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Hetze gegen Juden in der „Berliner Börsen-Zeitung“: Lügen über Lügen

Anlässlich des Attentats auf den deutschen Gesandten vom Rath titelte das Blatt: Paris unter dem Eindruck der Todesnachricht. Feststellung des französischen Gerichtsarztes: Die zweite Kugel war tödlich.

Paris, 10. November: Alle Pariser Morgenzeitungen berichten sehr ausführlich und mit bewegten Worten über die letzten Stunden des verstorbenen deutschen Gesandtschaftsrat vom Rath sowie über den nächtlichen Trauerzug, der die sterblichen Reste des Ermordeten von der Klinik zur Deutschen Botschaft begleitete. In einem Schlußabsatz seines täglichen Leitartikels schreibt d´Ormession im „Figaro“, der Tod des Herrn vom Rath habe in Paris eine tiefe Bestürzung verursacht. „Wir verneigen uns mit Achtung und Bedauern vor diesem unschuldigen Opfer der bis zum Verbrechen entfesselten Leidenschaften.“ Die radikalsoziale „Ere Nouvelle“, die sich in den letzten Tagen anläßlich der jüdischen Mordtat schon einmal mit scharfen Worten gegen das Unwesen der jüdischen Emigranten in Frankreich ausgesprochen und in diesem Zusammenhang die Einführung des numerus clausus in Frankreich verlangt hatte, erklärt in ihrem Leitartikel, der Tod des jungen deutschen Diplomaten, der zum Opfer eines Attentates geworden sei, rufe schmerzliche Empfindungen wach. Jetzt habe man genug davon.

Berliner Börsenzeitung. Foto: Archiv/RvAmeln

Berliner Börsenzeitung. Foto: Archiv/RvAmeln

Es sei sehr schön und gut, daß Frankreich ein gastfreundliches Land sei, aber man wolle nicht, daß es ein Land des Abschaums der Menschheit sei. Dem internationalen Verbrechertum gegenüber dürfe man kein Mitleid haben. Das ganze Mitleid dürfe und werde nur diesem Opfer gelten, das man vergeblich am Leben zu erhalten versucht habe. „Gleich nach dem Attentat hatten wir unserer Absicht Ausdruck verliehen, der Tod des Herrn vom Rath kann diese Ansicht nicht ändern. Ganz im Gegenteil! Für unser Land und für die Großzügigkeit und das Wohlwollen Frankreichs ist nur eines schimpflich: dieser Mord!“ Auch die übrigen Pariser Zeitungen finden Worte echter und aufrichtiger Anteilnahme an dem Hinscheiden des Gesandtschaftsrats. Vor den gestrigen Trauerfeierlichkeiten und der Ueberführung in die Deutsche Botschaft hatte der französische Gerichtsarzt Dr. Paul im Beisein der vom Führer nach Paris entsandten deutschen Aerzte Professor Magnus und Dr. Brandt abends die Autopsie der Leiche des ermordeten Gesandtschaftsrats vom Rath in der Klinik d´Ulma vorgenommen.

Beim Verlassen der Klinik erklärte der Gerichtsarzt: „Herr vom Rath ist von zwei Revolverkugeln des Kalibers 6,5 mm getroffen worden. Die erste Kugel ist in die Brust an der rechten Schulter eingedrungen. Diese Verletzung hat den Tod des deutschen Gesandtschaftsrats nicht hervorrufen können. Die zweite Kugel ist in die linke Seite eingedrungen und hat die Milz, den Brustkorb, die Bauchspeicheldrüse und das Zwerchfell durchschlagen. Diese Verletzung war es, die den Tod hervorgerufen hat.“ Maßgebende französische Kreise erklären, daß die korrekte Haltung der deutschen Presse gegenüber Frankreich bei ihren Veröffentlichungen über die Ermordung des Gesandtschaftsrats vom Rath anerkannt wird. Man gibt der Hoffnung Ausdruck, daß das ruchlose Verbrechen in Zukunft nicht die deutsch-französischen Beziehungen belasten möge.

Die Anteilnahme des Auslands, Warschau, 10. November: Der Tod des Gesandtschaftsrats vom Rath findet in Polen größte Anteilnahme. Nahezu sämtliche Blätter veröffentlichen das Bild des Verstorbenen und geben erneut ihrem Abscheu über das jüdische Verbrechen zum Ausdruck. Der rechtseingestellte „Djiennik Narodovy“ schreibt, der Eindruck, den der verbrecherische Anschlag des Juden Grünspan sowohl in diplomatischen Kreisen wie in der breiten Oeffentlichkeit hervorgerufen hat, sei sehr stark. In der Geschichte seien die Methoden bekannt, die von gewissen internationalen Organisationen und Kreisen jüdisch-freimaurerischer Färbung mehr als einmal bereits mit größerem oder geringerem Erfolg angewandt worden sind. Man braucht sich nicht zu wundern, wenn sich auch in diesem letzten Falle der Verdacht in diese Richtung wendet und die Quelle für den verbrecherischen Anschlag Grünspans dort zu suchen gebietet. Ohne Rücksicht auf die Einzelheiten des Anschlages, die geprüft und durch die Untersuchung bloßgestellt werden, sei festzustellen, daß die Methode der Provokation und des Mißbrauches fremder Interessen für die eigenen politischen Ziele, daß diese Methode, die von gewissen internationalen Kreisen sehr häufig angewandt worden ist, und die in einem sehr engem Zusammenhang mit der jüdischen Politik steht, in der breiten Oeffentlichkeit der europäischen Nationen eine immer stärkere Reaktion auszulösen beginnt. Diese Reaktion rufe auch der geheimnisvolle Anschlag auf den deutschen Gesandtschaftsrat in Paris hervor!

Stammten die 3000 Franke des Mörders aus Deutschland? Paris, 10. November: Der mit der Untersuchung des Mordes an Gesandtschaftsrat vom Rath beauftragte Richter ist, dem „Se Soir“ zufolge, vor allem bemüht, die Herkunft der dreitausend Franken festzustellen, die der Mörder Grünspan angeblich von seinen Eltern aus Deutschland erhalten haben will…

Und im unteren Abschnitt wird fett gedruckt: Waffenbesitz für Juden verboten. Anordnung des Reichsführers SS Himmler. München, 10. November: Der Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei hat folgende Anordnung erlassen: Personen, die nach den Nürnberger Gesetzen als Juden gelten, ist jeglicher Waffenbesitz verboten. Zuwiderhandelnde werden in Konzentrationslager übergeführt und auf die Dauer von 20 Jahren in Schutzhaft genommen.

Dann folgt eine der größten Lügen des Regimes mit dem Titel: Spontane judenfeindliche Kundgebungen im ganzen Reich; Nach Bekanntwerden des Ablebens des durch feige jüdische Mörderhand niedergestreckten Diplomaten vom Rath haben sich im ganzen Reich spontane judenfeindliche Kundgebungen entwickelt. Die tiefe Empörung des deutschen Volkes machte sich dabei auch vielfach in starken antijüdischen Aktionen Luft.

In Berlin hat man an vielen Stellen die Schaufensterscheiben der jüdischen Geschäfte eingeschlagen und die Schaukästen jüdischer Ladenbesitzer demoliert. Die Waren selbst sind unberührt geblieben. In den Synagogen wurde Feuer angelegt, das die Inneneinrichtung zerstörte. Da die Volksgenossen äußerste Disziplin bewahrten, ist keinem Juden auch nur ein haar gekrümmt worden.

Hierzu noch Fragen? Wir alle kennen die Wahrheit der „Reichspogromnacht“, die Folgen für unsere Mitbürger jüdischen Glaubens.

Antisemitismus war früher in Deutschland, beziehungsweise auch in Europa, zu Hause und wird es auch für immer bleiben.

Das ist die traurige Wahrheit hinter den Schlagzeilen.

Von Rolf von Ameln

 

Von am 04/12/2016. Abgelegt unter Spiegel der Zeit. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Sie knnen eine Antwort oder einen Trackback zu diesem Eintrag hinterlassen

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