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Konzert-Highlights mit dem Israel Philharmonic Orchestra Teil 2

Sternstunden
Eigentlich ist ja praktisch jedes Konzert des IPO etwas, das die Zuhörer zu erheben vermag. Aber es gibt halt trotzdem besondere „Sternstunden“, die noch ausser-gewöhnlichere Erlebnisse sind als „üblich“. Dazu gehören sicher die zwei letzten Konzerte der jetzt zu Ende gegangenen Saison.

Da war zuerst die energiegeladene Pianistin Khatia Buniatishvili, die das 2. Klavierkonzert von Franz Liszt wirklich „zum Besten gab“, ein ausdrucks-starkes Stück in einer fulminanten, brillianten Interpretation durch die heute international bekannte Georgierin, die schon mit 6 Jahren ihr erstes Konzert in Tbilissi gab. Dem schloss sich nach einer Pause die 9. Sinfonie von Gustav Mahler an, unter der Stabführung von Maestro Zubin Mehta, dem Ehren-Dirigenten auf Lebenszeit. Das war – während gut 90 Minuten – eine so kraft-volle und gleichzeitig innige Darbietung des IPO, dass sie die Zuhörer wahrlich in höhere Sphären zu versetzen vermochte. Mahler’s 9. Sinfonie ist ja – wie bei Beethoven – sein letztes vollendetes Werk und entstand, als er bereits mit kaum 50 Jahren wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hatte. So münden die Anfangs-Sätze, die zum Teil überwältigenden Lebens-Willen und –Lust ausdrücken, aber auch Ironie und Verzweiflung, in einen Schluss, aus dem ein„Lebewohl“ klingt, ein versöhnlicher, tiefer Frieden, der die Dimensionen der Erde scheinbar verlässt. Es war sehr berührend und traumhaft, wie von einem anderen Stern.

Verdi’s Oper „Un Ballo in Maschera“
Gleich drei herrlich lange Stern-Stunden bot die konzertante Aufführung von „Der Maskenball“ von Giuseppe Verdi, ein Schluss- und Höhepunkt, wie er glorreicher nicht hätte sein können. Maestro Zubin Mehta holte dazu die besten Stimmen, international bekannte, stimm-gewaltige Solisten, begleitet wiederum vom Gary Bertini Chor, dem man die Freude am Mitwirken bei den vielen grossartigen Chor-Szenen anmerkte. Die fabelhafte Oper hat viele bekannte Arien und wunderbare Duette und Terzette, für deren Darbietung sich das begeisterte Publikum mit viel Zwischen-Applaus bedankte. Aber vor allem staunte man, wie es dem Dirigenten, der nächstes Jahr seinen 80. Geburtstag feiern kann, gelang, die vielen Mitwirkenden zu einem homogenen Ensemble zu formen, vor allem die Protagonisten der einen Besetzung, Riccardo (Saimir Pirgu aus Albanien), Amalia (Julianna Di Giacomo aus den USA), Renato (Massimo Cavalletti aus Italien), Oscar (Ekaterina Sadovnikova aus Russland) und Ulrica (Maria Jos­­é Montiel aus Spanien), die zu einer stimmlich und spielerisch wunderbaren Einheit zusammenfanden, und durchwegs tief beeindruckten.

Gerade für einen Opern-Fan wie mich, die jedes Jahr mehrere gespielte Inszenierungen sieht, ist es faszinierend, einer konzertanten Aufführung beizuwohnen. Maestro Mehta hat mich nach der Vorstellung gefragt, wie oft ich die Oper schon gehört habe. Sicher Dutzende Male, und gesehen an vielen berühmten Orten, in Verona, Bregenz, Zürich, u.a. Aber, wenn man nicht abgelenkt ist durch die bildliche Darstellung, gewinnen die musikalischen Eindrücke an Tiefe. Jedenfalls: so intensiv erlebt habe ich diese Oper noch selten!

Nächstes Jahr feiert das IPO sein 80jähriges Jubiläum.
Zum Jubilieren gab es eindeutig schon Grund genug in dieser Saison!

Ende des 2. Teils dieses zweiteiligen Berichts

von Ruth Bloch

Redaktion Israel-Nachrichten.org

 

Von am 31/07/2015. Abgelegt unter Israel. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

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