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Akademische Würden hinter Gefängnismauern

Keiner, der eine mehr oder weniger lange Haftstrafe hinter Gefängnismauern verbringen muss, sitzt dort, weil er vergessen hat, eine Rechnung zu zahlen. Und niemand, der dort für den Rest seines Lebens einsitzen muss, hat zuvor jemanden nur geohrfeigt.

Oder, vielleicht hat er vergessen, eine Rechnung zu zahlen, vielleicht hat er jemanden geohrfeigt, aber das sind nicht die Gründe der Verurteilung.

Im Fall von Jamal Abu Muhsin war es ein 1991 begangenes Tötungsdelikt an einem 76 jährigen Israeli. Abu Muhsin wollte den Tod von Palästinensern rächen, die von Soldaten der IDF nach Attacken auf sie erschossen worden waren. Er übte Selbstjustiz, indem er den unschuldigen Mann erstach – ein klarer Fall von Terror.

Nun durfte er im Zuge der Freilassung von Gefangenen das Gefängnis verlassen.

Er hat gute Chancen, seinem neuen Leben einen anderen Sinn zu geben, als den Terror gegen Israel erneut aufzunehmen.

So wie einige hundert weiterer palästinensischer Gefangener konnte er während seiner Strafzeit seine Bildung vervollständigen, vom Pflichtschulabschluss, über das Abitur, bis hin zum Studienabschluss. Von 1991 bis 2011 bot Israel dieses Programm an und finanzierte es auch. Erst 2011 wurde das Programm als Teil der Sanktionen auf Grund von ständig steigenden Anforderungen der Gefangenen eingestellt.

Nun läuft es, selbstorganisiert in der Grauzone der Legalität weiter. Angeboten wird das Studienprogramm nun durch Universitäten in Gaza und im WJL.

Marwan Barghouti, der wohl prominenteste Gefangene, unterrichtete eine Zeit lang in seinem eigenen Fachgebiet „Israel Studien“. Seit seinem Aufruf, einen Aufruhr gegen Israel zu beginnen, wurde ein Besuchsverbot gegen ihn erteilt.

Abu Muhsin war sein Student. Sein BA hat er im Fernstudium an der Hebrew University in Jerusalem erworben, sein MA erhielt er an der palästinensischen Al-Quds University.

Weltweit ist es Gefangenen möglich, zu studieren, allerdings gibt es in der Regel Einschränkungen, wenn die Straftaten in einem politisch motivierten Umfeld stattfanden.

In Israel gab es nur zwei Einschränkungen: die Studienunterlagen mussten in Hebräisch verfasst sein, und die Studiengänge durften keine potentiellen Gefahren für die Sicherheit der Bürger und des Staates darstellen: Physik, Chemie und Politikwissenschaften blieben den einsitzenden Studenten verschlossen.

Von Esther Scheiner

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Von am 29/01/2014. Abgelegt unter „Während Israel nicht nur vom BDS boykottiert wird…“. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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