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Deutschland: Solidaritätskundgebungen gegen Antisemitismus

Um ein Zeichen gegen den wachsenden Antisemitismus in Deutschland zu setzen, waren am Mittwoch in Berlin und anderen deutschen Städten Menschen mit Kippa auf die Straße gegangen. Vor dem jüdischen Gemeindehaus in der Berliner Fasanenstraße, kamen unter dem Motto „Berlin trägt Kippa“ nach Polizeiangaben rund 2500 Menschen zusammen. Die große Kundgebung verlief friedlich und wurde ohne Zwischenfälle gegen 19.30 Uhr beendet.

Eine kleine Demo am Neuköllner Hermannplatz dagegen wurde gestört. Die Teilnehmer brachen die Kundgebung gegen Antisemitismus nach rund 15 Minuten ab, weil sie sich bedroht fühlten. Nach Angaben des Jüdischen Forums waren die Organisatoren bespuckt und als „Terroristen“ beschimpft worden. Außerdem sei ihnen ihre mitgebrachte Israel-Fahne entrissen worden. Ein Amateur-Video von der Kundgebung untermauert das. Die Polizei nahm die Personalien des Täters auf. Es werde wegen des Verdachts der Sachbeschädigung ermittelt, sagte ein Polizeisprecher.

Juden und Nichtjuden versammelten sich auch in Köln, Erfurt, Magdeburg und Potsdam zu Solidaritätskundgebungen.

Anlass für die Demonstrationen war eine judenfeindliche Attacke auf einen jungen Israeli und seinen Freund vor gut einer Woche in Berlin. Drei Arabisch sprechende Männer hatten am 17. April den Israeli, der eine Kippa trug, antisemitisch beschimpft. Einer hatte auf ihn mit einem Gürtel eingeschlagen. Der Täter ist ein Palästinenser aus Syrien, der seit 2015 in Deutschland lebt.

Elard Zuehlke, ein 26-jähriger nichtjüdischer Berliner, sagte, er sei zur Kundgebung vor der Synagoge in der Fasanenstraße gekommen, weil „es in Deutschland keinen Antisemitismus geben darf – nicht in den Schulen, nicht in der Öffentlichkeit, nicht bei der Arbeit, nicht in der Politik, nirgendwo. Das darf nicht passieren. Deutschland muss seiner besonderen Verantwortung gerecht werden.“

Anfang der Woche sagte der Vorsitzende des Zentralrat der Juden in Deutschland, Josef Schuster, er würde Juden die große Städte besuchen davon abraten, jüdische Kopfbedeckungen zu tragen. Schusters Aussage zog scharfe Kritik von anderen jüdischen Führern auf sich die sagten, dass Juden eine Kippa tragen sollten, um zu zeigen, dass sie keine Angst haben. „Unsere jüdische Identität sollten wir nicht verstecken“, sagte Rabbi Yehuda Teichtal. „Wir müssen stolz darauf sein, wer wir sind und gleichzeitig den Antisemitismus bekämpfen.“

Der Yesh-Atid-Parteiführer Yair Lapid, der Deutschland besucht um die Europäische Union davon zu überzeugen, die Hisbollah als terroristische Organisation zu definieren, nahm ebenfalls an dem Marsch teil.

„Es ist unvorstellbar, dass Juden 2018 in Deutschland Angst davor haben, Kippot zu tragen“, sagte der Politiker, Sohn eines Holocaust-Überlebenden. „Ich werde nicht akzeptieren, dass wir und unsere Kinder Angst haben, weil unsere Eltern und Großeltern Angst hatten.“ Er schloss damit, dass die Botschaft an die Antisemiten lauten sollte: „Wir werden euch nicht fürchten.“

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Von am 26/04/2018. Abgelegt unter Europa. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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