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Caroline Glick: Israel steigt im Osten auf

Das Scheitern der französischen „Friedens“-Konferenz auf der einen Seite und der Erfolg von Netanjahus viertem Besuch in Moskau auf der anderen Seite waren poetische Buchstützen der Woche.

Es war etwas poetisch an den Ereignissen, die die vergangene Woche der Diplomatie (Anmerkung des Übersetzers: Das englische Original stammt vom 9. Juni 2016.) als Buchstützen einrahmten. Diese Woche begann mit der „Friedens“-Konferenz des französischen Präsidenten François Hollande und endete mit Premierminister Benjamin Netanjahus Staatsbesuch in Moskau.

Aus der Perspektive sowohl der Substanz als auch des Stils könnte der Kontrast zwischen den beiden Ereignissen nicht auffälliger gewesen sein.

Frankreich war Gastgeber einer weiteren anti-israelischen diplomatischen Aufhäufung. Hollande hatte gehofft, zu zeigen, dass Frankreich in die Lücke getreten war, die durch die Preisgabe ihrer Position als weltweiter Führer von den USA hinterlassen worden war. Aber wozu der ganze Plausch diente, war zu zeigen, wie irrational und selbstzerstörerisch Frankreich – und Westeuropa – geworden ist.

Weder israelische noch palästinensische Vertreter waren bei der Konferenz anwesend, die darauf ausgerichtet war, Israels endgültige Grenzen zu diktieren. Ihre Abwesenheit ließ die Veranstaltung erscheinen wie ein Rückblick auf die Ära des europäischen Kolonialismus. Es war, als ob Hollande Frankreichs glorreiche Tage in Syrien und Algerien nachstellen wollte.

In seinen einleitenden Bemerkungen recycelte Hollande die müde Behauptung, dass der Weg, den Jihad zu besiegen, ist, Israel zu zwingen Judäa, Samaria und Jerusalem an islamische Terroristen zu geben. Das Dokument, das das französische Außenministerium im Vorfeld der Konferenz unter den Teilnehmern in Umlauf gebracht hatte, empfahl, einen Zeitplan aufzustellen, um Israel zu zwingen, der PLO Judäa, Samaria und große Schwaden von Jerusalem zu geben, zum Nutzen der globalen Sicherheit.

Die Franzosen planten ihre Veranstaltung, bevor die Mobs in Ramallah, Hebron, Jerusalem und Gaza öffentlich das kaltblütige Massaker an israelischen Gästen im Tel-Aviv-Sarona-Markt am Mittwoch Abend feierten. Aber das neueste Massaker war nicht notwendig, die Absurdität von Frankreichs Plan zu zeigen, den Jihad durch Stärkung von Dschihadisten auf Kosten Israels zu besiegen.

Immerhin übergab Israel vor 11 Jahren Gaza an die Palästinenser. Weit davon entfernt, das Problem des Jihad zu lindern – in Europa und in der ganzen Welt -, ist die Geißel des islamischen Krieges in den letzten zehn Jahren geometrisch gewachsen.

Frankreichs eigene jüngste Erfahrungen zeigen, dass Hollandes „Friedens“-Plan ein wahnhafter war.

Im Jahr 2000 umfassten die Muslime 10 Prozent der Bevölkerung von Frankreich.

In diesem Jahr erfand das staatseigene France-2-Fernsehnetz die zeitgenössische Blutbeschuldigung der Juden als Kindermörder mit der Veröffentlichung und Verbreitung ihres irreführenden Films, der vorgab zu zeigen, wie IDF-Truppen absichtlich Mohammed al-Dura ermordeten.

Die Dura-Verleumdung entfesselte die Kräfte des islamischen Judenhasses in Frankreich und ganz Europa. Sie ebnete den Weg für den Anstieg von antijüdischer Gewalt, ungesehen seit dem Holocaust. Diese Gewalt wiederum verursacht den aktuellen Exodus der Juden aus Frankreich und aus Westeuropa im Ganzen.

Aber Juden anzugreifen befriedigte die Dschihadisten nicht.

Wie die Ereignisse im vergangenen Jahr deutlich gemacht haben, ging der Wunsch der staatlichen Behörden, den islamischen Extremismus auf Juden abzulenken – in Israel und in Frankreich – nach hinten los.

Fünfzehn Jahre nach der Dura-Blutverleumdung umfassen Muslime jetzt mindestens 15% von Frankreichs Bevölkerung und 40% der Bevölkerung von Marseille.

Und heute haben die gleichen Extremisten, die Frankreichs Juden anderthalb Jahrzehnte lang terrorisiert haben, ihre Waffen gegen die französische Gesellschaft als Ganzes gerichtet.

Der islamische Amoklauf des letzten Jahres, von Charlie Hebdo und Super Cacher bis Bataclan hat deutlich gemacht, dass, soweit die Dschihadisten betroffen sind, die französischen Judenhetzer nicht anders als die Juden sind.

Noch schlimmer, mit ihrem Hass, legitimiert durch die Judenhetzer, fühlen Frankreichs Dschihadisten, dass sie die Lizenz haben, ihre Wut und Waffen, in welche Richtung sie auch immer wählen, zu richten.

Wenn dies für Leute wie Hollande nicht schon schlimm genug wäre, trotz des Versuchs der Eliten, Israel für den Aufstieg der Dschihad-Kräfte in Frankreich verantwortlich zu machen, sehen die eingeborenen Franzosen, was passiert ist.

Eingezwängt zwischen politischen Führern, die so tun, als ob Israel das Problem ist, und den islamischen Radikalen, die sie der Freiheit berauben, zu leben, wie es ihnen ohne Angst gefällt, ist die öffentliche Meinung in Europa zunehmend verzweifelt und wütend. Anstatt ihre Bedenken zu thematisieren, haben Hollande und seine Elite-Genossen versucht, sie zu unterdrücken.

Betrachten wir den Fall von Brigitte Bardot. Die französische Sexbombe und das nationale Symbol in der Mitte des 20. Jahrhunderts ist in den letzten Jahren sechs Mal wegen „Anstiftung zum Hass“ verurteilt worden. Ihr Verbrechen? Bardot hat wütende Bücher und Artikel geschrieben über das, was sie als „islamische Invasion“ bezeichnet, die den französischen Weg des Lebens gefährdet.

Anstatt zu erkennen, dass ihre eigene Bevölkerung ihre Spiele nicht mehr ertragen kann, und ihnen ihre Versuche nicht abkauft, Israel für den Aufstieg der Dschihad-Kräfte in Frankreich verantwortlich zu machen, war Hollandes „Friedens“-Konferenz der Beweis, dass er und seine Kollegen sich entschieden haben, ihre Anti-Israel-Sündenbock-Aktivität zu verdoppeln.

Mit Rückenwind von Anti-Israel-Aktivisten, die als Journalisten posierten, glaubte Hollande, dass die Konferenz ihn erhöhen könnte, und sein Versagen, sein Land zu verteidigen, vor den französischen Wählern verstecken könnte.

Die Redaktion der Washington Post gesellte sich zu ihm in dieser Wahnvorstellung. In einem Leitartikel, der im Vorfeld seiner Konferenz veröffentlicht wurde, erklärte die Zeitung, dass die anti-israelische Konferenz als Eröffnungssalve eines eskalierenden diplomatischen Krieges gegen den jüdischen Staat dienen sollte. Die Krönung dieses Krieges, schreibt die Zeitung, sollte eine anti-israelische Resolution des UN-Sicherheitsrats in den letzten Tagen von Barack Obamas Präsidentschaft sein.

Aber wenn dies ist, wie der erneute Krieg des Westens gegen Israel aussieht, dann hat Israel wenig Grund zur Sorge.

In der Veranstaltung konnten sogar Hollandes Zubehörteile – die 29 Außenminister einschließlich Außenminister John Kerry, der an seiner Sitzung teilnahm – die Fiktion nicht aufrecht erhalten, dass Israel zum Sündenbock zu machen sie schützen würde. In der Abschlusserklärung der Konferenz war das meiste, was sie zusammenbringen konnten, eine schwache Verurteilung der jüdischen Bautätigkeit auf der einen Seite und des palästinensischen Terrorismus auf der anderen Seite, verbunden mit einer Aufforderung zur direkten Verhandlungen zwischen Israel und der PLO.

Wenn dies das beste ist, was sie tun konnten, dann ist es klar, dass, selbst wenn sie eine Anti-Israel-Resolution verabschieden, während Obama seine Koffer packt, angesichts der Realitäten vor Ort die Resolution auf Wasser geschrieben sein wird.

Und wenn Hollandes gescheiterte Konferenz nicht demütigend genug gewesen war, so verstärkte Netanjahus Reise nach Moskau seine Erniedrigung und demonstrierte, dass Europas Umarmung des Antisemitismus nichts für sein internationales Format getan hat.

Am Dienstag traf Netanjahu in Moskau ein zu seinem vierten Treffen mit Wladimir Putin in den vergangenen sechs Monaten. Im Gegensatz zu ihren anderen Treffen war der Besuch in dieser Woche sowohl zeremoniell als auch substantiell.

Moskau und Jerusalem feierten den 25. Jahrestag der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und der Sowjetunion, die Moskau nach dem Sechstagekrieg 1967 gestoppt hatte.

Putin überschüttete Netanyahu mit Ehren, die für einen großen Verbündeten ziemend sind. Auf diese Weise zeigte Putin, dass Israel alles andere als isoliert ist, und weit davon entfernt, abhängig zu sein vom guten Willen der europäischen hoffnungslosen Fälle.

Europa und die amerikanische Linke haben sich auf die palästinensischen Beschwerden gegen Israel gestürzt, als Beweis, dass die Lösung für den Jihad Antisemitismus ist. Sie haben Israel zu prügeln zum Kernstück ihrer Außenpolitik gemacht.

Im Gegensatz dazu, unter Putin, hat Russland entschieden, seine Außenpolitik – und ihr Angebot die USA als Chef-Machthaber im Nahen Osten zu ersetzen – auf die Realität zu gründen.

Als Ergebnis, während seiner Treffen mit Netanjahu, wurde den Palästinensern die Aufmerksamkeit gegeben, die sie verdienen, als ein kleines Ärgernis.

Nach der Bezahlung von Lippenbekenntnissen zum ätzenden „Friedensprozess“ kamen Putin und Netanjahu zur Sache. Sie diskutierten über alles von Irans Aufstieg in Syrien über Israels Gasindustrie über den freien Handel bis zu der bevorstehenden Wiederannäherung zwischen Israel und der Türkei.

Der Unterschied zwischen dem Geschäft der realen Staatskunst für eine reale Welt, wie von Netanyahu und Putin praktiziert, und der imaginären Staatskunst, die von den Franzosen und ihren Gästen praktiziert wird, ist schrill.

Putin ist entschlossen aus dem Chaos gestärkt hervorzugehen, das jetzt den Nahen Osten verschlingt, und durch ihn die Welt als Ganzes. Als Konsequenz umarmt er Israel als Verbündeten und Handelspartner.

Abendländer, deren Strategie das Chaos zu überleben darin besteht, vor den Gefahren die Augen zu verschließen, zielen auf Israel mit ungerechtfertigten und selbstzerstörerischen diplomatischen Angriffen und eskalierendem Wirtschaftskrieg.

Dies bringt uns zu den USA – deren Verzicht auf ihre traditionelle Rolle als dominante Weltmacht im Nahen Osten Russlands Aufstieg zur Macht erleichtert hat.

In der Abenddämmerung der Obama-Ära sind die USA von einer Identitätskrise durchdrungen. Die Demokratische Partei wurde radikalisiert. Die Republikanische Partei ist in Unordnung, da die Kräfte des Populismus und der Voreingenommenheit von Donald Trumps unvorhergesehenem Aufstieg entfesselt worden sind.

Unter diesen Umständen und in Anbetracht des katastrophalen Erbes der Außenpolitik von Obama es ist schwer, die USA in der nahen Zukunft bei der Wiederherstellung der weltweit führenden Position zu sehen.

Angesichts der Intensität von Netanjahus Gesprächen mit Putin, seit der russische Staatschef seine Streitkräfte in Syrien im vergangenen Jahr eingesetzt hat, fragen sich viele, ob in den Karten für Israel eine wichtige Neuausrichtung ist.

Als er über die Aussicht für den Ersatz der USA durch Russland als Israels Supermacht-Patron befragt wurde, lehnte Netanjahu den Gedanken ab. Er erklärte schlicht, dass die USA unersetzlich sind.

Er hat recht. Und nicht nur, weil Russland keine Ersatzteile für israelische F-16 liefern kann.

Im Gegensatz zu Großbritannien, das nahtlos von den USA als Führer der freien Welt in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ersetzt wurde, hat die USA keine klaren Nachfolger. Darüber hinaus, trotz seiner selbstzerstörerischen Tendenzen bleiben die USA die größte Volkswirtschaft der Welt und die mächtigste Nation. Die Bedeutung von Amerikas Verlust des Willens, die Welt zu führen, ist nicht, dass die USA verschwinden werden. Vielmehr werden sie die Bühne mit anderen aufsteigenden Mächten teilen.

Für Israel bedeutet dies, dass, während es die USA als seinen primären strategischen Partner beibehalten wird, Israel nicht alle seine Eier weiterhin in Amerikas Korb legen kann. Wie es Netanyahu mit Putin wie auch mit China und Indien tut, unter Anerkennung von Amerikas neuen Beschränkungen, muss Israel seine Abhängigkeit von Washington verringern, während es nicht konkurrierende Allianzen mit anderen Mächten erarbeitet, die auf gemeinsamen Interessen beruhen.

Was Israels Attraktivität für andere Weltmächte deutlich macht, ist, dass, während Amerikas Macht schwindet, Israel nicht versuchen muss und nicht versuchen sollte, es mit einem anderen Supermacht-Patron zu ersetzen. Israel ist heute vollständig in der Lage, für sich selbst zu sorgen.

Putin umwirbt Netanyahu, weil Israel stark ist. Und je stärker es ist, desto mehr Führer werden uns die Bude einrennen.

Das Scheitern der französischen „Friedens“-Konferenz auf der einen Seite und der Erfolg von Netanjahus viertem Besuch in Moskau auf der anderen Seite waren poetische Buchstützen der Woche, weil sie eine klare Darlegung von Israels heutiger wahrer diplomatischer und strategischer Position waren. Israel ist weder schwach noch isoliert.

Es wird von den aufstrebenden Mächten umarmt. Und die abflauenden diejenigen, die den jüdischen Staat zum Sündenbock machen, führen ihre Länder in wirtschaftlichen und kulturellen Niedergang und in ein Sicherheits-Chaos.

Das englische Original „Israel rises in the East“ findet man hier: http://www.jpost.com/Opinion/COLUMN-ONE-Israel-rises-in-the-East-456404

Von Caroline Glick

übersetzt von Robert Rickler, Vorstandsmitglied und Pressesprecher des „Freundeskreis Israel in Regensburg und Oberbayern e.V.“

 

Von am 12/06/2016. Abgelegt unter Israel. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

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