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Alltagsleben und Organisationen der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler: Die Deutsche Arbeitsfront

Die Deutsche Arbeitsfront war zuerst eine Gliederung der NSDAP; im Sinne des Gesetzes zur Sicherung der Einheit von Staat und Partei und Staat vom 1. Dezember 1933. Doch laut Gesetz vom 29. März 1935 wurde die DAF dann aber als angeschlossener Verband der NSDAP bezeichnet. Wesen und Ziel der Deutschen Arbeitsfront wurden in einer Verordnung Hitlers vom 14. Oktober 1934 festgelegt.

Adolf Hitler und Robert Ley begutachten eine Einheit von DAF (Deutsche Arbeitsfront) beim Reichsparteitag 1935 in Nürnberg. Foto: Archiv/US-Army

In Paragraph 1 dieses Gesetzes stand: „Die Deutsche Arbeitsfront ist die Organisation der schaffenden Deutschen der Stirn und Faust!“ In der DAF wurden die ehemaligen Mitglieder der „gleichgeschalteten“ Gewerkschaften, Angestelltenverbände und Unternehmervereinigungen – in der Theorie – als gleichberechigte Mitglieder zusammengeschlossen. Das Vermögen der gleichgeschalteten Organisationen war schon zuvor an die DAF gefallen. Aus diesem Vermögen wurde auch die Einrichtung zur Selbsthilfe der Deutschen Arbeitsfront gespeist. Diese Selbsthilfeeinrichtung sollte im Falle der Existenznot eines Mitgliedes einspringen beziehungsweise einem Mitglied bei einer Existenzgründung behilflich sein.

Die Mitgliedschaft bei der DAF wurde durch die Mitgliedschaft bei einer beruflichen, sozialpolitischen, wirtschaftlichen oder weltanschaulichen Organisation nicht ersetzt. Nach der Ideologie des Nazi-Regmies sollte durch die DAF eine „wirkliche Volks- und Leistungsgemeinschaft aller Deutschen“ gebildet werden. In der Realität sah es aber so aus, dass die Unternehmer nun fast gänzlich frei innerhalb ihrer Unternehmen schalten konnten, die Arbeitnehmer ihre berechtigten Interessen ohne die vorher bestehenden Gewerkschaften weitaus schlechter behaupten konnten als vor dem Jahre 1933. Die Führung der Deutschen Arbeitsfront lag gänzlich bei der NSDAP.

Geführt wurde sie zuerst vom Stabsleiter der Politischen Organisation (PO), der wiederum von Hitler ernannt wurde. Die übrigen Führer der DAF wurden vom Stabsleiter der PO ernannt oder entlassen. Bei Ernennungen sollte er in erster Linie auf Mitglieder der in der NSDAP vorhandenen Gliederungen zurückgreifen wie beispielsweise SA und SS. Die territoriale Gliederung der DAF entsprach gänzlich der der NSDAP. Für die fachliche Gliederung sollte das in der Nazi-Partei aufgestellte Ziel einer organischen Ordnung maßgebend sein. Die territoriale und fachliche Gliederung der DAF wurde vom Stabsleiter der Politischen Organisation bestimmt und im Dienstbuch der Deutschen Arbeitsfront veröffentlicht.

Auch entschied er über die Zugehörigkeit und Aufnahme in die DAF. Die Kassenführung der DAF unterstand der Kontrolle des Schatzmeisters der NSDAP. Amtsträger der Deutschen Arbeitsfront waren: DAF-Obmänner, DAF-Walter und KdF-Warte. Desweiteren stand in einer Verordnung: „Die Deutsche Arbeitsfront hat den Arbeitsfrieden dadurch zu sichern, dass bei den Betriebsführern das Verständnis für die berechtigten Ansprüche ihrer Gefolgschaft, bei den Gefolgschaften das Verständnis für die Lage und die Möglichkeiten ihres Betriebes geschaffen wird..!“ Nach der offiziell verbreiteten NS-Theorie sollte die DAF stets einen gerechten Ausgleich zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern herbeiführen, was in der Regel nur Theorie blieb.

Die Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront bestanden im Einzelnen: 1. Weltanschauliche Erziehung aller Mitglieder der DAF zum Nationalsozialismus. 2. Arbeits- und sozialrechtliche Betreuung aller Mitglieder. 3. Als NS-Gemeinschaft im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Existenz ihrer Mitglieder durch Schaffung eines sozialen Ausgleichs in Zusammenarbeit mit der Organisation der gewerblichen Wirtschaft und den Treuhändern der Arbeit. 4. Freizeitgestaltung durch die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ in der DAF. 5. Soziale Betreuung aller Reichsdeutschen im Ausland im Rahmen der im Gastland dafür geltenden gesetzlichen Bestimmungen. 6. Sonstige Aufgaben, die immer von Hitler selbst gestellt wurden.

Mitgliedschaft in der DAF: In der Deutschen Arbeitsfront wurde zwischen Einzelmitgliedschaft und korporativer Mitgliedschaft unterschieden. Einzelmitglieder konnten alle berufstätigen „Volksgenossen deutscher Staatsangehörigkeit“ werden. Die Einzelmitgliedschaft schloss die Berechtigung zur Inanspruchnahme der Einrichtungen der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ ein. Auch konnte nur Hitler selbst bestimmen, dass gesetzlich anerkannte Organisationen korporativ der DAF angehörten. Es waren dies: 1. Mitglieder des Reichsnähstandes. 2. Mitglieder der dem Sachverständigenbeirat für die Volksgesundheit der NSDAP unterstehenden Verbände. 3. Mitglieder der Reichskulturkammer und 4. Mitglieder des NS-Rechtswahrbundes.

Deutsche Arbeitsfront. Foto: Archiv

Was natürlich bei der Deutschen Arbeitsfront nicht fehlen durfte war das Propagandaamt. Hierzu gehörte auch das Propaganda-Amt der NS-Organisation „Kraft durch Freude“. Das Propagandaamt hatte folgende Aufgaben: Durchführung von Propaganda-Maßnahmen im Namen der DAF, Genehmigung, bzw. Durchführung öffentlicher Veranstaltungen, propagandistische Ausrichtung der Presse über das Presseamt, Rednereinsatz- und information, Veranstaltung von Ausstellungen, Entwurf von Plakaten, Herausgabe von Werbeschriften, Herstellung und Vorführung von Werbe- und Aufklärungsfilmen und Mitarbeit an Rundfunksendungen.

Und last not least entstand ein Plakat, das von Hitler selbst unterzeichnet war: „Ehret die Arbeit und achtet den Arbeiter.“

Dieser Satz war zynisch und menschenverachtend, denn die jüdischen- und aus den besetzten Gebieten ins Reich gesandten Zwangsarbeiter hat niemand geehrt und geachtet; – man hat sie systematisch umgebracht.

Von Rolf von Ameln

Rolf v. Ameln ist Buchautor, sowie IN_Korrespondent in Deutschland und Spezialist für Themen der Zeitgeschichte. Er schreibt seit 25 Jahren für die Israel-Nachrichten.

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Von am 21/10/2018. Abgelegt unter Spiegel der Zeit. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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