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Menschliche Knochen in der Nähe von ehemaliger NS-Forschungsstelle gefunden

Archäologen haben in Berlin eine große Anzahl von menschlichen Knochen an einer Stelle ausgegraben, die in der Nähe einer Forschungseinrichtung liegt, wo Nazi-Wissenschaftler mit Körperteilen von Opfern aus Todeslagern experimentiert haben. Die Einrichtung erhielt die Körperteile von dem sadistischen SS-Arzt Josef Mengele geschickt, sagten Beamte am Donnerstag.

Medizinische Experimente an "Reichsausschusskindern" in Nazi-Deutschland. Foto: Archiv

Medizinische Experimente an so genannten „Reichsausschusskindern“ in Nazi-Deutschland. Foto: Archiv

Experten haben den Standort in Berlin-Dahlem untersuchen, nachdem eine Anzahl von Knochen dort bei Straßenarbeiten auf einem Grundstück gefunden wurden, dass bis zum Jahr 2014 zur Freien Universität Berlin gehörte.

Während der Ausgrabungen sind „zahlreiche gebrochene Schädel, Zähne, Wirbel und andere Knochen gefunden worden, auch die von Kindern“, sagt Susan Pollock, Professor für Archäologie an der Universität in einer Erklärung.

Die Knochen die im Jahr 2014 gefunden wurden sind nie identifiziert worden und die neue Entdeckung liefert Forschern „eine neue Möglichkeit, den ungewöhnlichen Fund und die Umstände zu beleuchten, unter denen sie begraben wurden“, sagte Jörg Haspel, der Leiter des Berliner Büro, dass die Gedenkstätten beaufsichtigt.

Mehrere der gefundenen Wirbel weisen Spuren von Klebstoff auf, was vermuten lässt, dass sie Teile von Skeletten gewesen sein könnten.

Die Fundstelle ist etwa 100 Meter entfernt von dem Ort, an dem in der NS-Zeit das Kaiser-Wilhelm-Institut für menschliche Erblehre und Eugenik stand.

Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft war schon vor der NS-Zeit weltbekannt und einst zählten berühmte Wissenschaftler wie Albert Einstein zu ihren Direktoren.

Während der NS-Diktatur, war das Dahlemer Institut eng mit der pseudowissenschaftlichen Rassenforschung verbunden und der berüchtigte Auschwitz-Arzt Mengele sowie andere haben viele Körperteile dorthin zum Studium geschickt. Es wurde unter anderem, auch eine Sammlung von Knochen aus deutschen Kolonien angelegt.

Experten planen jetzt die Methoden der osteologischen Identifikation zu verwenden, um zu versuchen, mehr über die neu entdeckten Knochen zu erfahren. Damit sollte zumindest das allgemeine Alter der Personen bestimmen werden können sowie ihr Geschlecht und wie viele Knochen von verschiedenen Menschen gefunden wurden, sagte Pollock. Ergebnisse werden frühestens am Ende des Jahres erwartet.

Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft wurde nach dem Krieg umbenannt und ist heute ein Teil der Universität der Stadt und der Max-Planck-Gesellschaft. Während der archäologischen Arbeiten, stehen sie in engem Kontakt mit mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland und dem Zentralrat der Sinti und Roma.

Zu Beginn dieses Jahres ordnete die Max-Planck-Gesellschaft an, in ihrem Archiv nach menschlichen Gehirnen zu suchen, die von Opfern des so genannten Euthanasie-Programm der Nazis stammen. In Nazi-Deutschland wurden psychiatrische Patienten und Menschen mit psychischen Mängeln getötet und es war eine vollständige Sammlung mit Gehirnen zur Untersuchung angelegt worden.

„Die Max-Planck-Gesellschaft trägt ein schwieriges Erbe durch ihre Vorgängerorganisation, der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft“, sagte der Präsident der Gesellschaft, Martin Stratmann, über die Teilnahme seiner Organisation an der laufenden archäologischen Untersuchung. „Wir sind uns der besonderen Verantwortung bewusst, die dieses Erbe mit sich bringt.“

 

Von am 01/09/2016. Abgelegt unter Europa. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

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