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The ultimate mission to Israel 9/10

Heute machte uns leider das windige und unsichere Wetter einen Strich durch die Planung. Der Vortrag von einem Mitglied des Kibbuz Merom nahe der syrischen Grenze, wurde vom Winde verweht. Er war einfach nicht zu verstehen. Selbst ein Rückzug hinter einen windgeschützten Felsen half wenig.

Der Kibbuz liegt in unmittelbarer Nähe der Grenze, wird teilweise auch von UN Soldaten als Basis genutzt. Damaskus, die Hauptstadt Syriens ist nur 60 Km entfernt. Das Wortspiel mit dem Namen des „Café Anan“ der Basis bedeutet einerseits „Café in den Wolken“, was vor allem in den Wintermonaten, wenn die Wolken bis zum „Har Bental“ herunterhängen, zutrifft. Der Name kann aber auch als Kofi Anan gelesen werden, also dem Namen des letzten UN Generalsekretärs.

Auch in Israel gilt: “Bitte den Müll entsorgen!” Foto: E. Scheiner

Auch in Israel gilt: “Bitte den Müll entsorgen!” Foto: E. Scheiner

Die Strasse zum Kibbuz verläuft durch vulkanisches Gebiet, die erloschenen Krater sind deutlich zu erkennen. Am Kibbuz vorbei geht es weiter den Berg hinauf, bis auf 1.170 m über Seehöhe der Weg auf einem Parkplatz endet. Leider ist es nicht nur stark windig, sondern auch leicht neblig, sodass man den beeindruckenden Rundumblick gar nicht gebührend geniessen kann.

Noch wenige Meter führt der Fussweg weiter hinauf zum Aussichtspunkt des Berggipfels. Neben dem Weg stehen surrealistisch wirkende Metallfiguren. Sie wurden von Johannes de Jong, einem Kibbuznik, aus Überresten von syrischen Panzern gestaltet.

Wo die syrisch-israelische Grenze, die hier oben nur wenige Meter entfernt ist, im Tal liegt, kann man problemlos erkennen. Bis zur Grenze ist die fruchtbare Ebene landwirtschaftlich genutzt und saftig grün, auf der anderen Seite zeigt sich alles in grau-braun. Der Blick geht normalerweise bis hinauf zum Hermon, der im Winter schneebedeckt ist. Im Tal erkennt man die weissen Gebäude des Lagers der UN Truppen, die die Pufferzone zwischen Israel und Syrien bewachen sollen. Weiter hinten liegt die Stadt Kuneitra, eine Ruinenstadt, die von der UNO kontrolliert wird. Ob Kuneitra 1973/74 von der IDF oder von syrischen Truppen selbst zerstört wurde, ist bis heute nicht geklärt.

An den Abhängen des Bental liegt auch das Tal der Tränen, über das Avigdor Kahalani uns berichtet hatte.

Der Grenzübergang Kuneitra ist während des derzeitigen Bürgerkrieges in Syrien immer wieder Schauplatz heftiger Gefechte zwischen den Truppen Assads und den Rebellen gewesen. Obwohl er heute keine praktische Bedeutung mehr hat, ist er als Grenze zu Israel immer noch von wesentlicher strategischer Bedeutung. In diesem Gebiet werden übrigens auch immer wieder Verletzte aus Syrien gebracht, die von Israelis übernommen werden, um in unseren Krankenhäusern kostenlos behandelt zu werden.

Auch hier liegen Geschichte und Gegenwart unmittelbar nebeneinander. Rund um die Hügelkuppe kann man noch die Reste von Schützengräben aus der Zeit des Yom Kippur Krieges sehen, die man teilweise durchlaufen kann, sowie lange ausser Dienst gestellte Maschinengewehre. Ein guter Beleg dafür, dass Israel sich seit der Staatsgründung immer wieder verteidigen musste und dies auch mit grossem Erfolg tat. Auf einer Bergkuppe, die noch ein wenig höher ist, als der Bental, hat die IDF vor einigen Jahren eine hochmoderne Überwachungsstation errichtet. Bereits Fahrgeräusche eines einzigen Panzers auf syrischem Gebiet lösen sofort einen Alarm aus: Jede Feindbewegung in Richtung Israel muss erkannt werden. Ein guter Beleg dafür, dass sich Israel immer noch verteidigen muss und es auch tun wird! Dieses Recht der Selbstverteidigung wird uns niemand nehmen.

Zwischen dem Aussichtspunkt und dem Café Anan, in das wir uns recht schnell vor den Wetterunbillen retteten, steht ein Holzpfosten, an dem Schilder auf die Entfernungen zu diversen Orten hinweisen: Jerusalem ist 150 Km entfernt, das Büro des PM 153 Km. Zum besten Freund Israels nach Washington sind es 11.800 Km, Bagdad liegt nur 800 Km entfernt.

Dorthin hatten sich nach der Zerstörung des ersten Tempels 597 BC ca. 4600 Juden ins Exil begeben müssen. Ein langer Weg hin und ein langer Weg zurück. Das Exil dürfte sich aber, wenn man den historischen Quellen folgt, angenehmer gestaltet haben, als es uns immer wieder vermittelt wird. Während der Exilzeit entstand dort u. a. der Talmud Babli, der heute die weitaus grössere Bedeutung für das Judentum hat, als der Talmud Jerushalmi.

Der Kibbuz erzielt sein Einkommen auch aus spektakulären Fahrten mit ATVs entlang der syrisch-israelischen Grenze und mit einem Gästehaus.

Von Esther Scheiner

 

Von am 04/12/2015. Abgelegt unter „Während Israel nicht nur vom BDS boykottiert wird…“. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

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