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Die freie Welt erinnert heute an den D-Day vor 75 Jahren und die Befreiung Europas

Politische Führer aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Kanada, Frankreich – und dem damaligen Feind und jetzigen Verbündeten Deutschland – werden heute erneut an die Truppen erinnern, die am 06. Juni 1944 die fünf befestigten Strände der Normandie stürmten.

Als die Sonne am Donnerstagmorgen über der Küste der Normandie aufging, wo vor 75 Jahren Tausende Männer verbluteten und starben, erinnerte sich eine schnell sinkende Zahl von Veteranen des Zweiten Weltkriegs an den D-Day und hoffte, dass die Welt nie die Opfer vergisst die gebracht wurden, um die nationalsozialistische Tyrannei zu beenden.

Anlässlich der Gedenkfeierlichkeiten zum 75. Jahrestag des D-Day am 6. Juni 2019 werden am Denkmal der Nationalgarde in der Nähe von Omaha Beach in der Normandie Blumen niedergelegt.

Das silberblau scheinende Meer hätte nicht friedlicher sein können, als der Tag über Omaha Beach hereinbrach, dem ersten von fünf Stränden an dem sich das Wasser am Morgen des 6. Juni 1944 blutrot färbte, als alliierte Streitkräfte an Land kamen, um die Nazis aus Frankreich zu vertreiben.

Hunderte von Menschen, Zivilisten und Militärs aus der ganzen Welt, versammelten sich heute am Rande des Meeres und waren voller Emotionen.

Am westlichen Rand von Omaha Beach bildeten Menschenmengen eine dichte Menschenkette und warfen rot-weiße Chrysanthemen in die sanft plätschernden Wellen. Bei einer Statue eines Infanteristen, der ein Gewehr umklammert und einen gefallenen Kameraden auf den Strand schleppt, sprachen die Nachkommen der Veteranen über ihre Familienmitglieder, die am Strand kämpften und legten rote Rosen zu den Füßen der Statue.

Ein einsamer Dudelsack Pfeifer spielte in Mulberry Harbour, genau 75 Jahre nachdem britische Truppen in Gold Beach an Land kamen.

„Es ist ernüchternd und unwirklich, hier an diesem Strand stehen zu können und den wunderschönen Sonnenaufgang zu bewundern. Es ist der gleiche Strand an dem die anstürmenden Soldaten angeschossen wurden und unsagbaren Gräueltaten ausgesetzt waren“, sagte der 44-jährige ehemalige US-Fallschirmjäger Richard Clapp aus Julian, North Carolina.

Nach Großbritanniens mutigem Jubiläums-Tribut am Mittwoch an die alliierten Streitkräfte, die aus England aufgebrochen waren, um die Demokratie zu verteidigen, veranstaltet Frankreich am Donnerstag eine Reihe feierlicher Zeremonien in dem Land, in dem so viele junge Menschenleben in Sand und Meer geendet haben.

Politische Führer aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Kanada, Frankreich – und dem damaligen Feind und jetzigen Verbündeten Deutschland – werden heute der Soldaten gedenkenen, die die befestigten Strände der Normandie stürmten, um das Kriegsgeschehen zu wenden und um ein neues Europa hervorzubringen. Ein Europa in Frieden.

Der 60-jährige Dick Jansen aus den Niederlanden schaute in das Wasser, als die Menschen in Momenten der Stille an die Schrecken des 6. Juli 1944 dachten. „Jedes Mal, wenn wir hierher kommen, trinken wir in dem Moment, in dem sie an den Strand kamen, einen Whisky für die Jungs, die nicht weiter als bis hierher kamen“, sagte er.

Die Norwegerin Sigrid Flaata fuhr aus Oslo in einem restaurierten Jeep aus dem Jahr 1942 hierher in die Normandie, um die Soldaten zu ehren, die am D-Day starben. Der Belgier Filip Van Hecke, nannte seine Reise eine „kleine Anstrengung, um zu huldigen“.

Auf den Militärfriedhöfen, auf denen die Länder ihre gefallenen Bürger beerdigten, finden den ganzen heutigen Tag Erinnerungszeremonien statt.

Die Weitergabe von Erinnerungen ist besonders wichtig, da Hunderte von Veteranen des Zweiten Weltkriegs jeden Tag sterben.

„Sie waren so jung und konnten nicht einmal wissen, worum es im Leben geht.“

Eine Gruppe von fünf amerikanischen Fallschirmspringern sprang am Mittwoch im Rahmen eines Gedenksprungs über der Normandie ab und tauchte am Donnerstagmorgen am Strand auf. Sie trugen immer noch ihre Springer Overalls, originale Uniformen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs und hielten eine amerikanische Flagge. Alle fünf sagten, sie befürchten, dass die Leistungen und Opfer des D-Day in Vergessenheit geraten könnten.

US-Soldatenfriedhof Colleville-sur-Mer, Normandie, Frankreich.

Der französische Präsident Emmanuel Macron und US-Präsident Donald Trump, werden heute den amerikanischen Soldatenfriedhof Colleville-sur-Mer mit den Grabsteinen für über 9.000 US-Soldaten besuchen, die eine Blutverbindung zwischen den USA und ihren transatlantischen Verbündeten hergestellt haben. Von diesem Friedhof aus werden sie auf Omaha Beach blicken, den Schauplatz der blutigsten Kämpfe des Zweiten Weltkrieges.

„Ich habe alle Arten von Freunden begraben“, sagte der 98-jährige William Tymchuk, der während einiger der tödlichsten Kämpfe nach den Landungen in der Normandie, bei der 4. kanadischen Panzerdivision diente. „Sie waren jung. Sie wurden getötet. Sie konnten nicht mehr nach Hause kommen“, sagte Tymchuk unter Tränen, der heute zum ersten Mal wieder in der Normandie war.

„Entschuldigung“, sagte er und riss sich zusammen. „Sie konnten nicht einmal wissen, worum es im Leben geht.“

Die bisher größte Invasion in der Luft und auf See fand am D-Day, dem 06. Juni 1944 statt und umfasste mehr als 150.000 Soldaten von denen tausende an diesem Tag starben und viele Tausend weitere in der darauf folgenden Schlacht um die Normandie. Die Truppen landeten über Nacht aus der Luft und wurden dann von einer massiven Seestreitmacht von 7.000 Booten an die Strände mit den Codenamen Omaha, Utah, Juno, Sword und Gold befördert.

In diesem entscheidenden Moment der militärischen Strategie, der von unvorhersehbarem Wetter und menschlichem Chaos geprägt war, setzten Soldaten aus den USA, Großbritannien, Kanada und anderen alliierten Nationen unermüdlichen Mut ein, um einen Brückenkopf auf dem Boden zu errichten, den Nazideutschland vier Jahre lang besetzt hatte.

„Das Blatt hat sich gewendet! Die Männer der freien Welt marschieren gemeinsam zum Sieg“, sagte General Dwight D. Eisenhower in seinem Tagesreport.

D-Day 06. Juni 1944. Foto: US-Archiv

Die Schlacht um die Normandie mit dem Codenamen Operation Overlord, beschleunigte die Niederlage Deutschlands weniger als ein Jahr später.

Dennoch kostete dieser eine Tag das Leben von 4.414 alliierten Soldatenen, von denen 2.501 Amerikaner waren. Mehr als 5.000 wurden verletzt. Auf deutscher Seite wurden mehrere tausend Menschen getötet oder verwundet.

Vom Strand der Normandie haben alliierte Truppen ihren Kampf vorangetrieben, im Spätsommer Paris erobert und dann Europa vom Joch der deutschen Besatzung befreit. Sie marschierten der sowjetischen Roten Armee entgegen, um so viel deutsches Territorium wie möglich zu kontrollieren, bis Adolf Hitler in seinem Berliner Bunker starb und Deutschland im Mai 1945 kapitulierte.

Die Sowjetunion kämpfte auch tapfer gegen die Nazis und verlor mehr Menschen als jede andere Nation im Zweiten Weltkrieg. Aber diese letzten Kämpfe mit dem Sieg der Alliierten über Nazi-Deutschland, haben Europa für Jahrzehnte zwischen dem Westen und dem von der Sowjetunion kontrollierten Osten, in einem kalten Krieg geteilt.

Königin Elizabeth, die während des Zweiten Weltkriegs als Armeemechanikerin tätig war, sagte, als sie vor 15 Jahren an einer Gedenkfeier zum 60. Jahrestag teilnahm, dachten viele, dass dies für sie das letzte derartige Ereignis sein könnte.

„Aber die Kriegsgeneration – meine Generation – ist belastbar und zäh“, sagte sie mit einer ungewöhnlich persönlichen Note.

„Der Heldentum, der Mut und das Opfer derer, die ihr Leben verloren haben, werden niemals vergessen“, sagte Königin Elizabeth. „Mit Demut und Stolz sage ich Ihnen allen im Namen des gesamten Landes und der gesamten freien Welt – Danke!“

Quelle: Associated Press und IN-Redaktion

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Von am 06/06/2019. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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