Abonnieren

  • Subscribe via Email
  • Facebook
  • Twitter

ANALYSE: Antisemitische Cartoons in den anti-israelischen Medien

ZUSAMMENFASSUNG: Medien die häufig gegen Israel aufstacheln, nutzen dazu häufig die Veröffentlichung antisemitischer Karikaturen. Ein typisches Beispiel ist eine Karikatur der New York Times, die den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu entmenschlichte, indem sie ihn als Hund darstellte. Antisemitische Cartoons erschienen im britischen Independent and Guardian, in der deutschen Süddeutschen Zeitung, im italienischen Il Manifesto, im schwedischen Dagens Nyheter, im niederländischen Volkskrant und in allen drei führenden norwegischen Tageszeitungen.

Am 25. April 2019 veröffentlichte die International Edition der New York Times einen Cartoon, der den israelischen Premier Benjamin Netanyahu als Hund zeigt. Animalisierung ist ein klassisches Motiv des Antisemitismus. Die Verwaltung der Zeitung gab einem einzelnen Redakteur die Schuld an der Veröffentlichung des Cartoons, räumte jedoch nicht ein, dass das kulturelle und politische Umfeld der New York Times die Handlung dieses Mitarbeiter erleichterte.

Die beleidigende Karikatur in der internationalen Ausgabe der New York Times.

Große Medien in einer Vielzahl von Ländern, haben oft gegen Israel aufgehetzt und antisemitische Karikaturen veröffentlicht. So druckte beispielsweise die britische Tageszeitung The Independent im Jahr 2003 eine Karikatur von Dave Brown, in der der damalige israelische Ministerpräsident Ariel Sharon als Kinderfresser dargestellt wurde, eine neue Mutation der mittelalterlichen Blutverleumdung. Trotz zahlreicher Beschwerden entschied die britische Press Complaints Commission (PCC), dass der Cartoon nicht gegen ihren ethischen Kodex verstoßen hatte. Tatsächlich wurde er später mit dem „Political Cartoon of the Year Award“ der Political Cartoon Society ausgezeichnet. Der Preis wurde von der ehemaligen Kabinettsministerin der Labour Partei, Clare Short, im Hauptquartier der renommierten Wochenzeitschrift The Economist in London überreicht.

2005 war der jüdische Politiker Michael Howard Vorsitzender der britischen Konservativen Partei, damals in der Opposition. Im April dieses Jahres veröffentlichte The Guardian eine Karikatur von Steve Bell, die Howard mit Vampirzähnen zeigt, von denen Blut in ein Glas tropfte das er in der Hand hielt. Die Überschrift lautete: „Trinkst du, was wir trinken? Stimme Conservative.“ Später malte Bell Howard in The Guardian erneut mit den Zähnen eines Vampirs. Der weltweit führende Experte für antisemitische Cartoons, der belgische Gelehrte Joël Kotek, sagte, dass hauptsächlich Juden als Vampire in Cartoons dargestellt werden.

Die „progressive“ liberale deutsche Tageszeitung Süddeutsche Zeitung (SZ), ist eine der meistgelesenen „Qualitäts“ -Papiere in Deutschland. Am 15. Mai 2018 veröffentlichte die SZ eine Karikatur, in der der israelische Premierminister Netanyahu als diesjährige israelische Eurovisionssiegerin Netta Barzilai dargestellt wurde, die ihren Sieg feierte, während sie eine Rakete mit einem Davidstern in der Hand hielt. Der Karikaturist zeichnete den israelischen Premierminister mit einer übergroßen Nase, Ohren und Lippen, also mit klassischen antisemitischen Klischees.

Die SZ entschuldigte sich nach vielen negativen Reaktionen, aber der Antisemitismus der Zeitung hat eine lange Geschichte. Im Jahr 2013 veröffentlichte sie eine Karikatur einer gehörnten Kreatur, die gerade dabei ist zu frühstücken. Die Bildunterschrift lautete: „Deutschland dient. Israel bekommt seit Jahrzehnten Waffen, teilweise kostenlos.“

2014 erschien in der SZ ein weiterer antisemitischer Cartoon. Burkhard Mohr zeichnete den jüdischen Facebook-Unternehmer Mark Zuckerberg als Tintenfisch, der seine Tentakel zur Steuerung der sozialen Medien einsetzte. Zuckerberg war mit einer langen Nase und dicken Lippen gezeichnet, wieder typische antisemitische Klischees. Kotek hat darauf hingewiesen, dass der Jude als Oktopus ein weiteres klassisches Motiv in antisemitischen Cartoons ist.

2008 porträtierte die italienische linke Tageszeitung Il Manifesto die jüdische Journalistin Fiamma Nirenstein, die zu dieser Zeit bei den italienischen Parlamentswahlen für die Mitte-Rechts-Partei People of Freedom kandidierte, mit dem Titel „Unsere Wahlkandidatin: Fiamma Frankenstein“. Der Karikaturist Vauro zeigte sie mit einer Nase, die lang genug war, um ihren Mund zu berühren, und sie trug einen Wahlkampfknopf, einen Davidstern und die faschistischen Insignien. Die Anti-Defamation League (ADL), nannte den Cartoon „unbestreitbar antisemitisch“. Die Herausgeber der Zeitung lehnten es ab, sich zu entschuldigen.

Die schwedische liberale Tageszeitung Dagens Nyheter veröffentlichte 2016 eine Karikatur, die Netanyahu und den gewählten US-Präsidenten Donald Trump zeigt. Die beiden wurden von einem orthodoxen Juden, einem Mitglied des Ku-Klux-Klans und einer mit der israelischen Flagge gebrandeten Waffentragenden getragen. Die Überschrift lautete: „Endlich.“ Die Zeitung verteidigte zunächst die Karikatur. Später twitterte ihr Chefredakteur, dass die Veröffentlichung der Karikatur ein Fehler gewesen sei, bestritt jedoch gleichzeitig, dass sie antisemitisch sei.

In der niederländischen linksliberalen Tageszeitung Volkskrant hat der Karikaturist Jos Colignon, im Laufe der Jahre mehrere antisemitische Karikaturen veröffentlicht. Anlässlich des 70. Geburtstages Israels zeichnete er 2018 einen Cartoon eines großen israelischen Soldaten mit einem Davidstern auf dem Rücken, der einen kleinen Palästinenser gegen eine Wand schoss und mit Kugeln um sich sprühte, auf denen „Happy Birthday to me“ stand.

2013 veröffentlichte Volkskrant eine zweiteilige Colignon-Karikatur. Die rechte Seite zeigte den nordkoreanischen Diktator mit der Aufschrift „Atombombe in den Ärmeln, Atombombe in den Taschen“. Auf der linken Seite befand sich ein schwarzgekleideter und schwarzhutiger ultraorthodoxer Jude mit einer großen Nase, der als „Israel“ bezeichnet wurde. Er hatte Bomben in der Tasche und war begleitet von der Aufschrift: „Nichts in den Ärmeln, nichts in den Taschen.“

Im Jahr 2012 schuf Colignon für Volkskrant eine Zeichnung des niederländischen Rechtspolitikers Geert Wilders, dem Führer der Freiheitspartei. Eine seltsame Hand steckte Geld in seine Tasche. Wilders sagte auf Hebräisch: „Danke und mach dir keine Sorgen.“

Das Land, in dem antisemitische Karikaturen gegen Israel am häufigsten sind, ist Norwegen. Die drei führenden nationalen Tageszeitungen sind alle gegen Israel. Nur eine kleine Auswahl der Hass-Cartoons kann hier erwähnt werden. In der größten Zeitung, Verdens Gang, stellte der Karikaturist Morton M. Kristiansen die Juden Israels als Parasiten dar, die den Arabern Land gestohlen haben und immer noch jedes letzte Sandkorn wollen.

Im Jahr 2002 veröffentlichte die zweitgrößte nationale Tageszeitung, Affenposten, eine Karikatur von Inge Grodum. Sie zeigte einen Davidstern anstelle eines regulären Sterns über Bethlehem und drei Männer auf Kamelen. Letzteres bezieht sich auf die drei Weisen, die die Geburt Jesu vorausgesehen haben. Die Karikatur deutet an, dass Israel Bethlehem in eine jüdische Stadt verwandelt hat. Tatsächlich ist unter der Herrschaft der Palästinensischen Autonomiebehörde die Mehrheit der Stadt muslimisch statt christlich geworden. In Bethlehem leben keine Juden. In einem anderen Cartoon desselben Künstlers in derselben Zeitung im selben Jahr, schießen israelische Panzer auf den Stern von Bethlehem.

Die drittgrößte Zeitung, Dagbladet, hat mehrere antisemitische Karikaturen von Finn Graff veröffentlicht, von denen zwei Sharon und Olmert als Nazis darstellen.

Der frühere Generalsekretär der norwegischen Labour Partei, Haakon Lie, schrieb in seiner Autobiografie: „Die Labour Party führte schwere Angriffe gegen Israel durch. Es wurden Karikaturen von Finn Graff verwendet, die an die antisemitischen Illustrationen von Der Stürmer zu Hitlers Zeiten und The Crocodile in Moscow erinnerten. “Der norwegische König Harald V. gewährte dem Zeichner antisemitischer Cartoons dennoch den Orden des hl. Olav, den höchsten Orden des Landes.

Von Dr. Manfred Gerstenfeld (BESA)

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Senior Research Associate am BESA Center und ehemaliger Vorsitzender des Lenkungsausschusses des Jerusalem Center for Public Affairs. Er ist auf israelisch-westeuropäische Beziehungen, Antisemitismus und Antizionismus spezialisiert und Autor des Buche „The War of a Million Cuts“.

BESA Center Perspectives Paper No. 1,182, May 24, 2019
Begin-Sadat Center for Strategic Studies
Bar-Ilan University, Ramat Gan, Israel.
Übersetzung: Dr. Dean Grunwald

 Zum NEWSLETTER anmelden
Bestellen Sie den Newsletter der Israel Nachrichten kostenlos per E-Mail und verpassen keine Top-Story mehr. Melden Sie sich HIER an.

Copyright (c) Israel Nachrichten Ltd. 2012-2019.
Eine Vervielfältigung oder Speicherung in Datenbanken oder in anderer Form ist ohne Genehmigung des Verlages untersagt.
Protected by Copyscape Plagiarism Finder

Unterstützen Sie die ISRAEL NACHRICHTEN

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Förderspende. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und das Erscheinen der Zeitung zu sichern.
Klicken Sie für Informationen zur Fördermitgliedschaft Hier…

Von am 24/05/2019. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
Leserkommentare geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Wie in einer Demokratie ueblich achten wir die Freiheit der Rede behalten uns aber vor, Kommentare nicht, gekuerzt oder in Auszuegen zu veroeffentlichen. Anonyme Zuschriften werden nicht beruecksichtigt.