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Lügen und Propaganda waren der Alltag im Reich der Nationalsozialisten

Die „Dortmunder Zeitung“ schreibt am Dienstag, den 20. Juli 1937 unter anderem:

Aus Groß Dortmund, die Regierung greift durch:
Zurückziehung der „Barmherzigen Brüder“ aus dem Dortmunder Brüder-Krankenhaus. Die in den Gerichtsverhandlungen festgestellten zahlreichen sittlichen Verfehlungen Angehöriger der Genossenschaft der Barmherzigen Brüder gegenüber ihrer Pflege Anvertrauten haben den Regierungspräsidenten in Arnsberg zu sofortigen Maßnahmen veranlasst, die einen den öffentlichen Gesundheits- und Volksinteressen dienenden Krankenhausbetrieb im Dortmunder Brüderkrankenhaus gewährleisten. Mit sofortiger Wirkung ist daher die Weiterführung des Betriebes durch den Oberbürgermeister von Dortmund als Inhaber der Gesundheitspolizei sichergestellt.

Ebenso ist die Zurückziehung des Pflegepersonals der Kongregation der Barmherzigen Brüder im Dortmunder Brüderkrankenhaus in die Wege geleitet; sie wird mit tunlichster Beschleunigung nach Maßgabe des Eintreffens vollwertiger, gut ausgebildeter Pflegekräfte durchgeführt. Der Nachschub von Ordensangehörigen in das Krankenhaus ist untersagt. Somit ist die einwandfreie gesundheitliche Betreuung der Kranken für Krankenkassen, Knappschaften und alle Volksgenossen wieder sichergestellt. Jeder gerecht denkende Mensch wird diese Maßnahme des Arnsberger Regierungspräsidenten begrüßen, denn ein Krankenhaus von Leuten weiter betreuen zu lassen, die auf lasterhaften Wegen wandeln und eine Gefahr für die Kranken sind, wäre ein Verbrechen.

Die Sittlichkeitsprozesse der letzten Wochen haben uns ein betrübendes Bild gezeichnet und die Öffentlichkeit darüber aufgeklärt, wie in manchen Orden an unserer Jugend gesündigt worden ist. Diese Eiterbeule radikal auszubrennen ist eine sittliche Pflicht. Wenn unter solchen Maßnahmen, die jetzt der Regierungspräsident angeordnet hat, auch Unschuldige leiden, dann müssen sie sich bei ihren Ordensbrüdern bedanken, die das Ansehen des Ordens aufs schwerste geschädigt haben. Solchen Zuständen weiter untätig zuzusehen, wäre unverantwortlich der Volksgemeinschaft gegenüber.

Essen-Ausgabe im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder: Um allen auftretenden Gerüchten bezüglich der Essen-Ausgabe im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder entgegenzutreten, wird hiermit ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Ausgabe des Essens wie bisher an alle, die im Besitz des zuletzt ausgestellten Gutscheins sind, nach wie vor erfolgt.

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Die Hitlerjugend. Foto: US-Archiv

Frohe Fahrt allen Jungen und Mädeln! Die Jugend in Deutschland und in der Welt. Ab heute fahren sie los, die Jungen und Mädel der Hitler-Jugend, des Deutschen Jungvolks und des Bundes Deutscher Mädel aus Groß-Dortmund, ziehen auf Fahrt oder ins Lager. Auf vorher in den letzten Tagen abgehaltenen Appellen wurde genau überprüft, ob in der Kleidung und Ausrüstung alles in bester Ordnung ist. Alles muss passen, muss vorschriftsmäßig sein. Die Vorschriften verlangen auch die Einheitlichkeit. Ganz bewusst! Wenn das junge Deutschland Adolf Hitlers marschiert, sollen alle erkennen, dass es keine Breschen, keine Angriffsflächen in seinen Reihen gibt.

Die Einheitlichkeit stärkt tatsächlich auch den Willen und die Disziplin einer Gemeinschaft, somit auch die Leistung. Wohin sie auf ihren Fahrten auch kommt, sie soll und wird ohne Zweifel den besten Eindruck machen, die Jugend, die in diesen Tagen hinaus zieht ins weite deutsche Land. Jeder Junge, jedes Mädel hat sich monatelang darauf gefreut. Wenn sie auch fast alle schon in der engeren Heimat gut herumgekommen sind, so führen die jetzigen Sommerfahrten doch besonders weit, auch dies mit ganz bestimmter Absicht: Sie sollen unserer Jugend die Schönheit und Größe des deutschen Vaterlandes zum festen Begriff werden lassen.

Sie werden alle viel erleben und auch viel lernen, die Jungen und Mädel. Sie werden sich zu bewähren haben in allen Lagern, die Fahrt und Lager mit sich bringen, sie werden wiederkommen, gesünder, stärker, gefestigter an Leib und Seele. Die Deutsche Jugendbewegung, in den letzten Vorkriegsjahren von jungen Menschen begonnen, die sich gegen eine allzu starke Gesellschaftsordnung auflehnten, erhält so durch die Bewegung Adolf Hitlers ihre Erfüllung, ja, die Sehnsucht, die in jenen lebte, konnte gar nicht größer sein, als wie die nunmehr im Dritten Reich bis zur letzten Ausdeutung Wirklichkeit wird. Die einst mit Schillerkragen und kurzen Hosen allem Verstaubten und Verknöcherten den Kampf ansagten, fielen reihenweise im Weltkrieg.

Mancher hatte seine Zupfgeige oder Violine mit ins Feld genommen; an allen Fronten haben ihre Lieder geklungen, bis der Tod sie Wort halten ließ, sie, die so oft am Lagerfeuer gesungen hatten: „Kein schön´rer Tod ist in der Welt, als wer vor´m Feind erschlagen!“ Es fiel aus ihren Reihen der Dichter mit dem jungen stürmischen Herzen Hermann Löns, es fiel Walter Fler, es opferte sich nach dem Kriege Albert Leo Schlageter. Nun marschiert eine neue deutsche Jugend in festgefügtem Marschtritt, grüßt die Gräber jener, wo sie auf sie trifft, und wird in dankbaren Gedenken still an ihnen einen Augenblick verweilen. Sie wird zu den Volksgenossen kommen, die an des Reiches Grenzen Schildwache halten, auch zu denen, die jenseits der Grenzen auf Vorposten des Deutschtums stehen.

Auch, wenn sie ins Ausland kommt, kann sie stolz sein, stolz auf ihr neues Vaterland und auf sich selbst. Sie kann selbstbewusst Vergleiche ziehen zwischen der Jugend des Auslandes und sich selbst. Es ist das erste Mal, dass Deutschland der organisierten Jugend des Auslandes eine artgemäße deutsche Jugend gegenüber zu stellen hat. Außer in Italien und dem nationalen Spanien sowie auf der anderen in Sowjetrussland ist die organisierte Jugend alles Länder einschließlich von Japan, China und auch der Kolonialgebiete ganz und gar von dem Boy-Scout-Gedanken beherrscht, der von England, genauer gesagt, von Südafrika aus seine Verbreitung fand.

Mit einem ungeheuren Aufwand an Menschen und Material wurde er von England und seinen Dominien durchgesetzt und wird er bei jeder Gelegenheit gefördert. Er enthält manches Gute, ist aber undeutsch und stellt auch mehr eine Jugendpflege, statt eine Jugendbewegung dar, denn die Führer der Boy-Scouts sind meist Offiziere, Fürstensöhne, Fürsten selbst, Präsidenten und Generale sind Ehrenmitglieder und erscheinen bei festlichen Anlässen nicht selten in der Tracht der Boy-Scouts, kurze Hose, Hemd, Halstuch mit dreieckiger Rückenspitze und möglichst vielen Schnüren und Abzeichen, breitkrempiger Cowboyhut, die gewiss sehr malerisch ist. Italien hat seine faschistische Jugendorganisation, das nationale Spanien seine jungen Falangisten. Die deutsche Hitler-Jugend hat sich in aller Welt bereits als eine junge Sturmtruppe des Dritten Reiches zu erkennen gegeben und bewährt. Nichts anderes will sie sein als deutsch. Wo immer Ihr marschiert Jungen und Mädel der HJ. Groß-Dortmunds: Gute Fahrt. (W.N.)

Ob es sich wirklich „gelohnt“ hat, in dieser Welt zu leben?

Von Rolf von Ameln

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Von am 04/01/2018. Abgelegt unter Spiegel der Zeit. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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