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RIAS-Bericht: Nach dem Angriff auf die Synagoge in Halle vermehrte antisemitische Vorfälle

Ein neuer Bericht des Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e.V. (Bundesverband RIAS) in Deutschland ergab, dass die gemeldeten antisemitischen Vorfälle nach dem Angriff auf eine Synagoge in Halle im letzten Jom Kippur zugenommen haben.

„Die öffentliche Wahrnehmung des Themas Antisemitismus war stark von dem rechtsextremen Terroranschlag auf eine Synagoge in Halle an Jom Kippur geprägt“, schrieb der Bundesverband der Abteilungen für Forschung und Information über Antisemitismus (RIAS) in der Veröffentlichung des Berichts.

In dem Bericht werden 1.253 registrierte antisemitische Vorfälle im Jahr 2019 in vier Bundesländern, darunter Berlin, hervorgehoben. Berichte aus Brandenburg, Schleswig-Holstein und Bayern wurden in diesem Jahr in die Studie aufgenommen. Bei dem Angriff in Halle wurden zwei Menschen in der Nähe der Synagoge getötet, als der mutmaßliche Schütze das Gebäude nicht betreten konnte.

Ein politischer Hintergrund in rechtsextremen Kreisen war in der Regel ein Thema derjenigen, die antisemitische Angriffe verübten, insbesondere im nördlichen Bundesstaat Schleswig-Holstein, wo die rechtsextreme antisemitische Ideologie offen zum Ausdruck gebracht wird. Der Bericht behauptet aber auch zu zeigen, dass Antisemitismus über den politischen Hintergrund hinausgeht.

RIAS untersuchte in seiner Berichterstattung eine Reihe sich überschneidender antisemitischer Motive, darunter antisemitisches Anderssein, Antijudaismus, moderner Antisemitismus, israelorientierter Antisemitismus und Post-Shoah-Antisemitismus.

Die größte Motivation, der Post-Shoah-Antisemitismus, machte 46% der Vorfälle aus und bezieht sich typischerweise auf den Holocaust und verschiedene Leugnungen der Verbrechen von Nazi-Deutschland.

Die Studie berücksichtigt auch Antisemitismus in städtischen und ländlichen Umgebungen.

„In ländlichen Gebieten spielt beispielsweise der mit Israel verbundene Antisemitismus eine geringere Rolle“, sagte Alexander Rasumny von RIAS in einem Interview mit der Deutschen Welle. „Es ist ein Phänomen, das sich eher in städtischen Gebieten manifestiert.“

Am 7. Mai, einen Tag vor dem Jahrestag der Kapitulation Deutschlands vor den Alliierten Streitkräften, warnte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, der EJC-Mitgliedsorganisation des Landes, vor allem vor dem Verschwinden der Erinnerung an den Holocaust unter jungen Deutschen.

„In ihren Augen ist der Zweite Weltkrieg so weit entfernt wie das Imperium, es gibt keinen Bezugspunkt mehr“, sagte Josef Schuster. „Wenn etwa die Hälfte der jungen Menschen den Begriff Auschwitz nicht kennt, stimmt etwas nicht.“

Den RIAS-Bericht können Sie hier lesen…>

IN-Redaktion

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Von am 13/05/2020. Abgelegt unter Europa. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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