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Der Israeltag in Chemnitz

Am Dienstag (13.09.) fand zum fünften Mal an der TU Chemnitz der Schülerprojekttag „Israel – anders kennen lernen“ statt. Gemeinsam mit der Sächsischen Bildungsagentur und der TU Chemnitz organisierte die Botschaft den Israeltag, der 600 Schülerinnen und Schülern aus Sachsen die Möglichkeit gab, die Vielfalt Israels kennenzulernen.

In verschiedenen Workshops, wie beispielsweise jüdisch-arabische Koexistenz, Israel in den Medien und Israelischer Tanz, konnten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die israelische Gesellschaft und Kultur erlangen, die ihnen vorher unbekannt waren.

„Ich habe jetzt einen ganz anderen Eindruck von Israel als vor“, berichtete Anne (16).

„Gerechte unter den Völkern“ geehrt

Einer der Höhepunkte des Tages war die Ehrung zweier „Gerechten unter den Völkern“.

Seit 1963 ehrt die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem nichtjüdische Menschen, die während der Zeit des Holocaust ihr Leben riskierten, um Juden zu retten, mit dem Titel „Gerechte/r unter den Völkern“.

In Deutschland lädt die Botschaft des Staates Israel gemeinsam mit Yad Vashem die Familien der Geehrten und die Familien der Überlebenden zu einer Feierstunde ein, in der der Botschafter den Nachkommen der „Gerechten“ eine Ehrenurkunde und eine Medaille von Yad Vashem überreicht und in der wir die Rettungsgeschichten erzählen und die Retter würdigen.

Die Familien der „Gerechten unter den Völkern“ und der Überlebenden mit Staatsministerin Brunhild Kurth (3. v. r.) und Botschafter Yakov Hadas-Handelsman (2. v. r.). Foto: Botschaft

Die Familien der „Gerechten unter den Völkern“ und der Überlebenden mit Staatsministerin Brunhild Kurth (3. v. r.) und Botschafter Yakov Hadas-Handelsman (2. v. r.). Foto: Botschaft

Margarethe von Helldorff
Die Dresdner Jüdin Eva Büttner war mit einem nichtjüdischen Mann verheiratet und durch diese so genannte „Mischehe“ zunächst vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten geschützt. Als ihr Ehemann Paul jedoch im Oktober 1943 starb, war sie unmittelbar der Gefahr der Deportation und Ermordung durch die Deutschen ausgesetzt. Auf der Suche nach einem Versteck vermittelte ein Bekannter Eva Büttner den Kontakt zu Margarethe von Helldorff, die in der Nähe von Pulsnitz ein Schloss besaß. Über eineinhalb Jahre versteckte und versorgte Margarethe von Helldorff die verfolgte Jüdin Eva Büttner und rettete ihr so das Leben.

Die Enkeltochter von Margarethe von Helldorff, Mechthild Gräfin von Walderdorff, nahm die Yad Vashem-Urkunde und Medaille für ihre Großmutter entgegen.

Martha Frieda Fischer, sowie Hermann und Emma Kloos
Die Jüdin Miriam Wiesel wurde im Frühjahr 1944 von ihrem Wohnort Viseul de Sus in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Von dort wurde sie in das Lager Schlesiersee II gebracht, ein Außenlager des KZ Groß-Rosen, in dem nur weibliche Gefangene waren. Als die Rote Armee immer näher rückte, zwangen die Deutschen die Gefangenen am 20. Januar 1945 auf einen 800 Kilometer langen Todesmarsch. Von den 1300 Frauen überlebten nur 140 den Todesmarsch. Am achten Tag des Marsches erreichten Miriam Wiesel und die anderen Frauen den Ort Ober Prauske. Der dortige Bürgermeister, Hermann Kloos, ließ die Frauen mit Essen und Kleidung versorgen. Als der Todesmarsch fortgesetzt wurde, versteckte seine Frau, Emma Kloos, Miriam Wiesel in ihrer Scheune. Die Situation wurde jedoch für die Verfolgte und ihre beiden Helfer nach einiger Zeit zu gefährlich. Da nahm eine Cousine der Familie, Martha Frieda Fischer, die verfolgte Jüdin in ihrer Wohnung in Schellerhau auf. Mit der Hilfe von Martha Frieda Fischer und dem Ehepaar Kloos konnte Miriam Wiesel den Holocaust überleben.

Die Enkeltochter von Martha Frieda Fischer, Claudia Siegel, nahm die die Yad Vashem-Urkunde und Medaille für ihre Großmutter entgegen.

Die Tochter der Überlebenden, Erica Wiesel, reiste mit ihrer Familie aus Israel an. Der Sohn der Überlebenden, Haim David Klein, reiset mit seiner Familie aus den USA an.

Mehr Info zu den Israeltagen und Möglichkeit zur Kontaktaufnahme für Interessierte»

Quelle: Botschaft des Staates Israel

 

Von am 19/09/2016. Abgelegt unter Europa. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

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