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Jüdische Organisation bringt Lebensmittel zu Holocaust-Rettern

Alternde Polen, die während des Holocaust Juden gerettet haben, sind vom Coronavirus bedroht. Also liefert eine jüdische Gruppe ihnen Essen.

Als Teenager in Warschau während des Holocaust half Krystyna Kowalska, eine vierköpfige jüdische Familie zu retten, die sich in der Bäckerei ihrer Familie versteckte.

Jonny Daniels liefert Lebensmittel an einen Judenretter in Warschau, Polen. Foto: From the Depths

Sie erinnert sich nicht daran Angst gehabt zu haben, obwohl, dass wenn sie entdeckt worden wären, ihre ganze Familie mit ziemlicher Sicherheit an Ort und Stelle zusammen mit den Juden, die sie versteckt hatten, erschossen worden wäre.

Aber jetzt, im Alter von 88 Jahren, fürchtet Kowalska um ihr Leben wegen des Coronavirus, dessen Todesrate bei Personen über 70 besonders hoch ist.

„Es ist eine beängstigende Zeit für mich, draußen zu sein, da ich die Auswirkungen dieses Virus auf meine Altersgruppe sehe“, sagte Kowalska, eine Witwe, deren Sohn gestorben ist und die allein in einer Wohnung im dritten Stock ohne Aufzug lebt.

Überall auf der Welt haben Menschen ihrer Generation ihre Interaktion mit der Außenwelt minimiert, um eine Ansteckung mit COVID-19 zu vermeiden.

Für die Retter der Juden in Warschau, wurde diese Woche das Leben erheblich einfacher.

Die Gedenkgruppe „From the Depths“, die im vergangenen Jahr begann, diesen Menschen die Juden retteten kostenlose Taxifahrten anzubieten, wandelte ihre kleine Flotte von vier Autos in einen Lieferservice um, der die Grundbedürfnisse der Empfänger in ihren Häusern erfüllen und sie gleichzeitig so wenig Risiko wie möglich aussetzen soll.

Seit Sonntag hat die Stiftung Lebensmittel an etwa 20 Menschen geliefert, die als Gerechte unter den Völkern anerkannt sind. Dies ist Israels Titel für Nichtjuden, die ihr Leben riskierten, um Juden vor dem Völkermord zu retten. Die Taxis werden nach jeder Lieferung desinfiziert und der Gründer der Gruppe, Jonny Daniels, sagte, er liefere die Lebensmittel persönlich mit einer Maske und Handschuhen an die Empfänger aus.

„Nachdem die Pandemie ausgebrochen war, sahen wir mehr und nicht weniger Nachfrage nach dem Taxi“, sagte er.

Die Gerechten waren mehr auf die Taxis angewiesen, um sich fortzubewegen, weil sie weniger riskant waren als öffentliche Verkehrsmittel, sagte Daniels.

„Aber sie müssen immer noch Lebensmittel kaufen, oft in mehreren Supermärkten, weil viele Menschen sie gehortet haben, was zu Engpässen bei Grundprodukten geführt hat“, fügte er hinzu.

Also machte „From the Depths“ eine Liste mit 40 Adressen und plant, bis Samstag alle Personen auf der Liste zu beliefern.

Um dieTaxis von den Viren frei zu halten, zahlt die Gruppe auch für überteuerte Desinfektionsmittel, die die Mitarbeiter – der Verband hat mehrere Fahrer, einen Administrator und Dutzende von Freiwilligen – zwischen den Fahrten anwenden.

Bis Dienstag hatte Polen mehr als 200 bestätigte Fälle des Coronavirus und fünf Todesfälle.

„Wir haben medizinisches Personal konsultiert und die Technik, die wir anwenden, ist im Grunde die gleiche wie in Krankenwagen“, sagte Daniels.

Daniels sagte, einige Empfänger seiner Lieferungen seien im Laufe der Jahre seine Freunde geworden und hätten ihn zum Tee eingeladen. Einige sind einsam.

„Ich lehne die Einladungen höflich ab“, sagte er. „Das sind Leute, die ich normalerweise bei Veranstaltungen umarme und auf die Wange küsse, aber heutzutage trage ich die Taschen einfach in ihre Wohnungen und gehe dann wieder.“

Kowalska, eine von nur ein paar Dutzend noch lebenden Rettern in Polen, sagte, sie verstehe die Situation.

„Es ist ein freundlicher Service. Das bedeutet, dass ich nicht nach draußen gehen und meine Gesundheit riskieren muss. Die Tatsache, dass ich ihnen vertrauen kann, bedeutet für mich die Welt“, sagte sie

Mitglieder der Stiftung „From the Depths“ haben damit begonnen, Zeit für Telefon-Chats mit den Gerechten vorzusehen, um ihr Gefühl der Isolation zu bekämpfen, sagte Oliver Wangart, der Hauptfahrer und Leiter der Logistik für einen Dienst, den der Verband „Stille Helden“ nennt.

Der Liefer- und Taxiservice ist nur in Warschau verfügbar, was das Budget von „From the Depths“ bereits stark belastet, sagte Daniels.

„Aber das sind Menschen, die sich in der Stunde der Not unseres Volkes für die Juden eingesetzt haben“, sagte er. „Nun, jetzt ist ihre Stunde der Not und wir müssen für sie eintreten.“

IN-Redaktion

Die Israel-Nachrichten haben auf Facebook eine Spendenaktion zur Unterstützung der Gruppe „From the Depths“ ins Leben gerufen. Wenn auch Sie spenden wollen, können Sie das unter diesem Link tun: https://www.facebook.com/donate/2276406369320363/?fundraiser_source=external_url

Vielen herzlichen Dank!

Dr. Dean Grunwald

Herausgeber

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Von am 20/03/2020. Abgelegt unter Europa. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

Ein Kommentar zu: Jüdische Organisation bringt Lebensmittel zu Holocaust-Rettern

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