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Jüdische Gruppen in den USA kritisieren Israel wegen Einreiseverbot für Omar und Tlaib

Einige jüdische Gruppen in den USA lehnten die Entscheidung Israels ab, den Republikanern Omar und Tlaib die Einreise zu verweigern.

Als Israel am Donnerstag bekannt gab, dass die republikanischen Kongressabgeorten Ilhan Omar und Rashida Tlaib aufgrund ihrer Verbindungen zur BDS-Bewegung keine Besuchserlaubnis erhalten, äußerten sich einige jüdische Organisationen enttäuscht.

„Wir sind nicht einverstanden mit der Unterstützung von Rep. Omar und Tlaib für die Anti-Israel-Bewegung BDS, zusammen mit Rep. Tlaibs Forderungen nach einer Ein-Staaten-Lösung“, twitterte AIPAC am Donnerstagnachmittag. „Wir glauben auch, dass jedes Mitglied des Kongresses in der Lage sein sollte, unseren demokratischen Verbündeten Israel aus erster Hand zu besuchen und zu erleben.“

Israelische Beamte untersagten den beiden BDS-unterstützenden Mitgliedern des US-Kongresses den Zutritt, nachdem sie zunächst zugestimmt hatten. Kurz bevor die israelische Regierung die Umkehrung ankündigte, twitterte US-Präsident Donald Trump, dass Israel „große Schwäche zeigen würde“, wenn es „Rep. Omar und Rep. Tlaib den Besuch erlauben würde. Sie hassen Israel und das gesamte jüdische Volk und es gibt nichts, was gesagt oder getan werden könnte, um ihre Meinung zu ändern.“

„Die Tatsache, dass der US-Präsident den israelischen Ministerpräsidenten auffordert, Kongressmitglieder auszuschließen, ist für diese bilaterale Beziehung wirklich ein Nachteil und ein weiterer Versuch von Präsident Trump, diese Beziehung zu politisieren“, so Halie Soifer, Exekutivdirektorin des Jewish Democratic Council of America.

Der American Jewish Congress (AJC), eine der größten parteiübergreifenden jüdischen Gruppen in Amerika, kritisierte auch Israel und sagte, es habe „nicht mit Bedacht gehandelt“.

„Wir respektieren zwar Israels souveränes Recht, die Einreise in das Land zu kontrollieren, ein Recht, das jede Nation in Anspruch nimmt, und machen uns keine Illusionen über die unerbittlich feindseligen Ansichten der Reps. Omar und Tlaib zu israelbezogenen Themen. Aber wir glauben trotzdem, dass für Israel in den USA der Preis für den Ausschluss von zwei Kongressmitgliedern, noch höher ausfallen wird als für die Alternative“, sagte der AJC in einer Erklärung.

Weniger überraschend sagte J-Street, eine linke Lobbygruppe, Israels Schritt sei „gefährlich, inakzeptabel und falsch“.

„Wir sind vielleicht anderer Meinung als die Rep. Tlaib zu Fragen wie BDS oder über die Zwei-Staaten-Lösung, aber der richtige Ansatz für einen Staat der Demokratie schätzt, besteht darin, Kritik und Debatte zu begrüßen und nicht abzuschalten“, sagte J-Street Präsident Jeremy Ben-Ami in einer Erklärung.

Aber selbst Jonathan Tobin, ein konservativerer jüdischer Kolumnist, missbilligte die Entscheidung Israels. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hätte „den Ratschlag aus dem Twitter-Account von @ DonaldTrump ignorieren müssen … Netanyahu schadet dem Image seines Landes als freie und offene Demokratie, die keine Angst vor Kontrolle hat.“

„Ihre verweigerte Einreise wird Gegnern von Gesetzen, welche BDS-Boykotte verbieten die Möglichkeit geben zu sagen, dass Israel und seine Freunde versuchen, die freie Meinungsäußerung zu blockieren“, sagte Tobin.

Gili Cohen, Korrespondent des israelischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks Kan, twitterte den vorläufigen Zeitplan für die jetzt abgesagte Reise, die am Samstag nach Israel starten sollte.

Als erste Station war das Treffen mit den Mitarbeitern der US-Botschaft geplant. Es sollte ein Treffen mit Vertretern des UNRWA folgten, eine Besichtigung Jerusalems, Besprechungen, Reisen in Flüchtlingslager, ein Besuch in Hebron, ein Treffen mit einem Mitglied des PLO-Exekutivkomitees und schließlich eine Reise zum Tempelberg.

Es wurde berichtet, dass Israel besonders besorgt über den Besuch auf dem Tempelberg war und sicherstellen wollte, dass Kongressabgeordnete nicht mit offiziellen Vertretern der Palästinensischen Autonomiebehörde vor Ort wären.

Von Joseph Wolkin,
für Welt Israel Nachrichten

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Von am 16/08/2019. Abgelegt unter Welt. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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