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Bericht: Das antike Bet HaKnesset (Synagoge) in Magdala

Fuhr man noch vor wenigen Jahren von Tiberias aus kommend am Yam Kinnert entlang nach Norden Richtung Golan, so passierte man irgendwann ein Hinweisschild „Magdala“. Rechts in der Nähe des Ufers stand eine winzig kleine Kapelle. Der breite Schilfgürtel und der Schotterstrand, die sich zwischen Kapelle und Ufer geschoben haben, zeigen an, um wie viel der Wasserstand von der optimalen Höhe entfernt ist. Dieser liegt bei – 208.80, der aktuelle Stand beträgt – 212.405.

migdal_2004Heute beherrschen Baumaschinen das Gelände, das eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat, 2000 Jahre vom damaligen Judentum bis heute, nun im Besitz eines katholischen Ordens.

Magdala besteht heute aus zwei, durch die Schnellstrasse völlig voneinander getrennten Ortsteile. Der Moschaw, die landwirtschaftliche Siedlung liegt links der Strasse, die Ausgrabungen und damit auch der Standort der historischen Stadt liegen rechts von ihr ausserhalb des Bildrandes.

Um 100 BCE war Magdala (Migdal) mit 38.000 Einwohnern eine der grössten Städte im Galil, bis sie um 66 CE zu Beginn des grossen Jüdischen Krieges, des Bar-Kochba Aufstandes, komplett zerstört wurde.

Während der Kreuzzüge errichteten Kreuzfahrer dort eine Kirche, die aber im Laufe der Jahrhunderte völlig verfiel.

1906 beginnen deutsche Katholiken mit der Neubesiedlung des Ortes, verkaufen den Grund aber bereits 1908 an jüdische Zionisten aus Russland. Diese haben sich zur Aufgabe gemacht, die ortsansässige Bevölkerung mit den neuesten Technologien der modernen Landwirtschaft vertraut zu machen.

1912 erwirbt der Franziskaner Orden die Grundstücke südlich der heutigen Ausgrabungen, in der Absicht, die antike Stadt freizulegen, die sie dort vermuten.

1960 erwirbt ein Bauunternehmer das Gelände nördlich von dem der Franziskaner um dort ein Feriendorf, das „Hawaii beach village“ zu bauen.

Ab 2006 werden die heutigen Eigentümer des Geländes, das „päpstliche Notre Dame von Jerusalem Zentrum“ auf dem sich die Ausgrabungen befinden aktiv und erwerben es Parzelle für Parzelle.

2006 wechselt das Gebiet des ehemaligen „Hawaii beach village“ und eine weitere Parzelle den Eigentümer.

Ab diesem Zeitpunkt tritt das Projekt „Magdala“ in die nächste Phase. Die italienischen Architekten Carlo und Francesco Giardino stellen ihr erstes, grob umrissenes Modell vor.

Anfang 2008 präsentiert der Betreiber seine Ideen erstmals den entsprechenden israelischen Behörden und stellt einen Bauantrag. Ziel des Projektes ist es, an diesem historischen Ort, der als „Kreuzung von jüdischer und christlicher Geschichte“ bezeichnet wird, einen Begegnungsort zu schaffen, der für Juden und Christen gleichermassen bedeutend ist.

Ein halbes Jahr später wird seitens der Regierung ein Baukostenzuschuss zugesagt, ein Jahr nach der Antragstellung liegt die Baubewilligung vor.

Nachdem nun alle administratorischen Voraussetzungen geschaffen sind, werden 2008 und 2009 die noch fehlenden Parzellen erworben. Papst Benedikt der XVI ist im Mai 2009 Gast der Grundsteinlegung.

Wann immer in Israel eine Grossbaustelle eingerichtet wird, bevor der erste Spatenstich getan wird, oder heute zutreffender der erste Bagger aktiv wird, waren sie schon da. Die Damen und Herren der zuständigen Israelischen Behörde für Antiquitäten (IAA), in deren Verantwortungsbereich alles rund um Altertum und Antiquitäten fällt. Sie suchen jeden Millimeter ab, heute oft mit moderner Luftbildarchäologie.

Mitarbeiter der IAA, Dina Avshalom-Gorni und Arfan Najjar, führten diese Grabungen zwischen Juli und November 2009 durch.

Lesen Sie den ganzen, reich bebilderten Artikel auf dem Blog

von Esther Scheiner

 

Von am 13/04/2016. Abgelegt unter „Während Israel nicht nur vom BDS boykottiert wird…“. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

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