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Die vergessenen Flüchtlinge: Vom jüdischen Königreich zum Dhimmitum Teil 1

Vergessene Flüchtlinge? Wo soll es die geben? Das UNO Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR), 1951 von der UNO Generalversammlung gegründet, vergisst doch niemanden! Und trotzdem, zwischen 750.000 und 900.000 (einige Statistiken gehen sogar von einer Million aus) jüdischer Flüchtlinge, die zwischen 1948 bis in die 70er Jahre ihre arabischen Heimatländer verlassen mussten, bleiben fast unerwähnt. Dazu kommen noch jüdische Flüchtlinge in eher geringen Zahlen aus dem Jemen und aus Ägypten vor 1948.

Machen wir einen Blick zurück, tief in die Geschichte.

Im Jahr 70 CE brennt Jerusalem. Titus, der Sohn Vespasians zerstört den zweiten Tempel, das geistige, religiöse und emotionelle Zentrum der Juden, hat aufgehört zu existieren.

Schon kurz vor der Zeitwende hatte sich das Drama angekündigt. Judäa war von den Römern annektiert worden. Jerusalem droht in der Bedeutungslosigkeit zu versinken, Caesarea gewinnt an Bedeutung und wird Sitz der römischen Besatzer. Geldgier, Korruption und ein fast rechtsfreier Raum bestimmen die Beziehung zwischen Römern und Juden. Wer aufmuckt, wird kurzerhand ohne Prozess getötet.

Als sich der Prokurator Gessius Florus an der Tempelkasse vergreift, um die leere Staatskasse zu füllen, entlädt sich der Zorn der Bürger von Jerusalem. Florus’ Reaktion war ein Blutbad unter der Bevölkerung. Josephus Flavius schreibt über ihn:

„In seiner Grausamkeit kannte er kein Mitleid, in seiner Ruchlosigkeit keine Scham, und nie hat einer so die Wahrheit in Lüge verkehrt oder schlauere Mittel ersonnen, um verbrecherische Absichten zu erreichen.“ (Jüdischer Krieg 2,14.2).

Josephus Flavius erkennt in diesen Tagen den Beginn des Ersten Jüdischen Krieges, der erst im Jahr 73 CE mit dem Fall der Felsenfestung Masada endete. 960 Widerstandskämpfer unter Führung des Zeloten Eleazar Ben Ya’ir, wählten den Freitod, um einer Gefangennahme und Versklavung durch die Römer zu entkommen. Nicht umsonst ist Masada bis heute das Symbol für unseren Freiheitswillen.

Mehr als 1 Million Menschen verloren während des Krieges ihr Leben, wer fliehen konnte, der floh. Anders als nach der Zerstörung des 1. Tempels, als der überwiegende Teil der Juden nach Babylon verschleppt wurde, und sich dort mehr oder weniger etablierte.

Kurz darauf folgte der Bar Kochba Aufstand (132-135 CE). Was der Grund für diesen Aufstand war, ist nicht gesichert. War es das Verbot der Beschneidung, war es die Gründung der römischen Stadt Aelia Capitolina auf dem Gebiet von Jerusalem, oder war es einfach die Unzufriedenheit der Juden mit den politischen Gegebenheiten? Die Historiker sind sich unsicher. Die Folgen waren grauenhaft, 580.000 Juden verloren ihr Leben, 50 Städte und 985 Dörfer wurden zerstört. Diese Zahlen mögen hoch sein, aber sie sind es, die die Historiker der damaligen Zeit kannten.

Was von Jerusalem noch übrig war, wurde nun zerstört, die jüdische Gemeinschaft zerstreute sich in die Welt, es entstand die Diaspora.

Fortan siedelten sich die Juden rund um das Mittelmeer an, wanderten über das Rhone Tal bis hinauf nach Norden, fanden auch den Weg zurück in das Land, aus dem einst Abraham gekommen war, nach Mesopotamien.

Doch die Juden kamen nicht zur Ruhe. Zwischen 115 und 117 CE brach der „Diaspora-Aufstand“ der Juden in Mesopotamien, Syrien, Zypern, Ägypten und in der Kyrenaika (Ost-Libyen) aus. Die Hintergründe für diesen Aufstand (der nicht als Krieg/bellum) sondern als „tumultus iudaicus“ bezeichnet wird) sind nicht bekannt, wohl aber, dass er von fanatischen Juden begonnen wurde, an Grausamkeiten kaum zu überbieten war und so viele Opfer forderte, dass Ost-Libyen fast entvölkert war und von den Römern mit Veteranen neu besiedelt werden musste. Gut nachbarschaftliches Miteinander war für lange Zeit nicht mehr vorstellbar. Für Zypern wurde sogar ein „ewiges“ komplettes Einreise- und Aufenthaltsverbot für Juden verhängt.

Trotzdem wuchs die jüdische Gemeinschaft ständig an.

Die Wanderung der Spanischen Juden zur Zeit der Inquisition

Zur Zeit der Inquisition, im 15. Jahrhundert, wanderte nochmals eine grosse Zahl von Juden aus Spanien aus. Ein Teil gelangte über Frankreich nach Deutschland und weiter in das östliche Europa. Zahlreiche Juden zogen zurück in den Nahen Osten, andere suchten ihr Glück in Marokko, Tunesien, Algerien und Ägypten.

Allerdings waren sie „Dhimmis“, was nicht anderes bedeutete, als dass sie nicht nur eine „Schutzsteuer“ zahlen mussten, sondern auch einigen Vorschriften der Sharia unterworfen waren. Die im Islam vorherrschende Kopfbedeckung für Männer war der Turban. „Dhimmis“ war das Tragen verboten, weil sie in den Augen der Moslems ehrlos waren, der Turban aber ein Zeichen der Ehre für die Araber war. Juden und Christen mit guten Beziehungen zu den moslemischen Herrschenden konnten sich manchmal das Recht, diese Ehre zu erhalten mit zusätzlicher Zahlung von Steuern erwerben. Dies galt auch für Nichtmoslems, die in irgendeiner Art eine wichtige Funktion innehatten.

Maimonides (geb. 1135 in Cordoba, gest. 1204 in Kairo) gilt als einer der bedeutendsten jüdischen Wissenschaftler nicht nur seiner Zeit. Vor die Wahl, zum Islam überzutreten oder zu fliehen, wählte er die zweite Option und zog mit seiner Familie nach Marokko. Von dort zogen sie zunächst nach Jerusalem, später weiter nach Alexandria und Kairo. Maimonides verfasste seine Schriften in Judeo-Arabisch, der in arabischen Ländern für Juden vorherrschenden Alltagssprache. Maimonides dürfte zu den Juden gehört haben, die sich die Ehre des Turbans käuflich erwarben.

Ab Mitte des 7. Jahrhunderts CE beginnt der Islam sich sehr schnell entlang des Mittelmeeres, auf dem Balkan, in Spanien, dem Iran, Irak, der Türkei, der Arabischen Halbinsel auszubreiten. Dort lebende Juden und Christen dürfen zwar ihre Religion beibehalten und unterstehen als „Menschen des Buches“ dem „Schutz“ der neuen Herrscher.

Doch die wirkliche Gefahr, die bereits vom frühen Islam ausging und sich bis heute – sogar noch verschärft – erhalten hat, ist die klare Absicht der Moslems. Es kommt nicht von ungefähr, dass sich in Sure 17 entscheidende Hinweise finden, wie mit Ungläubigen und deren Eigentum umgegangen wird, wenn sie sich nicht zum Islam bekennen. Allerdings findet man auch den nachfolgenden Hinweis: „Wenn sich einer rechtleiten lässt, tut er das zu seinem eigenen Vorteil, und wenn einer irregeht, zu seinem eigenen Nachteil. Und keiner wird die Last eines anderen tragen. Und wir hätten nie (über ein Volk) eine Strafe verhängt, ohne vorher einen Gesandten (zu ihm) geschickt zu haben.“

Wie beruhigend. Aber welche Aufgabe hat der Gesandte? Beschwichtigen? Druck ausüben? Wie erkennt man die Gesandten? Ohne tief reichende Forschungen und Koranexegesen vorzunehmen, darf man zwei Punkte als gesichert annehmen:

  1. Dhimmis haben keine Ehre, sie befinden sich, unabhängig von ihrer persönlichen Stellung in völliger Abhängigkeit von der jeweiligen moslemischen Verwaltung ihres Heimatstaates.
  2. Jedes Gebiet das jemals von Moslems erobert und/oder besetzt wurde, gilt für sie auf ewig als islamisches Gebiet, das sie mit der grössten Selbstverständlichkeit für sich beanspruchen.

Daraus leiten Moslems bis heute als ihr Exklusivrecht ab, dass Dhimmis nie über einen eigenen Staat verfügen dürfen. Dass also auch folgerichtig, Israel nie als jüdischer Staat existieren darf.

Von Esther Scheiner

 

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Von am 25/09/2017. Abgelegt unter Israel. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

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