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Präsident Rivlin veröffentlicht Eichmanns Gnadengesuch

Am heutigen Mittwoch, dem internationalen Holocaust-Gedenktag, hat Präsident Reuven Rivlin zum 71. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, bislang geheime Dokumente veröffentlicht.

Darunter ein Gnadengesuch des NS-Verbrechers Adolf Eichmann. Er hatte die Vertreibung und Deportation der europäischen Juden organisiert.

Adolf Eichmann im Prozess in Jerusalem. Foto: Archiv

Adolf Eichmann im Prozess in Jerusalem. Foto: Archiv

Bis zuletzt versuchte Eichmann, sich von seiner schuld reinzuwaschen und die Exekution abzuwenden. In dem auf Deutsch verfassten Schreiben an den damaligen israelischen Präsidenten Izchak Ben Zvi, spielte Eichmann wie auch im Prozess seine Verantwortung herunter.

„An den Herrn Staatspräsident.
Wäre ich, wie die Richter annehmen, der anerkannte eifrige Treiber in der Verfolgung der Juden gewesen, so würde dies auch durch Beförderung und andere Vergünstigungen zum Ausdruck gekommen sein. Mir ist aber keinerlei Vorteil gewährt worden.
Ich erkläre nochmals wie bereits vor Gericht geschehen: ich verabscheue die an den Juden begangenen Gräuel als größte Verbrechen und halte es für gerecht, dass die Urheber solcher Gräuel jetzt und in Zukunft zur Verantwortung gezogen werden. Es ist dabei aber die Grenze zu ziehen zwischen den verantwortlichen Führern und den Personen, die, wie ich, lediglich Instrument der Führung sein mussten. Ich war kein verantwortlicher Führer und fühle mich daher nicht schuldig“, argumentierte Eichmann.

Er schloss seinen Brief mit den Worten: „Ich bitte Sie, Herr Staatspräsident, von dem Gnadenrecht Gebrauch zu machen und anzuordnen, dass das Todesurteil nicht vollstreckt wird.“

Das Schreiben ist auf den 29. Mai 1962 datiert. 48 Stunden später wurde Eichmann gehängt.

 

Von am 27/01/2016. Abgelegt unter Israel. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

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