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Polen: Juden sind in Ghettos gezogen um nicht mit Nichtjuden zu leben

Ein ehemaliger polnischer Politiker und der Vater des Premierministers des Landes sagte, dass Juden während des Holocaust von sich aus in Ghettos zogen, um nicht mit nichtjüdischen Polen zusammen zu leben.

Kornel Morawiecki ist der Vater des derzeitigen polnischen Premierministers Mateusz Morawiecki. (Wikimedia Commons)

Kornel Morawiecki, ein ehemaliger Senator, dessen Sohn Mateusz im vergangenen Jahr Ministerpräsident wurde, äußerte sich am Dienstag in einem Interview des polnischen Online-Magazins Kultura Liberalną.

„Wissen Sie, wer die Juden in das Warschauer Ghetto vertrieben hat? Die Deutschen, denken Sie? Nein! Die Juden selbst gingen dort hin, weil ihnen gesagt wurde, dass es eine Enklave geben würde, in der sie nicht mit diesen fiesen Polen zusammen leben müssten“, sagte Kornel Morawiecki.

Seine Äußerungen kommen inmitten einer diplomatischen Krise zwischen Polen und Israel über ein Gesetz, in dem die Schuld Polens für Naziverbrechen kriminalisiert wird. Jüdische Gruppen sagten, das Gesetz schränke die Debatte und Forschung über die Aktionen Tausender Polen ein, die Juden an die Nazis verraten oder Juden getötet haben.

Die Krise eskalierte letzten Monat, als der polnische Premierminister sagte, der Holocaust habe nicht nur deutsche, ukrainische und polnische Täter, sondern auch jüdische. Sein israelischer Kollege Benjamin Netanyahu bezeichnete die Bemerkung als „ungeheuerlich“.

Der Vater des polnischen Premierministers, ging im Interview auch auf die angebliche jüdische Komplizenschaft in dem von den Nazis geführten Genozid gegen die Juden ein. Er sprach vom Zagauer Ring jüdischer Informanten, welche die Deutschen Widerstandsgruppen infiltrierten.

„Wer hat Juden zum Umschlagplatz geschickt?“, fragte Kornel Morawiecki und benutzte das deutsche Wort für Orte, oft Stadtplätze, auf denen Juden zusammengetrieben wurden, um in Todeslager deportiert zu werden. „Haben die Deutschen das gemacht? Nein! Die jüdische Polizei trieb sie auf den Umschlagplatz!“

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Von am 21/03/2018. Abgelegt unter Europa. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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