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Der Gazastreifen und die Palästinensische Autonomiebehörde (14. – 20. Dezember 2016)

Der Grenzübergang Rafah

Am 15. Dezember 2016 kündigte die Grenzübergangsbehörde im Innenministerium in Gaza-Stadt an, dass der Grenzübergang Rafah für drei Tage in beide Richtungen geöffnet sein wird. Dies ist das zweite Mal in diesem Monat, dass der Grenzübergang geöffnet wird. Es ist möglich, dass die Eröffnung auf eine gewisse Änderung der Politik Ägyptens der Hamas und dem Gazastreifen gegenüber deutet. Das Innenministerium der Hamas in Gaza-Stadt berichtete, dass während der drei Tage 2.078 Personen den Grenzübergang überschritten haben. Darunter befanden sich 467 Personen, die in den Gazastreifen einreisten (Ma’an Nachrichtenagentur; Facebook-Seite von QUDSN, 20. Dezember 2016). Einem ägyptischen Sicherheitsbeamten zufolge besteht ein Plan, den Grenzübergang Rafah für den regelmäßigen Betrieb vorzubereiten. Dieser berichtete zudem, dass Ägypten die Absicht habe, eine Freihandelszone an der Grenze zum Gazastreifen zu etablieren (Karameh Press, 17. Dezember 2016).

Der Grenzübergang Kerem Schalom

Israelische Sicherheitskräfte hielten am 14. Dezember 2016 einen israelischen Lkw am Grenzübergang Kerem Schalom an, mit dem ein Versuch unternommen wurde, Ausrüstung für die Hamas, darunter Tauchausrüstung,zu schmuggeln. Die Ausrüstung wurde konfisziert und der Lkw-Fahrer wurde festgenommen (Arabische Facebook-Seite von COGAT, 14. Dezember 2016).

Kundgebung der Hamas im Gazastreifen

Die Hamas setzt die Veranstaltungsreihe zum 29. Jahrestag ihrer Gründung fort. In diesem Zusammenhang wurde im Zentrum von Gaza-Stadt eine große Kundgebung abgehalten. Während der Kundgebung wurde eine Militärparade ihres militärischen Arms veranstaltet, bei der verschiedene Waffen vorgestellt wurden, darunter Panzerabwehrraketen und Langstreckenraketen vom Typ J80. Dabei handelt es sich um selbstgebaute Raketen der Hamas, die eine Reichweite von bis zu 80 km haben. Einige solcher Raketen wurden während der Operation „Fels in der Brandung“ auf Israel abgefeuert. Bei der Kundgebung rief Khalil al-Hayya, Mitglied des Politbüros der Hamas, die Palästinensische Autonomiebehörde dazu auf, den „Widerstand“ in Judäa und Samaria zu intensivieren, um das palästinensische Volk zu schützen, die politischen Gefangenen freizulassen und die Sicherheitskoordination mit Israel zu stoppen. Al-Hayya richtete das Wort an die Gefangenen in den israelischen Gefängnissen und versprach ihnen, dass die Hamas niemals auf sie verzichten wird. Er fügte hinzu, dass die israelische Führung den angemessenen Preis dafür zahlen wird und dass die Zeit nicht zu ihren Gunsten arbeitet (al-Aqsa TV, 14. Dezember 2016).

Aktivist der Hamas bei einem Trainingsunfall getötet

Der militärische Arm der Hamas gab den Tod von Musa Abu Saalik (19) aus Khan Junis während des Trainings in einer Ausbildungsstätte der Hamas bekannt. Für Musa Abu Saalik wurde eine Beerdigung mit militärischen Ehren veranstaltet, an der hochrangige Hamas-Persönlichkeiten wie Khalil al-Hayya und Mahmud az-Zahar, sowie Aktivisten des militärischen Arms teilnahmen (Twitter-Account von Safa, Twitter-Account von PALINFO, 16. Dezember 2016).

Ein ehemaliger Hamas-Aktivist aus dem Gazastreifen in den Reihen des IS auf der Sinai-Halbinsel getötet

Palästinensische Medien berichteten über den Tod von Tareq Khalil Mahmud Badwan bei Zusammenstößen mit ägyptischen Sicherheitskräften auf der Sinai-Halbinsel.Tareq Khalil Mahmud Badwan (31) wurde im Flüchtlingslager al-Buredsch im zentralen Gazastreifen geboren. Er war Aktivist des militärischen Arms der Hamas und schloss sich der „Sinai-Provinz“ des IS an. Er verließ den Gazastreifen vor vier Monaten, nachdem er zusammen mit anderen dschihadistisch-salafistischen Aktivisten wegen Konfrontationen mit der Hamas im Gefängnis gesessen hatte. Sein Bruder, Ahmad Badwan (auch als „Abu Tareq aus Gaza“ bekannt) wurde im Juni 2015 bei einem Luftangriff im irakischen Distrikt al-Anbar getötet, während er in den Reihen des IS kämpfte (al-Ayyam, 29. September 2015; al-Masdar, 20. März 2016; Shams Nachrichtenagentur, 15. Dezember 2016).

Die Tötung eines Drohnenexperten in Tunesien

Am 15. Dezember 2016 wurde über die Tötung von Mohammed al-Sawari (49), ein Ingenieur aus der Stadt Sfax, etwa 270 km südöstlich von Tunis, berichtet. Al-Sawari wurde in seinem Fahrzeug aus kurzer Distanz erschossen. Er entstammt aus einer religiösen Familie. Nach seinem Studium und Militärdienst schloss er einen zivilen Flugkurs ab und wurde bei der Fluggesellschaft „Tunis Air“ eingestellt. Aufgrund seiner Tätigkeit in der islamischen Bewegung Ennahda („Wiedergeburt“) wurde er von seinem Posten entlassen und floh in den Sudan. 1991 ging er nach Syrien und schloss sich dem militärischen Arm der Hamas an. Im Rahmen seiner Tätigkeit zugunsten der Hamas entwickelte er unbemannte Flugkörper und Modellflugzeuge. Er reiste oft in den Libanon und in den Sudan und teilte seine Kenntnisse auch mit der Hisbollah.

2012 kehrte al-Sawari mit dem Sturz des Regimes in Tunesien in sein Heimatland zurück und gründete dort eine Import- und Exportfirma. Er reiste häufig nach Syrien, Libanon, Sudan und in die Golfstaaten. Er betrat auch den Gazastreifen durch einen der Tunnel in der Nähe von Rafah. Dort bildete er Hamas-Aktivisten aus, unbemannte Flugkörper und Drohnen zu aktivieren. Gleichzeitig arbeitete er als Dozent an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften an der Universität von Sfax in Tunesien und gründete einen Club für Modellflugzeuge.

Der bewaffnete Arm der Hamas veröffentlichte eine offizielle Erklärung, in der es hieß, dass al-Sawari als hochrangiger Aktivist des militärischen Arms gedient hatte und gab Israel die Schuld für seine Tötung. Der Erklärung zufolge trat er vor etwa einem Jahrzehnt in die Reihen der Hamas ein und war „einer der Kommandeure, die die Anordnung der unbemannten Flugkörper überwachten…“ (Website der Kassam Brigaden, 18. Dezember 2016). Die Hamas öffnete zu seinen Ehren ein zentrales Trauerzelt in Gaza-Stadt (Twitter-Account von PALINFO, 18. Dezember 2016).

Im Folgenden einige Kommentare der Hamas über den Tod des Terroristen:

Hazem Ahmad Kassem, ein Sprecher im Namen der Hamas, sagte, dass Mohammed Al-Sawari dem militärischen Arm der Hamas technologische Dienstleistungen bereitstellte, die während der Operation „Fels in der Brandung“zur Geltung kamen. Seinen Worten zufolge waren die von ihm entwickelten Flugkörper eines der Kraftquellen des militärischen Arms gegen Israel (Facebook-Seite von Hazem Ahmad Kassem, 18. Dezember 2016).

Muschir al-Masri,ein weiterer Sprecher im Namen der Hamas, sagte, dass der militärische Arm auf jede militärische Aktion Israels reagieren wird (TNN16. Dezember 2016).

Ismail al-Aschkar, hochrangiges Hamas Mitglied im Gazastreifen,nannte die Tat „ein Kriegsverbrechen“,das darauf hinweist, dass Israel der Ansicht sei, über dem Gesetz zu stehen (Majal Press, 17. Dezember 2016).

Fathi Hamed, hochrangiges Hamas Mitglied, erklärte, dass die Entwicklung und Herstellung des militärischen Arms nicht aufhören wird, sich weiter zu entwickeln (al-Watan, 19. Dezember 2016).

Ereignisse des Jahrestags der Hamas in Judäa und Samaria

In Judäa und Samaria veranstalteten Hamas-Aktivisten anlässlich des 29. Jahrestags der Gründung der Organisation eine Reihe von Veranstaltungen, darunter:

In al-Bireh fand eine Versammlung statt, bei der eine Live-Übertragung einer Rede von Chalid Maschal, Vorsitzender des Politbüros der Hamas, aus dem Katar ausgestrahlt wurde. An der Versammlung nahm auch Abbas Zaki, ein Mitglied des Zentralkomitees der Fatah, teil (Twitter-Account von PALINFO, 17. Dezember 2016).

Der islamische Block der Hamas an der Universität Birzeit veranstaltete eine Kundgebung, an der viele Studenten teilnahmen, die mit Hamas-Flaggen schwenkten und Hamas Tücher trugen (Facebook-Seite der Universität Birzeit; Facebook-Seite des Islamischen Blocks an der Universität Birzeit, 14. Dezember 2016).

Palästinensische Meinungsumfrage

Aus einer Umfrage, die das palästinensische Institut für politische Forschungen und Meinungsumfragen (PCPSR) unter der Leitung von Dr. Khalil Schikakiam 13. Dezember 2016 veröffentlicht hat, geht Folgendes hervor (Website von PCPSR, 13. Dezember 2016):

65% der Befragten glauben nicht an die Zwei-Staaten-Lösung.

62% der Befragten unterstützen einen gewaltlosen und unbewaffneten“Volkswiderstand“.

54%der Befragten haben im neuen Führungsteam der Fatah unter der Leitung von Mahmud Abbas kein Vertrauen. 33% sind mit der Wahl von Mahmud Abbas als Vorsitzender der Fatah für die kommenden fünf Jahre zufrieden. 64% sind daran interessiert, dass Mahmud Abbas seinen Rücktritt erklärt. Falls andere Kandidaten, neben Mahmud Abbas, zur Wahl als Vorsitzender der PA stünden, hätte Abbas lediglich 24% der Stimmen erhalten. Ismail Haniyya wäre auf 33% und Marwan Barghuti auf 39% gekommen.

In Bezug auf die Hilfe, die die PA Israel während der letzten Welle von Bränden geleistet hat, berichteten 58% derBefragten, dass dies ein richtiger Schritt war.

Vollständiges Dokument im PDF-Format…

Quelle: Meir Amit Intelligence and Terror Information Centre

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Von am 23/12/2016. Abgelegt unter Naher-Osten. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Sie knnen eine Antwort oder einen Trackback zu diesem Eintrag hinterlassen

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