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Paris am Fusse von Massada

Dieses Jahr hat sich die Wüste am Fusse des berühmten Massada-Felsens in ein Quartier von Paris verwandelt.

Mit viel Aufwand wurde eine 15’000 m2 grosse Zuschauer-Flaniermeile als Pariser Strasse gestaltet, wo weder einige „Arcs de Triomphe“ fehlen, noch „Brasseries“, „Bistros“, „Restaurants“, sowie „Chaiselongs“ fast im Stil von Louis XIV für etwa 3’500 Besucher, und vieles mehr. Dies als „Entrée“ für die Vorstellung von Verdi’s bekannter Oper „La Traviata“, die ja zum Teil in Paris spielt.

Auch beim Bühnenbild – vom Schweizer Luigi Scoglio gebaut – wurde keine Mühe gescheut und vom „Moulin Rouge“ bis zu den „Folies Bergères“ alles geboten, was das Pariser Herz begehrt. Die imposante, ca. 60 m breite und 66 m hohe, insgesamt etwa 3000 m2 messende Bühne ist von praktisch jedem der fast 8’000 Zuschauerplätze aus bestens zu sehen, und Detail-Ausschnitte der Aufführung werden noch auf Riesenleinwände life übertragen.

La Traviata. Foto: Yossi Zwecker

La Traviata in Mesada. Foto: Yossi Zwecker

Die Inszenierung um das Schicksal der Kurtisane Violetta Valery kommt charmant und flüssig daher, mit viel Schmiss und Schwung in den herrlichen Ball- und Tanz-Szenen. Aber auch bei den „leisen Tönen“ vermag die Inszenierung des Polen Michal Znaniecki echt zu packen. Dies ist nicht nur dem Israelischen Sinfonie-Orchester Rishon-Lezion unter der hervorragenden Stabführung des Outdoor-Spezialisten Daniel Oren zu verdanken, sondern vor allem auch einer Reihe von erstklassigen Solisten, allen voran der in Zürich wohnhaften Sopranistin Elena Mosuc, die in der Titelrolle der „Traviata“ die gebannten Zuhörer zutiefst zu berühren vermag.

Dies, obwohl es einer besonderen Anstrengung bedarf, nicht nur unter freiem Himmel, sondern auch unter dem Meeresspiegel zu singen. Ein Lob gebührt auch dem Chor der Israelischen Oper, der seine grosse Aufgabe brillliant meisterte.

Ein anderer – der Gary Bertini – Chor, gastierte im zweiten Programm in Massada: Beethoven’s 1. und 9. Sinfonie mit dem bekannten DirigentenKent Nagano, der noch weitere Konzerte des Israel Philharmonic Orchestras in den nächsten zwei Wochen dirigiert. Auch dieses Werk war am speziellen Ort bei Massada, dem das Symbol der Freiheit innewohnt, sicher ein wunderschönes Erlebnis. Schade nur, dass es für dieses Konzert keine Pressekarten gab und somit nicht darüber berichtet werden kann. Denn wenn es hier auch Karten für „nur“ etwa 70 Euro gab, während die „Traviata“ mindestens 110 Euro kostete, – dazu kommen die Reisespesen von ca. 30 Euro – so bleiben solche Anlässe einer bestimmten Schicht von Leuten vorbehalten. Trotzdem rechneten die Veranstalter mit etwa 50’000 Besuchern dieses Jahr, darunter 2-3000 Touristen, die extra dafür nach Israel kommen. Nicht zuletzt ist das Festival auch ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor gerade in der Gegend des Toten Meeres und beschäftigt – neben rund 700 Mitwirkenden – etwa 2500 Leute.

Vielleicht auch darum hat das „Israel Opera Festival“ dieses Jahr expandiert und am nachfolgenden Wochenende ein eigenes Programm in Akko angeboten, ein Mozart-Fest mit einer halbszenischen Aufführung der Oper „Don Giovanni“, unter den Bögen des Kreuzritter-Hofes in der Altstadt, dem Requiem und der „Zauberflöte“ in einer einstündigen Version für die ganze Familie. Man darf gespannt sein, wie das Echo auf diese Erweiterung des Festivals auf zwei welthistorisch bedeutungsvolle Stätten ausfällt.

Von Ruth Bloch

Redaktion Israel-Nachrichten.org

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Von am 20/06/2014. Abgelegt unter Israel. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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