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Frühlingsfrische Trennkost für das Pessachfest

Veganes koscher zertifiziert auch und vor allem ab 30. März

Vegan und koscher sind nicht deckungsgleich. Zu dieser Erkenntnis gelangt der gesundheitsbewusste Jude, wenn ihm eine Dose voll Hanfsamen mit den Zusatzhinweisen „vegan not kosher certified“ aus den USA in die Hände fällt, weil Ashkenazi-Juden vor allem derzeit Speisen aus Hanf meiden, um dem Hanfverbot beim Pessachfest Rechnung zu tragen. Hanfsamen wird nämlich im Einklang mit den jüdischen Speisegesetzen zu den Hülsenfrüchten gezählt, die genauso wie Reis, Mais, Erbsen und Linsen nicht zum Passah-Mahl (Pessach-Mahl) aufgetischt werden dürfen.

Ein Abstecher in die Wortfamilie rund ums Vegetarische und Vegane lohnt sich, wenn man ein Gespür dafür entwickeln möchte, warum Juden in Europa sogar die fleischlose Küche der Vegetarier und überdies auch die Verköstigung der Veganer fernab von Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten und Laktizinen (Milch und Milchprodukten) als unrein empfinden, weil die Reinheit koscherer Kost von jüdischen Menschen so heilig empfunden wird, dass sie auch in ihrem Geist und in ihrer Seele „koschere“ Gedanken und Gefühle entfesselt.

Langer Rede, kurzer Sinn: Jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger wollen koscher essen, und nicht nur vegetarisch und vegan, weil sie dahin vegetieren würden, also ein schlechtes Leben führen müssten, wenn ihnen von nicht-jüdischen Nachbarn der Verzehr von Schweinefleisch statt Kalbfleisch aufgezwungen wird, oder wenn sie Speisen zu sich nehmen sollen, die unter Verzicht auf die Trennung von Milchigem und Fleischigem („Du sollst das Fleisch eines Zickleins nicht in der Milch seiner Mutter baden!“) zubereitet worden sind.

Die zusätzliche Zertifizierung „koscher“ durch den örtlichen Rabbiner, der Gebete spricht, während die Lebensmittel und Getränke für die Juden in seiner Gemeinde geerntet, hergestellt, verpackt und abgefüllt werden, begeistert auch immer mehr Christen in unserer Mitte, die sich vegetarisch, also fleischlos, ernähren, oder die sich mit nichts weiter als mit der noch wertvolleren, veganen Kost auf ihren Esstellern die Bewunderung ihrer jüdischen Mitmenschen erwerben.

Ausgerechnet dort, wo wie im benachbarten Elsass einst jene Gänsestopfleber erfunden wurde, deren Gewinnung jeden empfindsamen Tierschützer in Rage bringt, die aber ausgerechnet der junge Musiker Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 – 1847) im Internat verzehrte, weil sie ihm – wie historische Briefe aus dem Mendelssohn-Bartholdy-Archiv der Deutschen Mendelssohn-Gesellschaft e.V. in Berlin beweisen – von seinem eigenen Vater, dem reichen Hamburger Bankier Abraham Mendelssohn (1776 – 1835) in opulenten „Fresspaketen“ dorthin nachgesandt worden ist, agiert eine jüdische Institution namens „Beth-Din de Strasbourg Kosher Strasbourg“, die sich grenzübergreifend und europaweit überregional für mehr koscheren Konsum einsetzt. Mit ihrer Agentur für industriell gefertigte Lebensmittel und Getränke, die das Label KS = Kosher Strasbourg tragen dürfen, gipfelt die Zusatz-Zertifizierung „koscher“ in der Verifizierung höchster Reinheit. Französisch-sprachige Juden sind begeistert, wenn ihnen das „Marketing in eigener Sache“ der jüdischen Organsiation „Le Beth-Din de Strasbourg“ im Internet typisch jüdische, also absolut koschere Lebensmittel-Sicherheit garantiert.

Internet-Zitat Anfang frei ins Deutsche übersetzt:
„Das Beth-Din von Straßburg ist das religiöse Organ des Israelitischen Konsistoriums Unterrhein und verkörpert eine öffentliche Einrichtung der Anbetung. Die Mission „Beth Din“ von Straßburg erleichtert mit ihrer Zertifizierungsagentur ‚Kosher Strasbourg‘ den Konsum koscherer Produkte, die in Fabriken gefertigt werden, und deshalb nicht koscher sind, falls sie nicht koscher zertifiziert werden. Seit über einem Jahrhundert in Aktivion stellt Beth Din Kosher Strasbourg diesen Service auch industriellen Agrarunternehmen zur Verfügung, um ihnen Hilfestellung dabei zu leisten, Erzeugnisse zu entwickeln, die für sich beanspruchen können, auf dem Standard der internationalen Koscher-Verordnung zu sein. Interveniert wird zwischen dem Endverbraucher und der Lebensmittelfabrik, den Kunden und der Öffentlichkeit, die sich zwecks erleichtertem koscherem Lebensmittelverzeihr auf das Label ‚KS=Koscher Strasbourg‘ verlassen können. Jedes Produkt wird angefangen von den Rohstoffen bis zum Ende des Herstellungsprozesses überwacht, um sicherzustellen, dass es koscher zertifiziert werden kann. Mehrere Lieferanten können also von dieser Überprüfung betroffen sein. Wenn der Verifizierungsprozess abgeschlossen ist, wird der Produkt-verpackung das KS-Label „verliehen“: ähnlich wie eine Art Stempel im Sinne von KS = Kosher Safety. Die Daten-Verwaltung wird zugunsten der Kunden erleichtert, weil mittels angepasster Software sowohl die Unternehmenszertifizierung als auch die Produktzertifzierung online erfolgen kann.
Zitat Ende.

Koschere Kost ist nicht nur vegetarisch, also fleischlos, und auch nicht gleichbedeutend mit vegan, was besagt, dass man auf seinem Speisezettel auf alles verzichtet, was einmal gelebt hat, und was unter der Beteiligung von lebenden Tieren hergestellt worden ist, ganz gleich, ob diese darunter leiden oder nicht darunter leiden.

Guten Gewissens lässt sich behaupten:
Jüdische Gläubige, die Wert auf koscheres Essen und Trinken legen, gehören eigentlich zu jenen 90 Prozent der Bevölkerung, die „normal“ essen und trinken: nämlich die Mischkost der traditionellen und modernen Küche bevorzugen. Jüdische Gläubige, die koscheres Essen und Trinken schätzen, zählen nicht zu jenen 9 Prozent der Bevölkerung, die sich auf Vegetarisches, also auf fleischlose Mahlzeiten, beschränken. Und: Jüdische
Gläubige, die viel Zeit für die Beschaffung und Zubereitung von koscheren Lebensmitteln und Getränken opfern, haben keinen prozentualen Anteil an jenem einen einzigen Prozent der Bevölkerung, das lediglich von Veganem lebt: von vegan erklärten Obst- und Gemüsesorten, von vegan eingestuften Getreidetypen und von Honig, der international für vegan gehalten wird, wenn vegane Bienen, die diesen Honig vegan sammelten, nicht darunter gelitten haben.

Repräsentative Umfragen haben ergeben, dass nur wenige wissen, dass mit der Eigenschaft „vegan“ mitnichten automatisch die Eigenschaft „koscher“ kombiniert werden darf. Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher, denen einleuchtet, dass die lebenswichtigen Vitalfunktionen des Herzschlags, der Atmung, der Verdauung und des Stoffwechsels vom vegetativen, d.h. vom lebenserhaltenden Nervensystem aufrecht erhalten werden, haben in ihrem durchschnittlichen Wortschatz von circa 1000 deutschen Wörtern allemal das klassische, allerorten eingebürgerte Adjektiv „vegetarisch“ parat. Immerhin ist dieser Begriff schon seit 150 Jahren so allgemein verständlich und gebräuchlich, dass er sich schon 1899 in den beiden historischen Kochbüchern namens MENU aus der Feder des Hannoveraner Hofmarschalls Dr. phil. Ernst von Malortie entdecken lässt: in den vegetarischen Menüfolgen für die Galaessen von Staatsbesuchen auf Schloss Herrenhausen kommen sogar Sojagerichte vor. Bei den vegetarisch-kulinarischen Kabinettssitzungen in früheren Epochen waren laut Malortie leckere Fischgerichte, aber keine Fleischspeisen erlaubt. Von Koscherem ist bei Malortie freilich nie die Rede.

Junge Deutsche von heute subsumieren Vegetarisches und Veganes, aber zum Glück keineswegs Koscheres unter „Veggie Food“: und zwar analog zum legendären „Fast Food“,“Slow Food“, „Street Food“ und „Junk Food“, ohne zu ahnen, dass kein Mensch im Tag und Nacht beleuchteten Glücksspielparadies Las Vegas mit diesen amerikanisierten Modewörtern der Europäer die Assoziationen „Grünzeug-Essen“, „Schnelles Essen“, „Langsames Essen“, „Straßen-Essen“ und „Ungesundes Essen“ verbinden würde. Viele Spielsalon-Inhaber sind dort gebürtige Volljuden, die ausser an Pessach gern „Vegan Hemp Oil Omega 3-6-9“ von Vega Nutrition einnehmen würden, wenn dieses Hanf-Medikament zusätzlich „kosher certified“ wäre, weil diese in Kanada rundum legalisierte Wunderpflanze im Windschatten von Cannabis, Haschisch und Marihuana eine schmerzlindernde, angsthemmende Nährstoffbombe verkörpert, deren Inhaltsstoff THC einen äusserst günstigen Einfluss auf Tumor-, Krebs-, Epilepsie-, MS- und Palliativpatienten hat.

Von Dr. phil. Anita Homolka-Enstroem

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Von am 04/04/2018. Abgelegt unter Europa. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Sie knnen eine Antwort oder einen Trackback zu diesem Eintrag hinterlassen

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