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Rede von Bundeskanzlerin Merkel beim Besuch der Synagoge „Templo de Libertad“ in Buenos Aires

Buenos Aires, 08. Juni 2017

Sehr geehrter Herr Rabbi Moguilevsky,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
verehrte Mitglieder der Gemeinde,
werte Gäste,
ich freue mich, dass ich gleich als Erstes hier in Buenos Aires bei meinem ersten Besuch in Argentinien in Ihrer Synagoge zu Gast sein kann, und begrüße Sie alle deshalb ganz herzlich. Diese Synagoge ist ein beeindruckendes Symbol des jüdischen Lebens in dieser Stadt und in dieser großen, weltbekannten jüdischen Gemeinde.

Merkel in der „Templo de Libertad“ Synagoge in Buenos Aires. Foto: Bundesregierung

Auch viele Menschen jüdischen Glaubens, die vor den Verbrechen der Nationalsozialisten fliehen mussten, haben hier ein neues Zuhause, eine neue Heimat gefunden. Deshalb ist diese Synagoge auch eine Brücke zwischen Argentinien und Deutschland. Wir sind sehr dankbar dafür, dass damals jüdische Menschen in Argentinien Aufnahme gefunden haben.

In starker und schmerzvoller Erinnerung sind uns auch die furchtbaren Anschläge geblieben – 1992 auf die israelische Botschaft und 1994 auf die argentinische jüdische Gemeinde –, denen so viele Menschen zum Opfer fielen.

Ich darf Ihnen sagen, dass unsere deutsche Vergangenheit uns heute Mahnung ist, gegen Antisemitismus zu kämpfen, wo immer er auftritt, und für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit einzutreten. Dies hier sagen zu dürfen, ist mir besonders wichtig.

Ein positives Beispiel für die Brücke nach Deutschland, die diese Synagoge darstellt, ist die Tatsache, dass es hier noch eine der wenigen erhaltenen Walcker-Orgeln gibt. Sämtliche in Deutschland erbauten Walcker-Orgeln in Synagogen sind während der Zeit des Nationalsozialismus zerstört worden. Auch deshalb war es uns ein Anliegen – der Botschafter hat sich ja auch darum gekümmert –, dass wir einen Beitrag zum Erhalt dieser Orgel in Ihrer Synagoge leisten konnten. Sie ist nun ein kleiner Teil des ja doch sehr vielfältigen Musiklebens in Buenos Aires und in Argentinien. Ich hoffe, dass wir uns gleich am Klang dieser Orgel erfreuen können.

Ich möchte mich noch ganz herzlich für den freundlichen und freundschaftlichen Empfang bedanken.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

 

Von am 08/06/2017. Abgelegt unter Europa. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

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