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Ich war in Israel und wurde nicht erschossen! Ein Reisebericht

Dies sind die Eindrückeeiner Israelreise, die Ursula Kosiar aus Hamburg mir übermittelte. Sie hat mir gestattet, sie zu veröffentlichen.

Alle, die vor meiner Reise mit mir sprachen, waren erstaunt oder gar entsetzt über dieses Reiseziel: Sie meinten es gut mit mir, sie wollten mich wiedersehen und rieten mir daher dringend von dieser Reise ab. Es gibt ja soooviele andere schöne Reiseziele, nicht wahr, Thailand oder Srilanka oder schlicht und ergreifend – New-York?

Mich haben diese Widersprüche in meiner Absicht lediglich bestärkt. Mein geliebter Freund, den ich auf dieser Reise begleitete, kannte einige ältere Damen, die ihr ganzes, ziemlich langes Leben dort verbrachten und die absolut nichts Heroisches an sich haben. Sie haben aber eine Vorliebe für Marzipan trotzdem sie ziemlich rundlich sind. Das klingt überhaupt nicht gefährlich, ausser für die Figur besagter Damen.

Die Untersuchungen am Flughafen in Hamburg und dann die in Lod waren zeitraubend und ziemlich lästig. Man hat uns ein paar ganz blöde Fragen getellt – ob wir unser Gepäck selbst gepackt hätten – bitte, wer hätte das für uns tun sollen? Ob uns jemand ein Päckchen mitgegeben hätte? Wir sind doch nicht die Post, wo man Päckchen aufgibt! Und noch anderes solches Zeug. Am Ende haben sie uns Zettelchen auf die Koffer geklebt und wir konnten abdüsen.

Was kann man über einen Flug sagen? Man sitzt unbequem, kriegt einen Film vom letzten Jahrhundert zu sehen, das Essen ist unterdurchschnittlich und irgendwo quängelt ein Baby. Ich höre, dass Fliegen einmal Spaß gemacht hat. Das ist aber schon lange her.

Tel Aviv Skyline und Strand.

Tel Aviv Skyline und Strand.

Sowohl Tel-Aviv als auch meine neuen Bekannten dort haben mich total überrascht. In Tel-aviv kann man herumlaufen wie man will, keiner dreht sich um. Es ist eine quirlige Stadt, auch nachts. Die besagten älteren Damen haben eine durchaus positive Einstellung zu Touristen aus Deutschland, obwohl sie Verfolgte des Natioalsozialismus waren. Sie gehen samt und sonders davon aus, dass, wer aus Deutschland nach Israel kommt, zumindest neugierig ist, wie es den damaligen Auswanderern ergangen ist.

Die meisten davon haben sich nach schwierigen Anfangszeiten hochgearbeitet. Wenn man auf die Überfälle durch Terroristen zu sprechen kommt, reden sie sachlich aber nicht ängstlich von ziemlich brenzlichen Situationen. Es sieht so aus, als hätte die Absicht, Terror zu verbreiten, in Tel-Aviv wenig Erfolg. Am Strand von Tel-aviv wird musiziert, getanzt, gegessen, getrunken, weit draussen, beinahe ausser Sicht, patrouillieren Kanonenboote, gelegentlich fliegt ein Militärfugzeug oder ein Helicopter vorbei. Das stört keinen. Man bemerkt es kaum.

Unter den Bekannten ist eine ganz besonders gute Köchin, die uns einlud und mit den allerbesten Gerichten vollstopfte. Das ist nicht wörtich zu verstehen: Wir essen natürlich selbst, aber sie serviert so unwiderstehliche Sachen, dass keiner nein sagen kann: Mit Pilzen gefüllte Artischoken, verschiedene Auberginensalate, rumänische Tschorba mit Fleischbällchen, Marillenknödel, Mokkacremekuchen…. das sind nur Beispiele…. schon wenn man daran denkt, nimmt man ein Kilo zu.

In Tel-Aviv haben sogar streunende Katzen ein gutes Leben. Man dulded sie, weil sie die Ratten fernhalten. Die Katzen fressen Ratten wahrscheinlich nur sehr selten, wenn es garnicht anders geht. Da sie aber alles Essbare aus den nur wenigen offenen Abfalleimern fressen, lassen sie den Ratten nichts übrig. Vor diesen Katzen haben fast alle Hunde Respekt und gehen ihnen aus dem Weg. Unter den Hausfrauen gibt es einige gute Seelen, die Katzen füttern. Wie ich hörte, lässt die Stadtverwaltung von Zeit zu Zeit alle auffindbaren weiblichen Katzen sterilisieren, es bleiben aber immer noch genug übrig, die für Nachwuchs sorgen.

Der Hafen von Jaffo. Foto: Neta Gafni

Der Hafen von Jaffo. Foto: Neta Gafni

Tel-Aviv ist bekanntlich der Schwanz, der mit dem Hund wedelt: Sie ist nämlich die Vorstadt von Jaffa. Jaffa ist eine uralte Hafenstadt, mitten drin hat man die Überreste einer Stadt von vor ein paar tausend Jahren gefunden, den Fund sauber umzäunt. Man kann ihn besichtigen. Aber ohne Ausgrabung sind in Jaffa noch Überreste einer alten Stadt zu sehen, aus der Türkenzeit – die Türken herrschten hier vom 13. Jhrundert bis 1917.

In dieser Zeit hat sich das Land überhaupt nicht entwickelt, das wollten sie auch nicht, aber in Jaffa haben immer Menschen gewohnt, kamen immer Schiffe an – heute lohnt das nicht mehr, der Hafen ist für moderne Schiffe zu klein, zudem gibt s keinen Platz zum Entladen von Containern. Der Hafen dient in erster Linie den Fischern. Manchmal legen Yachten dort an. Aber immer gibt es gute Restaurants dort, in erster Linie natürlich Fischrestaurants.

Im Übrigen ist die Altstadt von Jaffa eine Touristenattraktion, die Häuser sind restauriert und innen modernisiert, es gibt Galerien und andere Geschäfte, man kann dort eine Menge Geld los werden, aber man muss nicht.

Über weitere Fahrten und Abenteuer im Heilig-Unheiligen Land, insesondere im Hohen Norden, werden wir vielleicht späterberichten.

Noch eins – Keiner hat mich auf meiner Reise auch nur bedroht.

Man kommt heil am Körper aus Israel zurück, aber man muss Ideen revidieren. Ich werde wiederkommen.

Und Sie können ruhig ebenfalls fahren.

Von Lisbeth Rosenthal

Redaktion Israel-Nachrichten.org

 

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Von am 17/03/2014. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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