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Zeitgeschichte in den Israel Nachrichten: Adolf Hitlers Werdegang im Ersten Weltkrieg

In „Mein Kampf“ schrieb Hitler: „Aus politischen Gründen hatte ich Österreich in erster Linie verlassen, was war aber selbstverständlicher, als daß ich nun, da der Kampf begann, meiner Gesinnung erst recht Rechnung tragen mußte. Ich wollte nicht für den Habsburgischen Staat fechten, war aber bereit, für mein Volk und das dieses verkörpernde Reich jederzeit zu sterben.“ Wahr ist, dass er sich in München sofort zum Kriegsdienst meldete und schrieb: „Bereits am 3. August reichte ich ein Immediatgesuch an Seine Majestät König Ludwig III. ein mit der Bitte, in ein bayrisches Regiment eintreten zu dürfen.“ Der Bitte des im Februar 1914 als „untauglich“ für den Wehrdienst befundenen Hitler wurde entsprochen.

Am 16. August konnte er – durch Fürsprache von Ernst Hepp – in das bayrische Regiment List eintreten, wo er am 8. Oktober 1914 auf den König von Bayern und anschließend auf seinen Kaiser Franz Josef vereidigt wurde. Nach einer ungewöhnlich kurzen und unzureichenden Ausbildung kam Hitler im Oktober 1914 an die Front. Aber wie viele Soldaten, so hatte auch er schon 1915 vom Krieg genug. Hitlers Briefwechsel von der Front bezeugt, dass „Mein Kampf“ in diesem Punkt eine zuverlässige Quelle ist. Allerdings unterließ Hitler es, die Genesis seiner Kriegsbewertung bis 1924 darzustellen. Dass er den Krieg nach seiner „Läuterung an der Front“ bis in die ersten zwanziger Jahre hinein abgelehnt und als Mittel des Judentums zur Unterwerfung der Welt bezeichnet hatte, überlieferte er in seinem Buch nicht.

Als Soldat war Hitler tapfer, kameradschaftlich, zuverlässig und umsichtig, nach Auffassung seiner vorgesetzten Offiziere jedoch nicht zum Vorgesetzten geeignet. Er wurde zweimal verwundet und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Nach den Eintragungen in der Kriegsstammrolle der 7. Ersatzkompanie / 2. Bayrisches Infanterieregiment, wurde ihm am 2. Dezember 1914 das Eiserne Kreuz II. Klasse, später das Militärverdienstkreuz III. Klasse mit Schwertern, ein Regimentsdiplom für hervorragende Tapferkeit während des Einsatzes bei Fontaine, die Dienstauszeichnung III. Klasse und am 4. August 1918 das Eiserne Kreuz I. Klasse.

Im Frühjahr 1922, als noch niemand gezwungen werden konnte, den einstigen Soldaten Adolf Hitler besonders positiv zu beurteilen, erklärten Oberstleutnant a.D. von Lüneschloß, Generalmajor Petz, ein ehemaliger Kommandeur des königlich-bayrischen Infanterieregiments Nr. 16, Oberstleutnant a.D. Spatny und Max Josef, Ritter Freiherr von Tubeuf, übereinstimmend, dass der Meldegänger Adolf Hitler an der Front schneidig, opferbereit, kaltblütig und unerschrocken gewesen sei. Nach seiner zweiten Verwundung im Oktober 1918, die in der Kriegsstammrolle mit „gaskrank“ bezeichnet wird, war der Krieg für den Meldegänger Hitler zu Ende. Die Revolution stand vor der Tür.

In „Mein Kampf“ berichtet er über diese Ereignis, das im Rahmen seiner stilisierten Autobiographie eine besonders gravierende Rolle spielt, da die Revolution angeblich seine Entscheidung „Politiker zu werden“ auslöste: „Es lag etwas Unbetimmtes, aber Widerliches schon lange in der Luft. Man erzählte sich, daß es in den nächsten Wochen losgehe. Und dann brach eines Tages plötzlich und unvermittelt das Unglück herein. Matrosen kamen auf Lastwagen und riefen zur Revolution auf, ein paar Judenjungen waren die Führer in diesem Kampf um die Freiheit, Schönheit und Würde unseres Volksdaseins. Keiner von ihnen war an der Front gewesen.

Auf dem Umweg eines sogenannten Tripper-Lazaretts waren die drei Orientalen aus der Etappe der Heimat zurückgegeben worden. Nun zogen sie in ihr den roten Fetzen auf…Ich konnte mir nicht vorstellen, daß auch in München der Wahnsinn ausbrechen würde. Die Treue zum ehrwürdigen Hause Wittelsbach schien mir denn doch fester zu sein als der Wille einiger Juden…Die nächsten Tage kamen und mit ihnen die entsetzlichte Gewißheit meines Lebens. Immer drückender wurden nun die Gerüchte. Was ich für eine lokale Sache gehalten hatte, sollte eine allgemeine Revolution sein. Dazu kamen die schmachvollen Nachrichten von der Front. Man wollte kapitulieren. Ja, war so etwas überhaupt auch nur möglich?

Am 10. November kam der Pastor in das Lazarett zu einer kleinen Ansprache; nun erfuhren wir alles. Ich war, auf das äußerste erregt, auch bei der kurzen Rede anwesend…Mir wurde es unmöglich, noch länger zu bleiben. Während es mir um die Augen wieder schwarz ward, tastete und taumelte ich zum Schlafsaal zurück, warf mich auf mein Lager und grub den brennenden Kopf in Decke und Kissen. Seit dem Tage, da ich am Grabe der Mutter gestanden, hatte ich nicht mehr geweint. Wenn mich in meiner Jugend das Schicksal unbarmherzig hart anfaßte, wuchs mein Trotz. Als sich in den langen Kriegsjahren der Tod so manchen lieben Kameraden und Freund aus unseren Reihen holte, wäre es mir fast wie eine Sünde erschienen, zu klagen…Nun sah ich erst, wie sehr alles persönliche Leid versinkt gegenüber dem Unglück des Vaterlandes.

Es war alles umsonst gewesen. Umsonst all die Opfer und Entbehrungen, umsonst der Hunger und Durst von manchmal endlosen Monaten, vergeblich die Stunden, in denen wir, von Todesangst umkrallt, dennoch unsere Pflicht taten, und vergeblich der Tod von zwei Millionen, die dabei starben…Je mehr ich mir in dieser Stunde über das ungeheure Ereignis klarzuwerden versuchte, um so mehr brannte mir die Scham der Empörung und der Schande in der Stirn. Was war der ganze Schmerz der Augen gegen diesen Jammer? Was folgte, waren entsetzliche Tage und noch bösere Nächte – ich wußte, daß alles verloren war. Auf die Gnade des Feindes zu hoffen, konnten höchstens Narren fertigbringen oder – Lügner und Verbrecher.

In diesen Nächten wuchs in mir der Haß, der Haß auf die Urheber dieser Tat. In den Tagen darauf wurde mir auch mein Schicksal bewußt. Ich mußte nun lachen bei dem Gedanken an meine eigene Zukunft, die mir vor kurzer Zeit noch so bittere Sorgen bereitet hatte. War es nicht zum Lachen, Häuser bauen zu wollen auf solchem Endlich wurde mir auch klar, daß doch nur eingetreten war, was ich so oft schon befürchtete, nur gefühlsmäßig nie zu glauben vermochte. Kaiser Wilhelm II. hatte als erster deutscher Kaiser den Führern des Marxismus die Hand zur Versöhnung gereicht, ohne zu ahnen, daß Schurken keine Ehre besitzen. Während sie die kaiserliche Hand noch in der ihren hielten, suchte die andere schon nach dem Dolche.

Mit dem Juden gibt es kein Paktieren, sondern nur das harte Entweder – Oder.
Ich aber beschloß, Politiker zu werden..!“

Und was aus ihm wurde, zeigte sich am 30. Januar 1933, Anm.d.Verf.

Von Rolf von Ameln

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Von am 18/09/2016. Abgelegt unter Spiegel der Zeit. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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