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Nachrichten zum Terror und zum israelisch-palästinensischen Konflikt (23.-29. November 2016)

Der Volksterror dauert an und machte in der vergangenen Woche vor allem durch zwei Attentate auf sich aufmerksam: durch den Beschuss eines israelischen Armeepostens aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug heraus bei Ofrah und durch einen vesuchten Messerangriff auf einen israelischen Sicherheitsbeamten beim Shuafat-Checkpoint.

Sechs Tage lang wüteten vielerorts in Israel und in Judäa und Samaria Brände, die großen Sachschaden verursachten und größere Flächen Buschland vernichteten. Die Palästinensische Autonomiebehörde entsandte acht Löschfahrzeuge und 41 Feuerwehrmänner zur Unterstützung der Löschanstrengungen. Der israelische Premierminister dankte Mahmoud Abbas für die Unterstützung, während in den palästinensischen sozialen Medien mehrheitlich Schadenfreude bekundet und scharfe Kritik an der Hilfe geäußert wurde, die die Palästinensische Autonomiebehörde und arabische Staaten Israel zukommen ließen.

Erste unvollständige Informationen, die uns erreichten, lassen darauf schließen, dass einige Brände teilweise auf Brandstiftung zurückzuführen waren, zumeist jedoch Fahrlässigkeit die Ursache war. Trotz der zum Ausdruck gebrachten Schadenfreude und der aufgebauschten Berichte der Hamas und in den sozialen Medien („Das zionistische Gebilde verbrennt“), gibt es bislang keine Hinweise auf eine Medienkampagne, in deren Rahmen die Palästinenser direkt und ausdrücklich zur Brandstiftung aufgerufen wurden.

Palästinensische Reaktionen auf die Großbrände in Israel

Sechs Tage lang, vom 22. bis zum 27. November 2016, wüteten vielerorts in Israel Brände. Nach Polizeiberichten brachen in jenen Tagen über neunzig Brände aus. Besonders auffällig waren die Brände auf den Carmel-Anhöhen (Zihron Yaakov und Haifa) sowie in Siedlungen und im freien Gelände in den judäischen Bergen. Die Brände forderten keine Menschenopfer, doch der angerichtete Sachschaden ist erheblich. Zudem verbrannten etwa 4,000 Hektar Naturland, überwiegend Buschland und Wälder. Die extreme Trockenheit und die starken Winde, die in Israel wehten, fachten die Brände an und trugen zu ihrer Ausbreitung bei.

Im Verlaufe der Ereignisse erreichte Israel internationale Hilfe, einschließlich Löschflugzeuge, Löschfahrzeuge und Feuerwehrmannschaften. Unter den Helfenden stach die Palästinensische Autonomiebehörde besonders hervor. Sie schickte acht Löschfahrzeuge und 41 Feuerwehrmänner, die im Raum Haifa und in den judäischen Bergen Seite an Seite mit israelischen Löschkräften gegen die Flammen kämpften. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu sprach mit Mahmoud Abbas am Telefon und dankte ihm für die palästinensische Hilfe. In den palästinensischen Medien wurde die Hilfeleistung als „humanitäre Hilfe“ dargestellt. Das Außenamt der Palästinensischen Autonomiebehörde veröffentlichte eine Erklärung, wonach die geleistete Hilfe auf den „Grundsätzen der Autonomiebehörde“ gründete und man Israel trotz des „historischen Unrechts“, das Israel dem palästinensischen Volk zugefügt habe, helfen wollte.

Nachfolgend einige charakteristische Reaktionen von palästinensischer Seite auf die Großbrände in Israel:

Die Medien der Hamas bauschten den Schaden, den die Brände in Israel anrichteten, auf, bezeichneten sie als „Feuer-Intifada‘“ (später auch als „Al-Quds-Intifada“) und stilisierten die Brandstiftung als Waffe der Palästinenser hoch.

In den palästinensischen sozialen Medien kam mehrheitlichFreude über den Schaden zum Ausdruck, den Israel durch die Brände erlitt, und vereinzelt wurde (unter Berufung auf eine passende Stelle im Koran) auch behauptet,das Feuer seidie Strafe für das israelische „Muezzin-Gesetz“. Die Bedeutung der Feuersbrunst wurde zudem völlig überhöht („Israel verbrennt“, „das zionístische Gebilde verbrennt“).
Zahlreiche Posts übten scharfe Kritik an der Hilfe, die die Palästinensische Autonomiebehörde und arabische Staaten Israel zukommen ließen und bezeichneten sie als „Verrat am palästinensischen Volk“. Andererseits gab es auch Stimmen, die die Hilfe mit verschiedenen Argumenten unterstützten (die Brände würden die Einwohner der arabischen Dörfer in Israel gefährden und beschädigten die „palästinensische Erde“).

Die salafistischen Dschihadisten im Gazastreifen stellten die Brände als „Strafe Gottes“ dar, verurteilten die Palästinensische Autonomiebehörde und die Türkei für die Hilfe, die sie Israel zukommen ließen und riefen Gott an, er möge all jene verbrennen, die den Juden zu Hilfe geeilt seien.

Ersten Informationen zufolge, die uns bisher erreicht haben, lassen darauf schließen, dass die Brände mehrheitlich durch Fahrlässigkeit verursacht wurden und nur vereinzelt auf Brandstiftung zurückgeführt werden können. Polizeiquellen berichteten von der Verhaftung vondreißig Personen, die der Brandstiftung verdächtigt werden. Sieben von ihnen seien inzwischen wieder freigelassen worden undin 23 Fällen sei die Untersuchungshaft verlängert worden. Bei diesen Verdächtigten, überwiegend israelische Araber und einige Palästinenser aus Judäa und Samaria, könne eine Beteiligung an 15 Bränden nachgewiesen werden (Informationsstand: 28. November 2016). Bei den Brandstiftern scheint es sich um Einzeltäter zu handeln, die von den Berichten über die Brandschäden und das feuerbegünstigende Wetter beeinflusst waren („Nachahmerphänomen“).Bislang gibt es jedenfalls keine Anzeichen einer Medienkampagne, in deren Rahmen die Palästinenser direkt und ausdrücklich zu Brandstiftung aufgerufen wurden, etwa vergleichbar mit der Hetzkampagne, die den palästinensischen „Volkswiderstand“ begleitet (Aufrufe zu Messer- und Autoattacken, Steinwürfen und Angriffen mit Molotow-Cocktails).

Terrorattentate und Attentatsversuche

Am 28. November 2016 wurde ein israelischer Armeeposten bei Ofrah aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug heraus beschossen. Dabei wurde niemand verletzt. Das Fahrzeug fuhr davon, nach den Attentätern wird gefahndet.

Am 25. November 2016 versuchte ein Palästinenser am Shuafat-Checkpoint einen israelischen Sicherheitsbeamten niederzustechen und wurde dabei erschossen. Die palästinensischen Medien meldeten darauf den Tod von Mahmoud Nabil Salam (16). Seine Familie stammt aus Bir Naballah, wohnt jedoch im Flüchtlingslager Shuafat (Palinfo, 25. November 2016).

Als Reaktion auf den versuchten Messerangriff und den Tod des Attentäters veröffentlichte der Vorsitzende des Informationskomitees der Fatah, Manir Al-Gharub, eine Erklärung, in der Israel verurteilt wird .Die „organisierten Attacken“ der israelischen Soldaten gegen junge Palästinenser an den Übergängen und Checkpoints würden den Willen der Palästinenser nicht brechen und sie nicht vom „Widerstand gegen die Besatzung“ abbringen, hieß es.

Demonstrationen, Zusammenstöße und Unruhen

Diese Woche dauerten die Manifestationen des palästinensischen Volksterrors an. Dabei stachen die Angriffe mit Molotov-Cocktails , die aufgrund der trockenen Witterung teilweise zu Bränden führten, besonders hervor. Auch die Steinwürfe, einschließlich auf Feuerwehrleute, dauerten an. Nachfolgend eine Zusammenstellung nennenswerter Zwischenfälle:

27. November 2016 – Bei Al-Haderan der Verbindungsstraße zwischen Gush Etzion und Jerusalem wurden Fahrzeuge mit Molotov-Cocktails beworfen. Dabei wurde niemand verletzt und es entstand kein Sachschaden (Facebook-Seite Red Alert, 27. November 2016).

27. November 2016 – Auf der Stecke zwischen Nabi Elias und Azzun in Samaria wurde ein Bus mit Steinen beworfen. Niemand wurde verletzt, aber die Frontscheibe des Busses wurde beschädigt (Facebook-Seite Red Alert, 27. November 2016).

25. November 2016 – Vier Molotov-Cocktails wurden in einen Haushof in Bet El geworfen. Dabei kam niemand zu Schaden. Einige Stunden zuvor war ein Molotow-Cocktail auf das Einfahrtstor zum Dorf geworfen worden und hatte einen Brand verursacht (Facebook-Seite Red Alert, 25. November 2016).

25. November 2016 – Bei Har Adar warfen Palästinenser einen Molotov-Cocktail, der zu einem Brand führte (Facebook-Seite Red Alert, 25. November 2016).

25. November 2016 – Feuerwehrleute und Rettungskräfte, die beim Dorf Yizhar damit beschäftigt waren, ein Buschfeuer zu löschen, wurden mit Steinen beworfen (Facebook-Seite Red Alert, 25. November 2016).

25. November 2016 – Eine israelische Armeepatrouille wurde bei Unruhen am Hismeh-Checkpoint mit Steinen beworfen. Dabei wurde ein Soldat leicht verletzt (Facebook-Seite Red Alert, 25. November 2016).

24. November 2016 – Fahrzeuge an der Gush-Etzion-Kreuzung wurden mit Steinen beworfen. Niemand wurde verletzt, einige Fahrzeuge wurden beschädigt (Facebook-Seite Red Alert, 25. November 2016).
24. November 2016 – Fahrzeuge an der Fawar-Kreuzung in der Har Hebron-Region wurden mit Steinen beworfen. Dabei wurde niemand verletzt. Einige Fahrzeuge wurden beschädigt (Facebook-Seite Red Alert, 25. November 2016).

Zusammenstöße in der Nähe der Grenzsperre

In der vergangenen Woche ereigneten sich einige Zwischenfälle an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen:

26. November 2016 – Zwei unbewaffnete Palästinenser durchquerten die Grenzsperre in der Nähe eines Kibbuzes in der Region Eshkol. Die beiden Infiltranten wurden verhaftet und dem Verhör zugeführt. Bei der Befragung gaben die beiden Palästinenser an, sie hätten nicht die Absicht gehabt, einen Anschlag auszuführen, sondern hätten beschlossen, die Grenze zu überqueren um in Israel Arbeit zu suchen. Am selben Tag überquerten zwei weitere Palästinenser die Grenzsperre in der Region Sha’ar Hanegev. Eine Patrouille der israelischen Armee griff sie auf und brachte sie ebenfalls zum Verhör (Facebook-Seite Red Alert, 26. Novemberf 2016).

Am 26. November 2016 kam es östlich von Gaza-Stadt an der Grenzsperre im Raum Nahal Oz zu Zusammenstößen zwischen israelischen Armeeeinheiten und Palästinensern. Palästinensischen Medien zufolge wurde ein Palästinenser im Verlaufe der Zusammenstöße von Schüssen der israelischen Sicherheitskräfte verletzt (Twitter-Account Gaza Al-An, 25. November 2016).

Stahlträgerschmuggel in den Gazastreifen vereitelt

Beamte der israelischen Verwaltungsbehörde für die Koordination mit Gaza vereitelten zusammen mit dem Amt für die Grenzübergänge im Verteidigungsministerium und dem israelischen Inlandgeheimdienst einen Versuch, beim Grenzübergang Kerem Schalom, Stahlträger in den Gazastreifen zu schmuggeln. Die Stahlträger wurden auf Lastwagen transportiert, deren Einfahrt in den Gazastreifen im Voraus festgelegt wurde, wobei die einzuführende Ware als Gestelle für Geschäfte im Gazastreifen deklariert worden war. (Presseamt der israelischen Verwaltungsbehörde für die Gebiete, 28. November 2016).

Erster Zusammenstoß zwischen der israelischen Armee und dem IS im südlichen Abschnitt der Golanhöhen

Eine Einheit der israelischen Armee, die sich in einem Hinterhalt auf den südlichen Golanhöhen befand, wurde von Syrien aus beschossen. Der Angriff wurde mit einem auf einem Geländefahrzeug montierten Maschinengewehr ausgeführt. Die israelischen Soldaten erwiderten das Feuer. Etwas später schlugen auf der israelischen Seite der Grenze Mörsergranaten ein, worauf die israelische Luftwaffe, die Urheber des Mörsergranatenbeschusses angriff. Dabei wurden, Berichten zufolge, vier Terroristen getötet (israelische Medien und Palmedia News, 27. November 2016). Als Reaktion auf den Beschuss bombardierten israelische Kampfflugzeuge zudem eine IS-Stellung auf dem syrischen Teil der südlichen Golanhöhen (Presseamt der israelischen Armee, 27. November 2016). Arabische Medien berichteten, die israelische Luftwaffe habe Ziele in der Yarmouk-Senke und in der Region Quneitra angegriffen (Zaman Al-Wasl, 28. November 2016).

Die getöteten Terroristen hatten der Shahada Al-Yarmouk-Brigade angehört, die dem IS-nahen salafistischen Netzwerk Khaled Bin Al-Walid-Armee angehört. Das Netzwerk ist das Resultat des Zusammenschlusses von drei Organisationen mit Verbindungen zum IS, die in der Yarmouk-Senke und im Drei-Länder-Eck zwischen Syrien, Jordanien und Israel operieren.

Quelle: Meir Amit Intelligence and Terror Information Centre

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Von am 02/12/2016. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Sie knnen eine Antwort oder einen Trackback zu diesem Eintrag hinterlassen

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