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Palästinensische Arbeiter unterstützen Scarlett Johanssons Position im Boykott von Soda Stream

Der Boykott gegen das in der Nähe von Ma’ale Adumin produzierende Herstellerwerk von Soda Stream hat unerwartete Unterstützer auf den Plan gerufen: die palästinensischen Angestellten des Unternehmens.

Die US amerikanische Schauspielerin Scarlett Johannson hat sich mit ihrer Positionierung gegen den Boykott des israelischen Sodasprudlers in einigen Kreisen in Amerika nicht beliebt gemacht. Sie sei, so wird ihr vorgeworfen, naiv und mit verantwortlich an der Unterdrückung der Palästinenser. Als unmittelbare Folge trat sie sogar als Botschafterin von OXFAM zurück, die für sich reklamieren, die Menschenrechte zu unterstütze.

Unterstützung bekam sie jetzt von denen, die sich im wohl am besten mit der Situation vor Ort auskennen, den palästinensischen Arbeitern.

Ein junger Arbeiter, der in seinem letzten Job Hühner rupfte und ausnahm, erhielt dafür NIS 20 pro Tag, heute bei Soda Stream, erhält er fast das Zehnfache. Zusätzlich wird er mit dem Bus zur Arbeit und wieder heimgebracht und erhält Frühstück und Mittagessen. „Wenn Soda Stream dicht macht, sitzen wir ohne irgendwas auf der Straße!“

Ihre Angst ist berechtigt, es gibt keine alternativen Arbeitsmöglichkeiten in der Nähe. Diese Situation bestätigt israelische Position, die festhält, dass jeder Boykott kontraproduktiv ist. Er verhindert ein positive Zusammenarbeit und einen gewissen Wohlstand, die dem Friedensprozess sehr dienlich wären.

Die Palästinenser erhalten für ihre Arbeit bei den Israelis fast das Doppelte gegenüber dem, was sie bei ihren Landsleuten erhalten würden, haben aber, das muss festgehalten werden, nicht die gleichen arbeitsrechtlichen Bestimmungen, wie ihre jüdischen Kollegen.

Die Schuld an der wirtschaftlich bedenklichen Lage ist bei den Behörden und Amtsinhabern zu suchen. Statt Spenden und Unterstützungsgelder in Arbeitsbeschaffungsprojekte zu stecken, versorgen sie sich liebe selber mit dicken Finanzpolstern.

Die Arbeitslosigkeit unter den arabischen Palästinensern ist hoch, sie liegt derzeit bei 23%, gegenüber eine Quote von 7% in Israel.

Insgesamt arbeiten 69.000 arabische Palästinenser, 10% der arbeitsfähigen Bevölkerung bei israelischen Unternehmen. Ihr Durchschnittseinkommen dort liegt bei NIS 164 pro Tag, wohingegen palästinensische Unternehmen nur NIS 84 pro Tag zahlen.

Bei Soda Stream arbeiten 900 arabische Palästinenser. Würde Soda Stream seine Produktion verlegen, womöglich sogar außerhalb Israels würden nicht nur 900 Arbeiter ihren Job verlieren, sondern auch einige Familien ihr gesamten Einkommen.

Von Esther Scheiner

Redaktion Israel-Nachrichten.org

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Von am 31/01/2014. Abgelegt unter „Während Israel nicht nur vom BDS boykottiert wird…“. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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