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Drohnen – die Waffe des 21. Jahrhunderts

Es gab Zeiten, die sind, zugegeben, schon sehr lange her, da verlief ein Krieg in der Regel zwischen zwei oder mehr Ländern. Die Kämpfe wurden ausserhalb der Städte ausgetragen, Opfer unter der zivilen Bevölkerung gab es kaum. Die Gebäude in den Städten blieben ebenfalls weitgehend verschont. Mit zwei Ausnahmen: Konnte einer der beiden Kontrahenten so weit vordringen, dass es zu einer Belagerung kam, so brach innerhalb der belagerten Stadt Elend und Not aus, es wurde gebrandschatzt, geplündert, geschändet und ermordet. Ähnlich erging es den Dörfern und Siedlungen, die das Pech hatten, innerhalb des umkämpften Gebietes zu liegen. Auch hier wurde unter dem Deckmantel der Kriegsnotwendigkeit kein Stein auf dem anderen gelassen. Der letzte Krieg, der sich in Europa so oder ähnlich abgespielt hat, war der von 1870/71. Der Soldaten kämpften noch 1:1 gegeneinander. Der Angreifer und der Angegriffenen standen sich auf Sichtweite gegenüber.

Ganz anders verlief bereits der Erste Weltkrieg.

Die industrielle Revolution, Eisenbahnen, Flugzeuge, moderne Waffensysteme und eine deutlich verbesserte Verkehrsinfrastruktur ermöglichten eine schnelle Truppenverlegung, Zwar gab es noch vereinzelte Kavallerieregimenter, doch deren Bedeutung für den Kriegsverlauf war marginal. Siege und Verluste betrafen nicht einzelne Frontabschnitte, sondern grosse Räume, ganze Grafschaften und kleinere Stadtstaaten. Der Krieg wurde in die mit Zivilisten bevölkerten Gebiete hineingetragen, wodurch die Zahl der Opfer unter der Zivilbevölkerung dramatisch anstieg. Die verbesserten Waffen stellten eine bereits recht hohe Treffgenauigkeit auch auf weiter entfernte Gebiete dar. Angreifer und Angegriffener „trafen“ sich weitaus weniger oft „auf dem Feld“ als bis anhin.

Im Zweiten Weltkrieg kamen nochmals weiter entwickelte Waffen zum Einsatz. Abwehrsysteme machten es möglich, Angriffe nicht mehr einfach hinzunehmen, sondern, gezielt zu reagieren. Der Krieg fand nicht mehr nur auf dem Boden statt, er wurde auch in der Luft ausgefochten. Durch den verstärkten Einsatz der Luftwaffe konnten teilweise dicht bewohnte Gebiete mit rasch aufeinander folgenden Angriffen überzogen werden. Die hohe Zahl der umgekommenen Zivilbevölkerung und die nahezu 100% Zerstörung einiger Städte belegen dies. Kampffelder, wie sie noch weniger als 100 Jahre zuvor bekannt waren, gab es im Zweiten Weltkrieg kaum noch. Über die Wahnsinnsentscheidung, den Krieg nach Stalingrad zu bringen, über den Einsatz von Chemiewaffen soll hier nicht geschrieben werden. Der Mensch, der einfache Soldat, wurde selbst zur Waffe. Zur Waffe die von den Kriegstreibern manipuliert worden war. Er erkannte die Schuld nicht länger bei sich, sondern klar bei denen, die ihm die Befehle gaben.

71 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges kennen wir ganz neue Waffen, gegen die wir erst geeignete Abwehrsysteme finden müssen. Sie werden „irgendwo“ programmiert und auf den Weg geschickt. Sie kennen nur dieses eine Ziel, einmal auf den Weg gebracht, sind sie nicht mehr zu stoppen. Sie können nur durch Zerstörung daran gehindert werden, ihren Auftrag zu erfüllen. Programmiert werden sie zwar durch Menschen, sie selber aber sind Maschinen, Roboter, denen jede Schuldfähigkeit fehlt. Und weil die Menschen „nur Roboter füttern“ weisen auch sie jede Schuld von sich. Die modernen Kriege sind entpersonalisiert. Die Frage von Schuld oder Unschuld, gerade nach dem Zweiten Weltkrieg die essentielle Frage schlechthin, gibt es hier nicht mehr.

Das israelische Sicherheitsunternehmen Elbit hat ein System entwickelt, mit denen Dronen, die für Kurz- oder Langzeiteinstätze geeignet sind frühzeitig entdeckt werden können. Ist die Drone als feindlich erkannt worden, werden die Radiosignale blockiert, so dass die vorgesehene Aufgabe, z.B. der Angriff auf ein ziviles Flugzeug, nicht mehr ausgeführt werden kann.

Und das neue System kann noch mehr: Es erkennt nicht nur die Signale der Drone selber, sondern kann auch den Ort ausmachen, wo sie programmiert wurde. Eine punktgenaue Reaktion wird somit erleichtert.

Am gestrigen Sonntag mussten die Anflüge auf den Flughafen Ben Gurion kurzfristig gestoppt werden. Ein Kapitän hatte im Anfluggebiet eine Drone ausgemacht. Um sicherzugehen, dass dieser kein Angriff auf sein oder ein nachfolgendes Flugzeug einprogrammiert worden war, wich er der Gefahr lieber aus, als sich ihr leichtsinnig zu stellen.

Von Esther Scheiner

 

Von am 15/11/2016. Abgelegt unter „Während Israel nicht nur vom BDS boykottiert wird…“. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

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