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Adolf Hitler: Seine Notizen und sein unbändiger Antisemitismus der ein Volk in den Tod führen sollte II. Teil

Die Notizen des Jahrhundertverbrechers Adolf Hitler enthielten in knappester Form seine antisemitischen Vorstellungen aus der Zeit vor der Formulierung seiner „endgültigen Weltanschauung“, in der die „Protokolle der Weisen aus Zion“ zunächst eine maßgebliche Rolle spielten. Hitler unterstellte den Juden, nicht zu arbeiten, zu spekulieren, an der Börse Geschäfte zu machen, dem Luxus zu frönen, Hunger unter der Bevölkerung zu erzeugen und die Weltherrschaft im „Sinne der Protokolle der Weisen von Zion“ anzustreben. Um aber auch keinen einzigen Juden auszuschließen, behauptete er: „Was der Weise begreift, tut der gewöhnliche aus Instinkt.“

Den von Adolf Hitler erwähnten „Protokollen der Weisen von Zion“ zufolge, die Hitler nach dem Jahre 1919 vor allem über den „Russen“ Alfred Rosenberg kennen lernte, der erst am 19. Februar 1923 in München eingebürgert wurde, hat das systematisch zusammenarbeitete „Weltjudentum“ nach geheimen Vereinbarungen, deren Mitschrift die „Protokolle“ darstellen sollten, seit der Jahrhundertwende die jüdische Weltherrschaft angestrebt und auf Kosten anderer Völker zu verwirklichen gesucht. Obgleich diese Behauptungen und die Angaben über die Geschichte der „Protokolle“ aus Russland um das Jahr 1890, als aus dem Jahre 1901 stammende Protokolle jüdischer geheimer Vereinbarungen in Frankreich, als Protokolle von geheimen Sitzungen während des ersten Zionistischen Kongresses im Jahre 1897 in Basel, als schriftlich fixierte Ziele des 1807 von Napoleon I. erneuerten jüdischen Gerichtshofes Sanhedrin (Hoher Rat, IV. Mose, 11, 16), aber auch als ein 1864 auf Kaiser Napoleon III. gemünztes satirisches Zwiegespräch zwischen Machiavelli und Montesquieu in der Hölle und als Teil eines im Jahre 1868 unter dem Titel „Biaritz“ erschienenen deutschen Romans bezeichnet wurden und bereits bei ihrem Auftauchen unglaubwürdig erschienen, wurden sie nicht nur von Adolf Hitler und den meisten deutschen Antisemiten ernst genommen.

In den Jahren 1934/35, als die Herkunft der „Protokolle“ infolge einer Strafanzeige des Schweizerischen Israelischen Geheimbundes und der Israelischen Kultusgemeinde von Bern gegen die Antisemiten Theodor Fischer und Silvio Schnell gerichtlich untersucht und dabei die Feststellung getroffen wurde, dass es sich bei diesen angeblichen Mitschriften um raffinierte Fälschungen handelte, die im Büro der russischen politischen Polizei – Ochana – in Paris als wahrscheinliche Handhabe für die zaristische Regierung gegen die liberalen Kräfte in Russland hergestellt worden waren, war Hitler bereits deutscher Reichskanzler und brauchte die „Protokolle der Weisen von Zion“ nicht mehr zur Verhetzung des Volkes.

In der sogenannten „Kampfzeit“, besonders unmittelbar nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg, bildeten sie jedoch ein wichtiges „Fakten-Arsenal“ bei der propagandistischen „Beweisführung“ für die von Hitler und seinen Anhängern eifrig vertretene Behauptung, dass „das Judentum“ die Herrschaft über die Völker der Welt anstreben würde. In „Mein Kampf“, dessen Text Hitler im wesentlichen erst nach der Annahme des Dawesplanes durch die Londoner Konferenz formulierte, gebrauchte er im Zusammenhang mit „den Juden“ nicht nur Begriffe und Vorstellungen, die er offensichtlich durch die Lektüre des Bölsche-Buches „Vom Bazillus zum Affenmenschen“ kennengelernt hatte, sondern lieferte gleichzeitig auch die Kriterien zu einer bis dahin unvorstellbaren Beurteilung „der Juden“, die er nach der Verwirklichung des ersten Teiles seines „Weltmacht-Programms“ schließlich mit dem Schädlingsbekämpfungsmittel Zyklon-B wie Ungeziefer vernichten ließ.

Neu waren in „Mein Kampf“ zum Beispiel die Ausdrücke wie „Bazillus, Bazillenträger, Vampir, Spaltpilz der Menschheit“ und die Behauptung, dass die Erde „wie einst vor Jahrmillionen menschenleer durch den Äther ziehen“ werde, wenn „der Jude über die Völker dieser Welt siege. Der Jude ist und bleibt“ hieß es dort, „der typische Parasit, ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet, sowie nur ein günstiger Nährboden dazu einlädt. Die Wirkung seines Daseins aber gleicht ebenfalls der von Schmarotzern: wo er auftritt, stirbt das Wirtsvolk nach kürzerer oder längerer Zeit ab.“

Auch in dieser Hinsicht weichen seine Darstellungen in „Mein Kampf“ von den Auffassungen ab, die er in den Jahren von 1918 bis 1923 propagiert hatte. So rangieren neben der antisemitischen Grundhaltung sowohl der Krieg als Raubkrieg als auch nach der Gewinnung fremden Landes nicht nur gleichrangig neben der Einordnung des Krieges, sondern bilden zusammen mit ihr auch die kontinuierliche Einheit, die von Adolf Hitlers Seite aus bis Kriegsende im Mai 1945 keine Korrektur mehr erfuhr! In seinem politischen Testament vom 29. April des Jahres 1945, in dem er behauptete, dass der von ihm „im Jahre 1939“ angeblich nicht gewollte Krieg gegen Polen „vom internationalen Judentum“ propagiert worden sei, bildete das Bekenntnis zum Antisemitismus sogar den Abschluss seines letzten Willens: „Vor allem verpflichte ich die Führung der Nation und die Gefolgschaft zur peinlichen Einhaltung der Rassengesetze und zum unbarmherzigen Widerstand gegen den Weltvergifter aller Völker, das internationale Judentum.“

Die Notizen, die Hitler in den Jahren 1921/23 niederschrieb, lassen zwar keine Zweifel mehr daran, was er mit der Äußerung wie „Deutschland wehre Dich“, „Deutschland wird durch uns frei“, „Abrechnung mit der Brut der Verderber“, „Todesstrafe und aufhängen“ meinte, aber zur Zeit der Formulierung dieser Stichwörter stand der Hass auf die Juden noch für sich allein. Noch hatte Hitler nicht seine spezifische Lebensraum-Theorie entwickelt und den Antisemitismus mit dem Krieg als notwendigen Raubkrieg verbunden und zu den tragenden Maximen und Forderungen erhoben, wie es in „Mein Kampf“ der Fall ist. Noch forderte er die „Schaffung eines sozialen Staates“ und die „Lösung der Judenfrage“ und machte dies zum Anliegen seiner nationalsozialistisch gestellten Zukunft.

Wenn er den Krieg behandelte, beschwor er ihn und seine Folgen nur herauf, um „den Juden“ vorwerfen zu können, während des Ersten Weltkrieges das Volk durch Teuerungen zielstrebig ausgehungert und um seine Substanz für den Kampf ums Dasein gebracht zu haben.

Wie es mit Hitlers Notizen weitergeht, erfährt die Leserschaft der Israel Nachrichten in einer der nächsten Ausgaben.

Von Rolf von Ameln

Rolf v. Ameln ist Buchautor, sowie IN-Korrespondent in Deutschland und Spezialist für Themen der Zeitgeschichte. Er schreibt seit 25 Jahren für die Israel-Nachrichten.

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Von am 03/02/2020. Abgelegt unter Spiegel der Zeit. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Sie knnen eine Antwort oder einen Trackback zu diesem Eintrag hinterlassen

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