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Der jüdische Journalist und Schriftsteller Ralph Giordano ist tot

Der jüdische Schriftsteller und Journalist Ralph Giordano, ist im Alter von 91 Jahren in einem Kölner Krankenhaus an den Folgen einer Operation gestorben.

Giordano starb in der Nacht zu Mittwoch in einem Krankenhaus in Köln, wo er an einem Oberschenkelhalsbruch operiert worden war, den er sich vor einigen Wochen bei einem Sturz in seiner Wohnung zugezogen habe, berichtet das Kölner Boulevardblatt „Express-online.“

Ralph Giordano, wurde 1923 in Hamburg geboren wo er auch aufwuchs. Im Alter von 17 Jahren vor Abschluß des Abiturs, musste er 1940 das Johanneum Gymnasium verlassen, weil seine Mutter Jüdin war. Als Jugendlicher wurde er mehrmals von der Gestapo verhaftet, misshandelt und eingesperrt

Um der Deportation der Mutter zu entgehen, versteckte sich seine Familie vor den Nationalsozialisten in Schrebergärten und Kellern zerbomter Häuser. Auf diese Weise überlebten er, seine Eltern und zwei Brüder den Krieg und wurden im Mai 1945 von britischen Truppen befreit. In seiner Autobiographie schreibt er:

„Die Befreiung von der Angst vor dem jederzeit möglichen Gewalttod, weil ich eine jüdische Mutter hatte, war, ist und wird das Schlüsselerlebnis meines Daseins bleiben.“

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Giordano seine journalistische Tätigkeit bei der Allgemeinen Jüdischen Wochenzeitung, ab 1958 beobachtete er im Auftrag des Zentralrats der Juden in Deutschland die beginnenden NS-Prozesse. Von Anfang der 1960er Jahre bis 1988 arbeitete er als Fernsehjournalist und produzierte seitdem über 100 Dokumentationen für verschiedene Sender der ARD.

Giordano schrieb 23 Bücher, von denen viele auch im Ausland Bestseller wurden wie: „Die zweite Schuld oder von der Last ein Deutscher zu sein“ und „Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte.“ Sein bekanntestes Werk veröffentlichte Giordano im Jahr 1982 „Die Bertinis“, ein teilweise autobiografischer Roman, an dem er fast 40 Jahre gearbeitet hatte. 1988 wurde die Geschichte um eine jüdische Familie in der Zeit des Nationalsozialismus von Egon Monk, für das ZDF verfilmt.

Für sein journalistisches und schriftstellerisches Werk, aber auch für sein politisches Engagement wurde Ralph Giordano vielfach mit Preisen ausgezeichnet. 1990 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und den Heinz-Galinski-Preis.

In den letzten Jahren erregte er Aufsehen als Kritiker der Groß-Moscheen in Deutschland, von denen immer mehr gebaut werden. Für ihn waren diese „Giga-Moscheen“ ein Machtanspruch des Islam:  „Es ist eine Kriegserklärung, es ist eine Landnahme auf fremdem Territorium“, sagte Giordano und betonte, dass er sich nicht gegen Muslime wende, sondern gegen eine schleichende Islamisierung.

In den 1980er und 1990er Jahren schrieb Ralph Giordano mehrere Artikel für die Druckausgabe der Israel-Nachrichten und war seit der Neugründung der Zeitung im Jahr 2012, ein enger Freund der Redaktion der Online-Ausgabe dieser Zeitung. Sein Wunsch war es, dass die Israel-Nachrichten wieder als Printausgabe erscheinen.

Seit 1972 lebte Ralph Giordano in Köln, wo er in den frühen Morgenstunden des 10. Dezember 2014 verstarb.

Redaktion Israel-Nachrichten.org

 

Von am 10/12/2014. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

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