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In Galiläa gefundener antiker Schädel beweist das der moderne Mensch aus Afrika migrierte

In der Dan David-Manot Höhle im westlichen Galiläa, wurde ein 55.000 Jahre alter menschlicher Schädel gefunden, der sich von großer Bedeutung für das Studium des menschlichen Ursprungs erweist.

Der Schädel ist ein äußerst wichtiger Fund sagt Dr. Omry Barzili, einer der Forscher der das Grabungsprojekt leitet. „Er bildet den frühesten fossilen Beweis menschlichen Lebens außerhalb Afrikas. Er zeigt an, dass der Moderne Mensch der in Afrika entstand, in andere Teile der Welt auswanderte“, sagte Dr. Barzili der Tazpit News Agency.

Der gefundene Schädel. Foto: Israel Antiquties Authority

Der gefundene Schädel. Foto: Israel Antiquties Authority

Die Höhle in der jetzt der Schädel gefunden wurde, ist durch Zufall im Jahr 2008 während einer Erweiterung des nahe gelegenen Dorfes Manot entdeckt worden. Ein Bulldozer der bei Bauarbeiten an der Abwasserinfrastruktur eingesetzt wurde, legte den Eingang zu der Höhle frei. „Nach der Entdeckung der Höhle wurde Dr. Ofer Madrer von der Antikenbehörde gerufen der festgestellt hat, dass die Höhle wichtige prähistorische Erkenntnisse liefern könnte“, sagte Dr. Barzili.

„Der Schädel wurde an einem Fundament in der Mitte der Höhle gefunden. Es war mit Höhlenablagerungen, die allgemein als Tropfstein bekannt sind, abgedeckt. Wir datierten die Tropfsteinablagerungen durch Uran-Thorium auf 55.000 Jahre vor der christlichen Zeitrechnung“, fügte Dr. Barzili hinzu.

Später wurde der Schädel einer Morpho metrischen Analyse unterzogen und festgestellt, dass er einem modernen Menschen gehörte. Er weist Ähnlichkeiten zu Schädeln aus Afrika auf der einen Seite aus und den Schädeln des modernen Menschen aus Europa auf der anderen.

Zwei Haupthypothesen dominieren die Forschung über den Ursprung des modernen Menschen (Homo sapiens). Die erste behauptet, dass der moderne Mensch aus einem 200.000 Jahre alten Bevölkerungskern aus Ostafrika entstanden ist, der vor ca. 100.000 Jahren in andere Teile der Welt migrierte. Die zweite Hypothese behauptet, dass die heutige moderne Bevölkerung in einer späteren Migrationswelle, die vor rund 65.000 Jahren stattfand, entstanden ist.

Während die erste Hypothese durch DNA die aus Knochen extrahiert wurde unterstützt wird, fehlte die zweite Hypothese in den fossilen Beweisen. „Der Schädel ist der erste moderne Mensch außerhalb Afrikas, der auf die Zeit zwischen 45 bis 65.000 Jahren datiert wird. Er ist das fehlende Bindeglied, das die Behauptung bestätigt, dass der moderne Mensch von einer Migrationswelle abstammt, die vor rund 65.000 Jahren entstanden ist“, sagte Dr. Barzili der Tazpit News Agency.

Innenansicht der Höhle. Foto: Israel Antiquties Authority

Innenansicht der Höhle. Foto: Israel Antiquties Authority

Dr. Barzili denkt, dass die Höhle in Zukunft ein interessanter Ort für Touristen sein kann: „Ich hoffe, dass die Höhle zukünftig für die Öffentlichkeit offen sein wird. Die Höhle ist wirklich schön, eine zentrale Kammer und zusätzliche Seiten enthalten weitere Kammern“, sagte er.

Die Höhle und ihre Ergebnisse werden nun seit fünf Jahren untersucht. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Tel Aviv, Israels Antikenbehörde (Antiquities Authority) und der Ben-Gurion-Universität des Negev, die von Professor Israel Hershkovitz, Dr. Omry Barzilai und Dr. Ofer Marder geleitet werden.

Viele andere Institutionen sind an der Forschung beteiligt, sagte Dr. Barzili, sowohl israelische als auch ausländische.

Von Yotam Rozenwald

Tazpit News Agency

für Israel-Nachrichten.org

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Von am 30/01/2015. Abgelegt unter Israel. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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