von ob, aber wann es passiert.“

Von Israel Kasnett (JNS)
Übersetzung: Dr. Dean Grunwald
für Israel Nachrichten Ltd.

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Von am 05/11/2019. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Sie knnen eine Antwort oder einen Trackback zu diesem Eintrag hinterlassen

Ein Kommentar zu: Außenpolitische Experten: Ein iranischer Angriff auf Israel nur eine Frage der Zeit

  1. Axel Arnold Bangert Antworten

    06/11/2019 at 09:43

    Das ist Alles extrem kompliziert und mir selbst fehlen 95% der Detail-Fakten.

    Was ich als strategischer Laie als sehr wichtig erachte, ist die Frage, welche Strategie China im nahen Osten verfolgt, um seine Wirtschaftskorridore nicht nur zu schützen, sondern chinoid bevölkerungspolitisch zu verändern, um so einen assoziierten politischen Einflussraum über seine Wirtschaftskorridore auszubauen.

    Da spielt nicht nur der Iran sicher eine Rolle und wird vermutlich noch eine viel wichtigere Rolle spielen werden.

    Ich sehe das Alles im Rahmen einer chinesischen Weltmacht-Strategie und ich vermute, dass diese Strategie sehr genau ausgearbeitet vorliegt und (KI basiert) weiter verfeinert wird.

    Aber mir fehlen wie bereits oben eingangs erwähnt 95% der Fakten zu solchen Spekulationen.

    Es wäre sehr interessant dazu viel mehr von israelischer Seite zu erfahren.

    Beste Grüße
    Axel Arnold Bangert – Herzogenrath – 06.11.2019

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