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Die erste Hitzewelle lähmt ganz Israel

Seit Mitte Februar hatten uns die Auswirkungen der Corona Krise fest im Griff. Sie zwang die meisten Israelis, in den Häusern zu bleiben. Jeder, der vom Ausland heimkam, musste sich in Selbstquarantäne begeben. Ohne jede Ausgangsmöglichkeit.

Dann wurden die Bestimmungen langsam gelockert. Zunächst auf einen 100m, dann auf einen 500m Radius.

Die von uns so heissgeliebten Parks wurden wieder eröffnet. Allerdings musste man sich, und das ist immer noch so, einen Tag vor dem Besuch anmelden und einen Eintrittszeitpunkt festlegen.

Für Strandbesuche galt eine höchst seltsame Regelung. Nachdem das Schwimmverbot aufgehoben worden war, war es immer noch verboten, den Strand zu betreten. Mittlerweile wurde diese sinnlose Einschränkung dahingehend gelockert, dass man zwar am Strand spazieren gehen, aber kein Sonnenbad nehmen darf.

Aber natürlich gibt es auch Parks, zu denen es keinen speziell geregelten Zugang gibt. Vor allem bei den Jordanzuflüssen im Norden, aber auch in der Negev Wüste.

Die Lockerungen traten pünktlich zu Beginn der ersten Hitzewelle dieses Sommers ein.

Die Strände entlang des Mittelmeeres von Ashdod bis Nahariya waren überlaufen. Nach einem langen, nassen Winter mit aussergewöhnlich viel Regen, der nahtlos in die Corona -Isolation übergegangen war, sehnten sich die Menschen nach frischer Luft, Sonne und einem Bad im mit Wassertemperaturen um die 24° ein erfrischenden Mittelmeer. Dass die Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden konnten bei dem Andrang war klar. Ob die Polizei und die Mitarbeiter der Stadt keine Strafen einhoben, weil sie ein Einsehen hatten, oder ob sie schlicht nicht wussten, wo sie damit anfangen sollten, bleibt ihr Geheimnis.

Nicht soviel Glück hatten die ganz Abenteuerlustigen, die Abkühlung in den natürlichen Kaltbecken in den Wüsten im Süden des Landes suchten. Sie wurden freundlich, aber bestimmt aufgefordert, den Ort zu verlassen.

Vor den sehr erfrischenden Touren durch die eiskalten Quellwasser der Jordanzuflüsse wurde gewarnt. Die Gefahr von ernsthaften Kreislaufproblemen war einfach zu gross.

Nach dem ersten Wochenende, das man als typisch für den israelischen Sommer bezeichnen konnte, sollte am Sonntag der Alltag auch wieder für all jene Schüler beginnen, die bisher noch nicht wieder in den regulären Unterricht zurückgekehrt waren. Für die Eltern, die somit der Verpflichtung enthoben waren, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten oder zumindest zu betreuen, sollte auch das quasi normale Berufsleben wieder beginnen.

Am Sonntag nahmen die Schulen den Unterricht auf, um ihn vielerorts gleich wieder zu beenden. In Räumen, die teilweise nicht über eine Klimaanlage verfügen ist es für alle Beteiligten unmöglich, sich zu konzentrieren. Auch erwiesen sich die vorgeschriebenen Gesichtsmasken jetzt eher als gesundheitsschädlich. Es kam bei Lehrern und Schülern zu Problemen mit der Atmung. Das Ergebnis: In einigen Gemeinden wurde der Unterricht bis zum kommenden Sonntag wieder eingestellt.

Die Hitzewelle soll noch bis zum Ende der Woche andauern, Tel Aviv und Eilat erreichten als Höchsttemperatur 40.3°, die Orte am Toten Meer erreichten ein Maximum von 43°, Jerusalem meldete 36°. Die Mittelmeerstädte Ashdod und Ahkelon verzeichneten «nur» 26° und waren damit die «Kältepole» des Landes.

Von Esther Scheiner

Esther Scheiner ist Journalistin und Redakteurin der Israel Nachrichten. Sie lebt und arbeitet in Israel und der Schweiz.

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Von am 20/05/2020. Abgelegt unter „Während Israel nicht nur vom BDS boykottiert wird…“. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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