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Kommentar: Der Klimawandel ist schlimmer als die Nazis…

…das ist die Kernaussage der Parteijugend „Die Linke“ in Deutschland, „Linksjugend [solid] Landesverband Hamburg, nachdem ein angebliches Parteiausschlussverfahren gegen Tom Radke, zur Ahndung seines Statements anlässlich des Holocaust-Gedenktages und 75. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote-Armee der UdSSR erfolgen sollte. Diese Stellungnahme durch Tom Radke, verschlägt einem die Sprache und macht fassungslos. Wörtlich sagte er:

Tom Radke, DIE LINKE.

„Heute vor 75 Jahren wurde Auschwitz befreit. Der Holocaust war eines der größten Verbrechen im 2. Weltkrieg. Die Nazis gehören auch zu den größten Klimasünder*innen, da ihr Vernichtungskrieg und ihre Panzer riesige Mengen an CO2 produziert haben.“ …Viele Politiker sagen, dass sich das nicht wiederholen darf. Aber was tun sie gegen den Klima-Holocaust, der in diesem Moment Millionen Menschen und Tiere tötet?“ Es gelte, die Klimaerwärmung jetzt zu stoppen, „damit sich ein Holocaust nicht wiederholt“. Auch auf seiner Homepage veröffentlichte er das Statement.[Focus.de 28.01.20]

Alleine die Instrumentalisierung des Holocaust mit 6 Millionen jüdischen Opfern – eine Zahl die jedes Vorstellungsvermögen sprengt, es sei denn man stellt sich vor, dass alle heutigen Einwohner von Berlin, Hamburg und Köln zusammen umgebracht worden wären – für heutige Proteste gegen den Klimawandel durch eine Partei und deren Jugendorganisation in Deutschland im Jahr 2020 und die Duldung, ja sogar ausdrückliche Unterstützung dieser Aussage durch die Parteispitze „Die Linke“ ist ein Skandal erster Güte. Hitler und seine fanatischen Organisatoren des industriellen Massenmordes an Juden aus ganz Europa in nur 4 Jahren, werden jetzt in den Kontext des Klimawandels gestellt um mediale Aufmerksamkeit zu generieren und Wahlen für ein Landesparlament zu gewinnen. Wie tief muss man noch sinken? Wie respektlos geht dieser Möchtegern-Erwachsene und angehende Politiker in Deutschland mit den jüdischen Opfern der Nazidiktatur um?

Aber damit nicht genug: Der Landessprecher*innenrat der linksjugend [’solid] Hamburg hat in einer Presseerklärung folgende beschlossene Erklärung veröffentlicht:

„Tom Radtke wird nicht aus dem Jugendverband ausgeschlossen. Im Gegenteil, wir stehen an der Seite von Fridays for Future, im Kampf gegen die Klimaerwärmung. Wir freuen uns, dass der Landesvorstand unserer Partei DIE LINKE, sich schon letzten Mittwoch auf seiner Sitzung schützend vor unseren Klimaaktivisten gestellt hat und sich gegen ein Parteiausschlussverfahren aussprach. Schade ist, dass einige Personen aus der Parteiführung und dem Pressestab diesen Beschluss ignorierten und in der Presse Unwahrheiten über ein angebliches Parteiausschlussverfahren verbreiteten. Wir hoffen, dass der Landesvorstand dieses anti-emanzipatorische und unsolidarische Verhalten der betreffenden Genoss*innen sanktionieren wird.“

„Die größte Bedrohung unserer Zeit geht nicht von Nazis sondern vom menschengemachten Klimawandel aus. Der Klimawandel bedroht alle Menschen und damit insbesondere auch Jüd*innen. Die IDF wurden im Feld noch nie geschlagen. Doch gegen den Klimawandel sind auch sie machtlos. Den Iran und andere repressive Regime können unsere Atomraketen innerhalb von Minuten vernichten aber die durch den Klimawandel in Bewegung gesetzten Flüchlingswellen bedrohen die Identität Israels als jüdischen Staat dauerhaft. Der Anstieg des Meeresspiegels droht die Küstenlinie Israels völlig zu verändern. Letztlich ist der Klimawandel die einzige Möglichkeit, das zu vollenden, was Hitler und seine Gefolgsleute begannen, auch deswegen sind es vor allem rechte und linke Antisemit*innen, die sich heute in der ersten Reihe der Klimaleugner*innen wiederfinden.“

„Die Linke“ Hamburg distanzierte sich am 28.01.20 zwar halbherzig auf Twitter, aber es gab weder Konsequenzen noch eine annehmbare Entschuldigung, vermutlich weil es für diesen parteipolitischen Skandal auch keine Entschuldigung gegen kann, aber wie sagt der Volksmund: der Fisch stinkt immer zuerst vom Kopf her und die ebenso halbherzigen Dementis von den neben Tom Radtke abgelichteten „Klimaaktivisten“ können auch nicht über deren offenkundige Gesinnung hinwegtäuschen, ganz im Gegenteil. Gretas Klima-politische Unfehlbarkeit wird jetzt dank ihres Managements zu einem Milliarden-schweren Unternehmen umgebaut. Man muss nur an den hehren Klimazielen kratzen und heraus kommt die ganze Wahrheit.

Nimmt man einzelne Passagen dieser Begründung der „Linken“ her, dann hat man erhebliche Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit der Verfasser. Da wird von „eigenen Atomraketen“ (wo auch immer die in Deutschland verortet werden) geschwafelt, die IDF zur Konfliktpartei gegen das Klima in Stellung gebracht und Meinungen die nicht der der Jünger Gretas entsprechen, werden als antisemitisch abqualifiziert. Rabulistik und Polemik statt respektvollem Meinungsaustausch – Nachwuchspolitiker und ihre politische Ziehväter die für sich selbst Achtung reklamieren, anderen aber diese verweigern.

Niemand von diesen Pseudo-Demokraten hat die bisherigen, vielfältigen Leistungen Israels auch nur im Ansatz gewürdigt, etwa die bei der Urbarmachung der Negev-Wüste, der Entwicklung der weltweit besten Bewässerungstechnologie für extreme klimatische Bedingungen, den bahnbrechenden Erfolgen in Forschung, Medizin und Technik, die uneigennützige Hilfe bei großen Natur-Katastrophen oder der stetigen humanitären Hilfe gegenüber den Folgen militärischer Konflikte. Zugleich werden aber sinnentleerte Prognosen über die zukünftigen Küstenlinien Israels abgegeben, ganz so als ob es am Mittelmeer oder dem Roten Meer keine anderen Anrainer gäbe. Der zyklische Klimawandel betrifft eben nur Israel.

Diese Einschätzungen einer politischen Partei, die auch im Deutschen Bundestag vertreten ist unterstreicht deren latenten Antisemitismus und Israel-Hass, dokumentiert in:

„Die neoliberalen Blockparteien haben friedlichen Protest gegen das zionistische
Apartheidsregime kriminalisiert. Selbige Verbrecher haben, mit Lügen begründete, Sanktionen gegen Russland eingeführt.
Jetzt erst recht: Solidarität mit Palästina! Und keine Stimme für diese Parteien. [linksjugend [’solid] Hamburg 21.09.19]

Nicht genug damit, dass posthum die 6 Millionen Opfer des Naziregimes durch Hitler, Himmler, Heydrich, Eichmann, Göring, Goebbels und aller ihrer willfährigen Henker und Helfer ihrer Ehre beraubt werden, jetzt wird zum wiederholten Mal auch noch Israel als „zionistisches Apartheid-Regime“ diskreditiert. Den ehemaligen SPD-Parteichef und Außenminister Gabriel hat diese, von ihm stammende, entwürdigende Aussage nicht besonders geschadet. Er hat zwar seine politischen Ämter abgegeben bzw. verloren, ist dafür aber die Treppe nach oben gefallen und in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank berufen. Wenn man das goldene Adressbuch hat, darf man gerne auch Israel verraten und der Theokratie in Teheran huldigen.

Wie soll politische Glaubwürdigkeit wiederhergestellt oder immer wieder neu generiert werden, wenn sich kein namhafter Politiker der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien zu diesen politischen Totalausfällen an einem so bedeutenden Tag des Gedenkens entschieden äußert? Zu Gedenkveranstaltungen anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz in Israel und auch in Auschwitz selbst klingen die Politiker alle sehr überzeugend, reden von Staatsräson und deutscher Schuld, tolerieren aber nur Stunden später, dass der Begriff Holocaust entleert und damit deren Opfer posthum entehrt werden.

Bundespräsident Steinmeier sagte in seiner Rede am 23.01.2020 in Yad Vashem:
„… Die Flamme von Yad Vashem erlischt nicht. Und unsere deutsche Verantwortung vergeht nicht. Ihr wollen wir gerecht werden. An ihr, liebe Freunde, sollt Ihr uns messen…“ und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am 6.12.2019 in Auschwitz: „Eigentlich müsse man vor Entsetzen verstummen. Doch das Schweigen dürfe nicht die einzige Antwort sein. An die Verbrechen Deutscher zu erinnern, die Täter zu benennen und den Opfern ein würdiges Andenken zu erhalten, „ist nicht veräußerbar“. Dies sei man auch den Opfern schuldig. Die Verantwortung für die damaligen Taten gehörten untrennbar zu Deutschland, sie seien fester Teil der nationalen Identität. Denn: Es gebe zurzeit wieder mehr Angriffe auf die liberale Demokratie, es gebe zunehmenden Rassismus und Hass sowie Antisemitismus. Wir dulden keinen Antisemitismus.“ Auschwitz mahne täglich daran.„

Wenn man beide deutsche Spitzenpolitiker beim Wort nimmt, dann ist deren lautes Schweigen zu den verbalen Entgleisungen aus den Reihen der „Linke“ ebenso wenig zu verstehen, wie die Tatsache, dass die GroKo (Große Koalition unter Kanzlerin Merkel) bisher die Aufforderung des Deutschen Bundestages an die Regierung vom 19.12.19 zum Betätigungsverbot der Hisbollah ignoriert hat. Damit üben sich Innenminister, Kanzleramtsminister (Zuständig für die Koordinierung der Geheimdienste) und Außenminister weiter in Zurückhaltung statt offensiv gegen jede Form und Spielart des Antisemitismus vorzugehen, auch gegen Linke-Politiker mit krudem Geschichtsverständnis. Statt sich schützend vor Israel zu stellen und beispielsweise in der UNO deren inflationäre, im Stakkato gefällten Verurteilungen durch die gewichtige deutsche Gegenstimme aufzuhalten.

In der EU-Bürokratie ist das nicht anders. Nach wie vor werden israelische Exporte in die EU behindert, medial parteiisch berichtet, ganz so als ob Israel der Dauer-Aggressor gegenüber seinen Nachbarn wäre und zugleich regelmäßig große Geldmengen an die PA gesendet, deren Verwendung im Märtyrer-Fond als politisches Perpetuum mobile des Terrorismus gegen Israel stillschweigend geduldet wird statt klar den Verwendungszweck, etwa für Infrastrukturmaßnahmen und Gesundheitswesen zu bestimmen.

Dr. Rafael Korenzecher, Herausgeber der „Jüdischen Rundschau“ in Deutschland schrieb zu den Ursachen dieses Schweigens:

„Nur ein Dreiviertel Jahrhundert nach dem Ende der Hölle von Auschwitz scheint der deutsche Wähler … das Menetekel an der Wand seiner bereits erheblichen Schaden genommenen freiheitlich demokratischen Welt nicht sehen zu wollen und bereitet sich, zutiefst beeindruckt von den ihm durch die „Zeugen Gretas“ und ihre rot-grünen Wasser predigenden und Wein trinkenden, mehr auf uns als auf ihre eigenen Privilegien einschlagenden Flagellanten vorgegauckelten prioritären Anliegen unserer Zeit — wie etwa Diesel und unbarmherzige gesellschaftliche Inquisition gegen Klima-Ketzer – in gläubig-besessener Selbst-Entleibung auf die Wiederwahl der Hauptverantwortlichen an der suizidalen Strukturauflösung unserer Republik vor.“

In besonderer Weise widmet sich Dr. Korenzecher dem Schweigen, gegenüber dem seit 2015 sprunghaft angestiegenem islamistischen Antisemitismus:

“…Jeder Journalist, jeder Politiker, der es wagt die Gefahr des islamistischen Antisemitismus zu benennen, droht von Seiten derjenigen, die der Wahrheit nicht ins Auge sehen möchten, denen das Gedenken an tote Juden ausreicht, eine brutale Ächtung bis hin zur Verbannung aus der Öffentlichkeit, aus den Medien bis hin zum Karriere-Aus….Das gilt für Philipp Amthor und für Friedrich Merz, für Thilo Sarrazin ebenso wie für die Jüdische Rundschau u.a. mehr, die sich nicht zurückhalten die Dinge so wie sie sind beim Namen zu nennen und denen allen deshalb heute und bis zum bitteren selbstverschuldeten Untergang unserer vor nicht allzu langer Zeit noch wundervoll freiheitlichen, säkularen, Religions-toleranten und Religions-getrennten Republik ein rauher Wind seitens der links-durchseelten vermeintlichen Bessermenschen, Islam-Appeaser, unduldsamen Meinungs-Diffamierer, Gleichschaltungs- Blockwarte, Lifestyle-Denunzianten und suizidalen Strukturauflöser unseres freihetlich demokratischen Rechtstaates entgegenweht….“

Wenn man die heutigen, Realitäts-verweigernden Statements der „Linken“-Politiker, ihr Abstimmungsverhalten im Deutschen Bundestag zu diesen Themen und die offene Unterstützung der Terrororganisationen von Hamas (etwa wie zu deren Konferenz in Berlin oder bei der angeblichen Friedensmission per Schiff Richtung Gaza) und Hisbollah hernimmt, der man gar Regierungsfähigkeit unterstellt und sie als notwendigen Verhandlungspartner sieht, kann man zu dem Schluss kommen, dass es eine inhaltlich-propagandistische Annäherung der Partei „Die Linke“ zu allen Schattierungen am äußersten rechten Rand gibt. Nationalisten mit Sozialismus-Anspruch hatte Deutschland schon einmal, Sozialisten heute die Nazis klein reden, ist aber neu. Wer eine Neuauflage der Mariage von Links und Rechtsaußen nicht will, der muss sich heute äußern.

Den hohen politischen und moralischen Anspruch in diesem Sinne hat Präsident Reuven Rivlin am 29.01.2020 im Deutschen Bundestag formuliert:

„… Die Verantwortung, die Deutschland trägt, ist schwer. Sie ist besonders schwer, weil Europa, wie auch andere Teile der Welt, sich heutzutage ändert. Europa wird heute wieder vom Geist der Vergangenheit verfolgt. Konzepte von Überlegenheit, nationaler Reinheit, Xenophobie, hässlicher und offener Antisemitismus treiben über ganz Europa. Von rechts bis links, Antisemitismus durchdringt das Herz Europas.

Lassen Sie mich das klarstellen: wir befinden uns nicht in den 30ern. Wir befinden uns nicht am Rande einer zweiten Shoah. Aber wir können den alten-neuen Antisemitismus, den Rassismus und die Xenophobie, die sich wieder einmal gegen Juden, Moslems und Ausländer richten, auch nicht ignorieren.“

Das ist mehr als ein mahnender Eintrag ins Stammbuch deutscher Spitzenpolitiker, es ist eine alltägliche neue Aufgabe aller Demokraten.

Kommentar:

Von Gerhard Werner Schlicke

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Von am 06/02/2020. Abgelegt unter Europa. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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