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Zeitgeschichte in den Israel Nachrichten: Hitlers Befehl an die Balkanarmee, was man den Deutschen heute bieten kann

Das Exilblatt „Die Zeitung“ berichtet am 7. April 1941 über den Feldzug auf dem Balkan und zwei kleiner gehaltene Mitteilung für die Juden:

Hitler hat an die deutschen Truppen, die in der Nacht zum Sonntag auf seinen Befehl über Griechenland und Jugoslawien hergefallen sind, einen Tagesbefehl erlassen, dessen einleitende Absätze es wert sind, wörtlich weitergegeben zu werden. Sie enthalten die hanebüchenste Geschichtsverfälschung, die selbst ein Hitler in seiner bisherigen Laufbahn versucht hat; sie bilden eine traurige Urkunde dessen, was man dem deutschen Volk und deutschen Soldaten heute zumuten kann: „Getreu dem Grundsatz, andere für sich kämpfen zu lassen, hatte England in der Absicht, Deutschland in einem neuen Kampf endgültig zu beseitigen, im Jahre 1939 Polen auserwählt, den Krieg zu beginnen und, wenn möglich, die deutsche Wehrmacht zu vernichten.

Die Zeitung: Hitler überfällt Griechenland und Jugoslawien. Foto: Arciv/RvAmeln

In wenigen Wochen haben die deutschen Soldaten der Ostfront das Instrument dieser britischen Kriegshetzer geschlagen und beseitigt. Am 9. April, vor einem Jahr, versuchte daraufhin England, sein Ziel durch einen Vorstoß in die nördliche Flanke Deutschlands zu erreichen. In unvergesslichem Kampf haben die deutschen Soldaten im norwegischen Feldzug ebenfalls in wenigen Wochen den Angriff abgeschlagen. Was die Welt nicht für möglich gehalten hatte, war gelungen. Die Wehrmacht des Deutschen Reiches sichert unsere Nordfront bis Kirkenes. Wieder wenige Wochen später glaubte Herr Churchill, den Augenblick für gegeben, über das mit England und Frankreich verbündete Belgien und Holland zum Ruhrgebiet vorstoßen zu können.

Es begann die historische Stunde der Soldaten unserer Westfront. Im glorreichsten Kampf der Kriegsgeschichte wurden die Armeen des kapitalistischen Westens geschlagen und endlich vernichtet. Nach 45 Tagen war auch dieser Feldzug entschieden. Nun konzentrierte Herr Churchill die Macht des britischen Imperiums gegen unseren Verbündeten in Nordafrika. Auch dort ist die Gefahr durch das Zusammenwirken deutscher und italienischer Verbände gebannt. Das neue Ziel der britischen Kriegsorganisatoren besteht nunmehr in der Verwirklichung eines Planes, den sie schon zu Beginn des Krieges gefasst hatten und nur durch die gigantischen deutschen Siege immer wieder zurückstellen mussten.

In Erinnerung an die Landung der britischen Truppen während des Weltkrieges in Saloniki haben die Griechenland erst mit ihrer Garantie eingefangen und dann endgültig den englischen Zwecken dienstbar gemacht.“ Der Tagesbefehl setzt dann in langatmigen Ausführungen auseinander, welche unendliche Geduld Hitler Jugoslawien und Griechenland entgegen gebracht habe und geht zu der Behauptung über, dass als „Antwort auf seine achtjährigen, ewig geduldigen Bemühungen“ in Belgrad „die gleichen im englischen Solde stehenden verbrecherischen Elemente“ die Macht an sich gerissen hätten, die schon im Jahr 1914 den Weltkrieg ausgelöst hätten. „Man hat, genau wie in Polen, die wilden Instinkte minderwertiger Subjekte gegen das Deutsche Reich mobilisiert.“

Eine lange Schimpfkanonade in diesem Stil leitet dann die Aufforderung ein, gegen die Jugoslawen besonders unmenschlich zu kämpfen. „Ihr werdet dort menschlich sein, wo Euch der Gegner menschlich gegenüber tritt. Da, wo er die ihm eigene Brutalität zeigt, werdet Ihr ihn hart und rücksichtslos niederbrechen.“ Der Schluss des Tagesbefehls lautet: „Wenn der deutsche Soldat es bewiesen hat, im Eis und Schnee des höchsten Nordens den Briten schlagen zu können, da wird er genau so nun, da die Not es erfordert, in der Hitze des Südens seine Pflicht erfüllen. Wir alle aber verfolgen dabei kein anderes Ziel, als unserem Volke die Freiheit und damit dem deutschen Menschen in der Zukunft seine Lebensmöglichkeiten zu sichern. Die Gedanken, die Liebe und Gebete aller Deutschen sind nun wieder bei Euch, meine Soldaten.“ Eine noch längere Proklamation an das deutsche Volk enthält dieselbe Variation über die bekannte „Stürmer“-Überschrift: „Jüdischer Hausierer beim deutschen Schäferhund.“

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Das Judenamt in Vichy: Die Vichy-Regierung gab am Sonntag bekannt, dass der neue Posten eines Generalkommissars für jüdische Angelegenheiten geschaffen worden sei. Der Posten wurde M. Xavier Valat, vorher Generalsekretär für Demobilmachungsfragen, übertragen. Auf diesen Schritt folgte am Montag die Veröffentlichung eines Gesetzes, das dem Generalkommissar Vollmachten zur Liquidierung jüdischen Eigentums gibt. Der Generalkommissar soll Vorschläge ausarbeiten und dem Staatsoberhaupt unterbreiten, die sich auf gesetzliche Maßnahmen in Bezug auf die Rechtsstellung der Juden, ihre politische Betätigung und auf Beschränkungen in der Berufsausübung beziehen. Der Kommissar wird ferner den Zeitpunkt festzusetzen haben, an dem jüdisches Eigentum liquidiert werden soll, falls im Wege des Gesetzes eine derartige Liquidation angeordnet werden sollte; hierbei soll auf volkswirtschaftliche Bedürfnisse Rücksicht genommen werden. Der Kommissar wird ferner Zwangsverwalter für beschlagnahmtes Eigentum einsetzen und ihre Geschäftsführung zu kontrollieren haben.

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Emigranten-Besitz in Hamburg beschlagnahmt: In Hamburg herrscht Mangel an Lagerraum, offenbart eine Folge der R.A.F.-Luftangriffe: Die Inhaber zerstörter Wohnungen müssen sehen, ihre Möbel einzulagern. Die Nazis benutzen diese Situation, um wieder einmal ihre Hand auf jüdisches Eigentum zu legen. Das „Hamburger Fremdenblatt“ berichtete am 29. März (1941), dass es nicht länger möglich sei, Möble und andere Haushaltsgüter ausgewanderter Juden zu lagern. Sie würden daher im Wege der öffentlichen Versteigerung verkauft werden. Der Erlös, der hierbei erzielt wird, werde den Eigentümern „gutgeschrieben“ werden. Gelegenheit, Möbel und Kleider zu ersteigern, soll in erster Linie Leuten gegeben werden, die Verluste durch Luftangriffe erlitten haben, ferner jung verheirateten Ehepaaren. Es liegen einstweilen keine Bericht vor, dass allgemein in dieser Weise vorgegangen wird. Möglicherweise handelt es sich um eine Hamburger Sonderaktion, zu der tatsächlich ungewöhnlich schwerer Bombenschaden den Anstoß gegeben haben mag?

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Ob man in London oder in Deutschland nichts von den beginnenden Deportationen der Juden nach dem Osten n o c h nichts wusste, – oder nichts wissen wollte -, mag dahingestellt bleiben.

Von Rolf von Ameln

 

Von am 22/10/2017. Abgelegt unter Spiegel der Zeit. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

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