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Adolf Hitlers letzter Brief an seinen Freund Kubizek und sein erstes Testament

Kurz nachdem Hitler zum Reichskanzler ernannt worden war, schrieb August Kubizek ihm einige Zeilen, ohne mit einer Antwort zu rechnen, die ihn aber dann doch erreichte:

Herrn
Stadtamtsleiter August Kubizek
Eferding/Oberösterreich.
Adolf Hitler München, den 4. August 1933
Braunes Haus
Mein lieber Kubizek!
Erst heute wird mir Dein Brief vom 2. Februar vorgelegt. Bei den Hunderttausenden von Schreiben, die ich seit dem Januar erhielt, ist es nicht verwunderlich. Umso größer war meine Freude, zum ersten Mal nach so vielen Jahren eine Nachricht über Dein Leben und Deine Adresse zu erhalten. Ich würde sehr gerne – wenn die Zeit meiner schwersten Kämpfe vorüber ist – einmal persönlich die Erinnerung an diese schönsten Jahre meines Lebens wieder wachrufen. Vielleicht wäre es möglich, dass Du mich besuchst.
Dir und Deiner Mutter alles Gute wünschend bin ich in Erinnerung an unsere alte Freundschaft
Dein Adolf Hitler.

Als es nach dem „Anschluss Österreichs“ in Linz zu einer erneuten Begegnung kam, begrüßte Kubizek, dem jede Vertraulichkeit „ungehörig“ erschien, Hitler mit sehr formellen Worten, die er vorher sorgfältig einstudiert hatte, was Hitler auch nicht entging. Er war sehr erleichtert, als Hitler ihn dann auch mit „Sie“ anredete.
Einer der letzten von Adolf Hitler vor Beginn des Zweiten Weltkrieges mit der Hand geschriebenen Texte bildet sein Testament vom 2. Mai des Jahres 1938:

Zu Händen von Minister Lammers
Mein persönliches Testament.
Es ist sofort nach meinem Tod im Beisein des Reichsschatzmeisters der Partei zu eröffnen. Die Pg. (Parteigenossen, Anm.d.Verf.) Bormann und Schaub sind unmittelbar zu verständigen.
Mein Testament
Für den Fall meines Todes verfüge ich:
1.) Mein Leichnam kommt nach München, wird dort in der Feldherrnhalle aufgebahrt und im rechten Tempel der ewigen Wache beigesetzt. (Also der Tempel neben dem Führerbau) Mein Sarg hat dem der übrigen zu gleichen.
2.) Mein gesamtes Vermögen vermache ich der Partei. Die mit dem Parteiverlage abgeschlossenen Verträge werden dadurch nicht berührt. Über die noch vorhandenen oder künftigen Einnahmen aus meinen Werken verfügt die Partei.
3.) Die Partei muß dafür folgende Beträge jährlich zur Auszahlung bringen:
a.) An Fräulein Eva Braun – München auf Lebenszeit monatlich 1000 Mark (ein tausend Mark) also jährlich 12000 Mark.
b.) An meine Schwester Angela – Dresden auf Lebenszeit monatlich 1000 Mark (eintausend Mark) also jährlich 12000 Mark. Sie hat davon ihre Tochter Trial zu unterstützen.
c.) An meine Schwester Paula – Wien auf Lebenszeit monatlich 1000 Mark (eintausend Mark) also jährlich 12000 Mark.
d.) An meinen Stiefbruder Alois Hitler einen einmaligen Betrag von 60000 Mark (sechzigtausend Mark).
e.) An meine Haushälterin Frau Winter – München auf Lebenszeit monatlich 150 Mark (einhundertfünfzig Mark).
f.) An meinen alten Julius Schaub den einmaligen Betrag von 10000 Mark und auf Lebenszeit eine monatliche Rente von 500 Mark (fünfhundert Mark).
g.) Für meinen Diener Krause eine Rente von monatlich 100 Mark (einhundert Mark) auf Lebenszeit.
h.) Für die Diener Singe und Junge einmalig je 3000 Mark (dreitausend Mark).
i.) Für meine Verwandten in Spital Niederösterreich den einmaligen Betrag von 30000 Mark (dreißigtausend Mark), die Verteilung dieses Betrages bestimmt meine Schwester Paula Hitler in Wien.
————————————–
4.) Die Einrichtung des Zimmers in meiner Münchener Wohnung in dem einst meine Nichte Geli Raubal wohnte, ist meiner Schwester Angela zu übergeben.
5.) Meine Bücher und Briefschaften sind von Pg. Julius Schaub zu sichten und soweit sie persönlich privater Art sind entweder zu vernichten oder meiner Schwester Paula zu übergeben. Pg. Julius Schaub hat darüber allein zu entscheiden.
6.) Meine sonstigen Wertsachen, mein Haus auf dem Obersalzberg, meine Möbel, Kunstwerke, Bilder usw. gehen in das Eigentum der Partei über. Sie sind vom Reichsschatzmeister zu verwalten. Soweit sich diese Gegenstände in meiner Berliner Wohnung in der Reichskanzlei befinden, sind sie von Pg. Schaub festzustellen.
7.) Der Reichsschatzmeister ist berechtigt kleinere Gegenstände als Andenken zur Erinnerung an ihren Bruder meinen beiden Schwestern Angela und Paula zu überlassen.
8.) Ich verordne, daß die Partei für meinen Adjudanten Bruckner und für den Adjudanten Wiedemann auf Lebenszeit würdig sorgt. Ebenso für Herrn und Frau Kannenberg.
9.) Zum Vollstrecker dieses Testaments bestimme ich die Pg. Franz, H. Schwarz als den Reichsschatzmeister. Im Falle seines Ablebens oder seiner Verhinderung den Pg. Reichsleiter Martin Bormann.
Berlin, den 2. Mai 1938
Adolf Hitler.

Adolf Hitler, der zeitlebens zum Geld eine ähnliche Beziehung wie zur Rechtschreibung hatte, nach 1933 keine Kirchensteuern zahlte, obgleich er niemals aus der Katholischen Kirche austrat, auf seine Veranlassung am 15. März 1935 als Steuerzahler aus den Unterlagen des Münchener Finanzamtes verschwand, sorgte sich in diesem Testament vor allem um die finanzielle Zukunft seiner Verwandten und der Menschen seiner unmittelbaren Umgebung, denen gegenüber er sich dankbar erweisen zu meinen müsste. Ihn selbst hatte das Glück buchstäblich verwöhnt, soweit es sich um finanzielle Mittel belangte. Schon als junger Mann verfügte er infolge von Erbschaften über soviel „Taschengeld“, dass nicht nur berufstätige junge Akademiker froh gewesen wären, regelmäßig so umfangreiche Finanzen zur Hand zu haben. Und als er sich dann im September des Jahres 1919 parteipolitisch zu betätigen begann, floss ihm Geld von Menschen zu, die er überhaupt nicht näher kannte. Tausende von Mark stifteten ihm und seiner Partei schon 1920 Industrielle und andere Gönner, nachdem sie ihn – zum Teil nur einmal – hatten reden hören. So passte seine „Klage“ vom 4. Juli 1942 denn auch ins Bild, dass er als „schlecht“ bezahlter Reichskanzler großartige Stiftungen an Galerien, Museen und Städte und die Unterhaltung des Führerhauptquartiers nur aus seiner Privatschatulle leisten könne, weil sein Werk „Mein Kampf“ ihm sehr hohe Honorare einbringe.

Wie es weitergeht „An der Schwelle zur Macht“ erfährt die geneigte Leserschaft der Israel Nachrichten in einer der nächsten Ausgaben.

Von Rolf von Ameln

Rolf v. Ameln ist Buchautor, sowie IN-Korrespondent in Deutschland und Spezialist für Themen der Zeitgeschichte. Er schreibt seit 25 Jahren für die Israel-Nachrichten.

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Von am 10/11/2019. Abgelegt unter Spiegel der Zeit. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Sie knnen eine Antwort oder einen Trackback zu diesem Eintrag hinterlassen

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