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König Salomon liebte die guten Tropfen

Aber seinen Knechten, Arbeitern und Soldaten liess er nur zweitklassige Getränke servieren.

Doch warum wurde bis in das späte Mittelalter überhaupt Wein, neben dem altbekannten Bier, als „Alltagsgetränk“ angesehen? Die Frage ist im Prinzip einfach zu beantworten.

Zunächst gab es sie noch nicht, und dann gab es sie nicht mehr: die Aquädukte, durch welche die Städte des Römischen Reiches mit frischem, sauberen Trinkwasser versorgt wurden.

Das Wasser, das der Bevölkerung als Trinkwasser zur Verfügung stand, war oft verunreinigt oder mikrobiologisch belastet. Dünnbier oder stark verdünnter Wein waren daher die üblichen Getränke. Wer im frühen Mittelalter die Möglichkeit hatte, einen eigenen Brunnen zu graben, der tat dies nur an einer Stelle, an der das Grundwasser nicht durch Abwässer verunreinigt war. War dies nicht möglich, so wurde das Trinkwasser zumindest abgekocht. Dadurch wurde der meist schale Geschmack zwar nicht besser, aber immerhin,das Wasser konnte unbedenklich getrunken werden.

Die Tora beschreibt, dass Noah, offensichtlich ein Weinbauer, eines Tages zu viel von seinem eigenen Wein verkostet hatte und betrunken ohne Kleider einschlief. Wie seine drei Söhne Sem, Japhet und Cahm mit dieser Situation umgehen, mag jeder selber lesen.

Noah kann als durchaus als der erste bekannte Weinbauer angesehen werden. Folgt man der Geschlechterabfolge der Tora, so kann man ihn, als Mitglied der zehnten Generation vor Abrahm, ungefähr in das 3 Jahrtausend BCE einordnen.

Glaubte man bis vor wenigen Jahren, dass der Weinanbau in Israel erst durch Edmond Baron Rothschild eingeführt wurde, so wird man derzeit gleich mehrfach durch alte Funde eines Besseren belehrt.

Wie jetzt bekannt wurde, entdeckten Archäologen bei Ausgrabungen in Jerusalem Fragmente eines Tonkruges die in mehrfacher Hinsicht bedeutsam sind. Datiert wird der Krug auf die Zeit um 1000 BCE, also auf die Zeit der Könige David und seines Nachfolgers Salomon. Damit ist der Krug das älteste jemals gefundene beschriftete Zeitdokument.

Professor Gershon Galil von der Universität Haifa bestätigte jetzt, was der Chefarchäologe des Grabungsteams, Eilat Mazar von der Hebräischen Universität Jerusalem, vermutet hatte:

Der Krug stammt tatsächlich aus der Zeit Salomons, allerdings kann aus der Beschriftung nicht, wie zuerst angenommen ein Rückschluss auf den Eigentümer gezogen werden.

 

Professor Galil geht davon aus, dass es sich um ein Textfragment, geschrieben in Buchstaben einer sehr frühen Schriftform des Hebräischen handelt.

Der erste Buchstabe rechts ist das Fragment einer Datumsangabe. Ebenfalls ein Fragment ist der letzte Buchstabe, der auf den Herkunftsort hinweist. Die mittleren sechs Buchstaben bezeichnen den Inhalt, einen Wein von geringer Qualität.

Ein unbedeutender Fund?

Nein, alles andere! Die rege Bautätigkeit zur Zeit Salomons, der u.a. den ersten Tempel erbauen liess, erforderten die Verpflegung zahlreicher Sklaven, Arbeiter und Soldaten. Und genau für diese war der Wein gedacht.

Für Professor Galil ist dieser Fund der klare Beweis, das zur Zeit Salomons in Jerusalem eine gut ausgebaute Administration aktiv war, die über die eingegangenen Waren Buch führten, Steuern einnahm, Arbeiter anwarb und auch für deren Verpflegung sorgte.

Von Esther Scheiner

 

Von am 05/01/2014. Abgelegt unter „Während Israel nicht nur vom BDS boykottiert wird…“. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

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